Was ist H7N9?

Das H7N9-Virus zählt zu den Influenzaviren, die vor allem bei Hühnervögeln vorkommen. Für den Menschen sind solche Viren in der Regel nicht gefährlich. Durch Mutationen kann es jedoch passieren, dass sich auch Menschen mit dem Virus anstecken können. Beim ihnen kann das H7N9-Virus eine schwere Lungenentzündung hervorrufen, die einen tödlichen Verlauf nehmen kann. Erstmals sind 2013 in China und Taiwan Fälle mit dem H7N9-Virus aufgetreten.

Was ist die Vogelgrippe?

Der Begriff Vogelgrippe ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Viruserkrankung, von der zunächst einmal Vögel betroffen sind. Neben Hühnern und Puten können sich beispielsweise auch wildlebende Wasservögel anstecken. Die Übertragung des Virus erfolgt über die Luft oder über den Kot der Tiere. 

Die Erkrankung wird durch bestimmte Viren, die zur Gruppe der Influenza-A-Viren gehören, ausgelöst. Bekannte Vogelgrippe-Viren sind beispielsweise das Influenza-A-Virus H5N1 sowie das Influenza-A-Virus H7N9. Der Name des jeweiligen Virus hängt von seiner Oberflächenstruktur ab. Für den Menschen sind die Vogelgrippe-Viren normalerweise ungefährlich.

Auch Menschen können sich anstecken

Durch genetische Veränderungen der Viren kann es jedoch passieren, dass sich auch Menschen mit der Vogelgrippe anstecken können. Eine Übertragung erfolgt dann meist durch den direkten Kontakt mit einem infizierten Tier. Eine solche Mutation ist bei dem derzeit in Asien grassierenden Vogelgrippe-Virus H7N9 aufgetreten.

Mutiert das Virus weiter, könnte ein neuer Erreger entstehen, der direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Dies könnte beispielsweise passieren, wenn sich das H7N9-Virus mit einem herkömmlichen Grippevirus kombinieren würde. Durch eine Übertragung von Mensch zu Mensch könnte eine Grippe-Pandemie ausgelöst werden.  

Vogelgrippe 2013: Das H7N9-Virus 

Das H7N9-Virus wurde 2013 erstmals beim Menschen nachgewiesen. Im Februar wurden erste Krankheitsfälle aus China bekannt, kurz darauf waren auch Personen in Taiwan betroffen. Es wird vermutet, dass sich die Betroffenen nach einem direkten Kontakt mit Geflügel mit der Vogelgrippe angesteckt haben. 

Laut Aussage der WHO ist eine Übertragung des H7N9-Virus von Geflügel auf Menschen deutlich leichter möglich, als es bei anderen Vogelgrippe-Viren der Fall war. Aufgrund dessen wird das Virus von der WHO als besonders gefährlich eingestuft.

Ansteckung mit H7N9

Generell können Vogelgrippe-Viren nur bei sehr engem Kontakt mit dem erkrankten Tier auf den Menschen übertragen werden. Eine Ansteckung ist beispielsweise möglich, wenn Viren aus Kot oder Schleimhautabsonderungen eingeatmet werden oder durch dreckige Hände mit Mund oder Nase in Kontakt gebracht werden. Auch durch den Besuch eines Geflügelmarktes ist eine Ansteckung möglich. 

Ob es beim H7N9-Virus weitere Ansteckungswege gibt, ist derzeit noch unklar. Erste Fälle deuten mittlerweile darauf hin, dass auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich ist. Bei bestimmten Vogelgrippe-Viren kann eine Ansteckung außerdem durch den Kontakt mit Eiern oder rohem Geflügelfleisch von infizierten Tieren erfolgen. 

Krankheitsverlauf

Für Vögel ist das H7N9-Virus ungefährlich, da bei ihnen keine oder kaum Krankheitssymptome auftreten. Dies macht die Eindämmung des Virus besonders schwierig: Denn ohne Symptome lässt sich nicht ohne weiteres erkennen, welche Tiere infiziert sind und welche nicht.

Bei Menschen macht sich das Vogelgrippe-Virus zu Beginn meist mit typischen Grippe-Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Husten bemerkbar. Zudem können Durchfall und Erbrechen auftreten. Darüber hinaus kann das H7N9-Virus zu einer schweren Lungenentzündung und starker Atemnot führen. Die Erkrankung kann bei schweren Verläufen tödlich enden.

Vermutlich treten jedoch nicht bei allen Personen, die mit dem H7N9-Virus infiziert sind auch tatsächlich Krankheitssymptome auf. Aus China ist zumindest der Fall eines mit dem Virus infizierten Jungen bekannt, der keinerlei Krankheitssymptome zeigte. 

Vogelgrippe: Impfstoff kann schützen

Eine spezielle Impfung könnte einen sicheren Schutz vor dem H7N9-Virus bieten. Allerdings wird derzeit noch an einem geeigneten Impfstoff geforscht. Die Einführung des Impfstoffes ist zudem nur für den Fall geplant, dass sich das Virus stärker ausbreitet als derzeit erwartet wird. 

Momentan scheinen auch bereits verfügbare Grippe-Medikamente gegen das H7N9-Virus zu helfen. Verändert sich das Virus weiter, ist es aber auch möglich, dass diese Medikamente nicht mehr wirksam sind.

So schützen Sie sich vor der Vogelgrippe

In Deutschland müssen Sie im Moment keine Angst vor einer Ansteckung mit dem H7N9-Virus haben. Aktuell sind nämlich keine Fälle in Deutschland oder Europa bekannt. Trotzdem schadet es nicht, allgemeine Schutzmaßnahmen zu befolgen. Damit können Sie sich im Zweifelsfall nicht nur vor der Vogelgrippe, sondern auch vor anderen Infektionen schützen. 

Besonders wichtig ist, dass Sie allgemein bekannte Hygieneregeln einhalten. Waschen Sie sich regelmäßig für mindestens 30 Sekunden die Hände und fassen Sie sich mit den Händen nicht ins Gesicht. Vermeiden Sie außerdem den Kontakt zu infizierten Personen.

Beim Kontakt mit Vogelkot (beispielsweise beim Entfernen des Kotes von der Autoscheibe) empfiehlt sich das Tragen von Handschuhe. Werfen Sie den verwendeten Lappen anschließend am besten weg. Achten Sie außerdem darauf, Eier und Geflügelfleisch hygienisch zu verarbeiten und nur durchgegart zu verspeisen. Dadurch können Sie im Ernstfall nicht nur der Vogelgrippe vorbeugen, sondern auch andere Infektionen wie beispielsweise eine Salmonellen-Infektion verhindern. 

Aktualisiert: 01.09.2020 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?