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Wie entsteht Muskelkater?

Sport trotz Muskelkater © istockphoto, rollover

Jeder der sich schon mal körperlich betätigt hat, kennt ihn - den Muskelkater. Aber was genau ist Muskelkater und wie entsteht er?
Zur Energiegewinnung stehen dem Muskel der aerobe (mit Sauerstoff) und der anaerobe (ohne Sauerstoff) Stoffwechselweg zur Verfügung. Als Brennstoffe dienen Kohlenhydrate und Fette. Beim aeroben Weg entstehen aus diesen Brennstoffen Wasser und Kohlendioxid (CO2), die über die Lungen abgeatmet werden. Hierfür wird Sauerstoff benötigt. Dieser Weg kann bei mäßigen Belastungen wie Gehen ausgenutzt werden.

"Saure" Muskeln?

Bei starken Belastungen benötigt der Körper mehr Energie, die schnell bereit gestellt werden muß. Der Sauerstofftransport ist überfordert und greift auf den anaeroben Stoffwechselweg zurück, dessen Endprodukt Laktat (= Salz der Milchsäure) ist. Je intensiver die Muskelarbeit, desto mehr Laktat wird gebildet. Der Abbau von Laktat zu Wasser und Kohlendioxid verläuft in Belastungssituationen langsamer als die Laktatbildung in den Muskelzellen. Folge ist eine Übersäuerung des Muskels. Irrtümlicherweise wurde früher davon ausgegangen, das dies der Grund für die Entstehung von Muskelkater sei. Die Übersäuerungshypothese mußte aus verschiedenen Gründen verworfen werden:

  • Muskelkater tritt erst mit zeitlicher Verzögerung zur Betätigung auf. Zu diesem Zeitpunkt ist Laktat längst abgebaut.
  • Muskelkater tritt in der Regel nur bei hoher Belastung eines untrainierten Körpers auf. Laktat wird allerdings auch bei geübten Sportlern gebildet.

Miniaturverletzungen

Der sogenannte Muskelkater bezeichnet Muskelschmerzen, die mit zeitlicher Verzögerung nach ungewohnter körperlicher Betätigung auftreten. Sportmediziner gehen heute davon aus, daß es sich beim Muskelkater um eine Mikrotraumatisierung der Muskelzellen handelt. Kleine Risse der Muskelfasern und der dazugehörigen Blutgefäße (Mikrorupturen) mit lokalen Entzündungen und Schwellungen lösen folglich den unangenehmen Schmerz aus und sind für die eingeschränkte Dehnbarkeit verantwortlich.

Tipps und Infos

Einige Sportarten sind besonders "muskelkaterfördernd". So z.B. Sportarten mit extremen Lauf- und Bremsbewegungen wie Squash. Wer in der kalten Jahreszeit in einen Winterschlaf fällt und dann im Sommer den Fettpolstern den Kampf ansagt, bekommt ebenfalls Probleme. Kontinuierliche Muskelarbeit schützt dagegen vor den lästigen Schmerzen. Weiterhin hilft es, sich vor dem Training ausreichend aufzuwärmen und die Muskeln nach dem Sport zu dehnen. Ist der Muskelkater einmal da, ist ein warmes Vollbad oder ein Saunabesuch wohltuend. Das steigert die Durchblutung und erleichtert den Heilungsprozess.

Aktualisiert: 13.06.2018

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