Abnehmen: Irrtümer und Wahrheiten – Teil II

Eine Irrtümer und Wahrheiten übers Abnehmen haben wir Ihnen eben bereits vorgestellt. Hier finden sich weitere gängige Abnehm-Mythen, mit denen wir im Folgenden aufräumen.

7) "Low Carb" führt zur Traumfigur

Kohlenhydrate sind der Hauptenergielieferant für Gehirn und Muskulatur und daher ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Zudem haben Kohlenhydrate eine niedrigere Energiedichte als Fett: Sie liefern vier Kilokalorien pro Gramm, bei Fett sind es neun Kilokalorien.

Dennoch wird eine Ernährung mit niedrigem Kohlenhydratanteil auch von Ernährungsexperten als wirksame Methode zum Abnehmen empfohlen.

Das liegt daran, dass Kohlenhydrate im Darm zu einfachen Zuckerbausteinen abgebaut und ins Blut aufgenommen werden. So erhöhen sie schnell den Blutzuckerspiegel, was zu einer Freisetzung von Insulin führt. Dieses Hormon bewirkt im Körper unter anderem eine Hemmung der Fettverbrennung und hat so tatsächlich Einfluss auf den Abnehmerfolg. 

Kohlenhydrate nicht vernachlässigen, sonst sinkt die Leistungsfähigkeit

Wenn Sie abnehmen möchten, sollten Sie deshalb möglichst auf kohlenhydratreiche Zwischenmahlzeiten verzichten, damit der Insulinspiegel absinken kann und der Körper zwischen den Mahlzeiten Zeit hat, Fett zu verbrennen. Auch der abendliche Verzicht auf Kohlenhydrate kann beim Abnehmen hilfreich sein, sofern die tägliche Energiebilanz stimmt.

Morgens und mittags sind Kohlenhydrate allerdings wichtig für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Dabei sollten Sie Vollkornprodukte bevorzugen, da diese langsamer abgebaut werden und so für einen niedrigen Insulinanstieg und einen konstanten Blutzuckerspiegel sorgen. 

8) "Schlank im Schlaf" ist möglich

Seit einiger Zeit gibt es vermehrt Diäten, die damit werben, im Schlaf schlank zu machen. Diese Konzepte basieren ähnlich wie die "Low-Carb"-Diäten auf einer Steuerung des Fettstoffwechsels durch den Insulinspiegel.

Im Gegensatz zu "Low-Carb"-Diäten wird bei "Schlank im Schlaf" allerdings eine täglich erlaubte Kohlenhydratmenge berechnet, die nach dem Trennkostprinzip zu festgelegten Zeiten aufgenommen wird. Zwischen den Mahlzeiten ist eine fünfstündige Pause Pflicht und die Schlafdauer sollte sieben bis neun Stunden pro Nacht betragen, damit der Körper Fett verbrennen kann.

Wird dieses Ernährungskonzept konsequent durchgeführt, kann es durchaus zum Abnehmerfolg führen, zumal Studien belegen, dass ausreichend Schlaf die Produktion von appetitstimulierenden Hormonen senkt. Fraglich ist jedoch, ob "Schlank im Schlaf" dauerhaft im Alltag umgesetzt werden kann – auch hier droht wieder der Jojo-Effekt

9) Formula-Diäten halten, was sie versprechen

Viele kommerzielle Diätkonzepte basieren auf speziellen Drinks oder Shakes, die für gewisse Zeit eine oder mehrere Mahlzeiten am Tag ersetzen und versprechen so eine schnelle Gewichtsabnahme. Dabei fallen Formula-Diäten unter die Diätverordnung, die gesetzlich regelt, welche Nährstoffzusammensetzung die Produkte haben müssen: So darf eine Mahlzeit nicht mehr als 400 Kilokalorien enthalten. 

Auf diese Weise kann man die Energiemenge pro Tag einfach und unkompliziert kontrollieren und die Motivation steigt durch rasch sichtbare Erfolge. Jedoch ist die Nahrungsaufnahme auf Dauer eher eintönig, daher sind Formula-Diäten vor allem in der Anfangsphase zu empfehlen. Um eine langfristige Gewichtsabnahme zu erreichen, ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung erforderlich.  

Aktualisiert: 10.07.2019 – Autor: Dr. med. Jana Wittkowski

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