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Was ist Chlorakne?

Chlorakne im Gesicht © istocphoto, Jevtic

Bei der Chlorakne handelt es sich um das Hauptsymptom einer Vergiftung mit chlorierten Kohlenwasserstoffen. Obwohl die Chlorakne eine andere Ursache als herkömmliche Akne (acne vulgaris) hat, weist sie ein Akne-ähnliches Erscheinungsbild auf. Typische Merkmale sind beispielsweise Mitesser (Komedonen), eine Verdickung der Hornschicht sowie entzündliche Abszesse und Knoten an den betreffenden Hautpartien.

Dioxin-Vergiftung als mögliche Ursache

Zu den chlorierten Kohlenwasserstoffen zählen unter anderem die sogenannten Dioxine. Dioxine sind chemische Verbindungen, die beim Herstellen, Schmelzen oder Verbrennen von chlorhaltigen Produkten entstehen und schon in geringen Mengen krebserregend und hochgiftig sind. Sie werden beispielsweise in einigen Pflanzenschutzmitteln, Holzschutzmitteln oder bestimmten Hydraulik-Ölen eingesetzt, sind aber auch gering konzentriert in Lebensmitteln wie Eiern enthalten.

Die giftigen Dioxine können durch einen direkten Hautkontakt sowie in seltenen Fällen auf oralem Weg oder durch Inhalation giftiger Dämpfe aufgenommen werden. Die Chlorakne gilt deswegen als eine Form der Kontaktakne (acne venenata), welche als Hautreaktion durch den direkten Kontakt mit einem bestimmten Stoff entsteht. Besonders häufig ist das Gesicht von den Hautveränderungen betroffen.

Chlorakne als Folge eines Schwimmbadbesuches?

Nicht zu verwechseln ist die Chlorakne mit einer Chlorallergie, die als Folge eines Schwimmbadbesuches auftreten kann. Eine Chlorallergie äußert sich als juckender Ausschlag oder durch brennende Augen nach Kontakt mit dem chlorhaltigen Wasser. Irrtümlicherweise werden solche Beschwerden oftmals als Chlorakne interpretiert. Das Auftreten von Chlorakne ist jedoch zum einen an wesentlich höhere Chlor-Konzentrationen gebunden, als sie in Schwimmbädern erreicht werden. Zum anderen wird sie nicht durch reines Chlor verursacht, sondern durch Wechselwirkungen des Chlors mit anderen chemischen Stoffen. Chlorakne tritt vorwiegend als Berufskrankheit bei Arbeitern der Elektro- und Chemieindustrie auf, die kontinuierlich chlorhaltigen Chemikalien ausgesetzt sind.

Behandlung von Chlorakne   

Die Behandlung von Chlorakne kann beispielsweise durch Öffnen und Entleeren der Zysten sowie der Gabe von entzündungshemmenden oder hormonhaltigen Medikamenten geschehen. Die Wirksamkeit von Retinoiden (Vitamin-A-Säure-Präparate) für die Chlorakne-Bekämpfung ist jedoch umstritten.

Zur Linderung der Narbenbildung kann eine Kältetherapie (Kryotherapie) eingesetzt werden. Durch eine kurzzeitige Eisanwendung werden dabei überschießendes Narbengewebe und verschiedene andere Gewebserkrankungen entfernt. Auch ein Hautpeeling oder plastische Verfahren wie eine Hautabtragung (Dermabrasion) stellen Möglichkeiten der Behandlung dar. Allerdings bleiben bei einem chronischen Verlauf trotz Therapie oftmals entstellende Narben an den betroffenen Hautstellen zurück. Bis die Chlorakne endgültig geheilt ist, kann es mehrere Jahre dauern.

Seveso-Akne

Die Chlorakne ist auch bekannt unter dem Namen „Seveso-Akne“. Die Bezeichnung geht auf einen Chemieunfall in der italienischen Stadt Seveso im Jahr 1976 zurück, bei dem massive Mengen des hochgiftigen Dioxins freigesetzt wurden und mehr als 200 Menschen erkrankten.

Aktualisiert: 25.09.2018 – Autor: Olga Rollmann

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