Diäten - Wie nehme ich richtig ab?

Dank Nahrungsüberfluss und Bewegungsmangel ist Übergewicht ein zunehmendes Problem in unserer Gesellschaft geworden. Doch Trennkost, Fatburner, China-, Blutgruppen-, Rotations- oder Psycho-Diät lassen die Pfunde nicht schmelzen. Und auch trotz Ananas-, Bananen- oder Kohldiät ist nach einigen Wochen das alte Gewicht wieder erreicht.

Low Carb oder Low Fat?

FDH - einfach die Hälfte essen - ist nur ein scheinbarer Ausweg, denn dies kann langfristig zu Fehl- und Mangelernährung führen. Der übermäßige Konsum von fettreduzierten und anderen Light-Produkten, die heutzutage in Massen angeboten werden, lässt leider lediglich die Geldtasche abmagern, da das Erlaubte nur noch umso reichhaltiger konsumiert wird.

Welche Diät hält denn nun tatsächlich, was sie verspricht? Diäten wirken - so simpel es klingt - durch eine Reduzierung der Kalorienzufuhr. Bei den wissenschaftlich fundierteren Diäten wird dabei empfohlen, einen oder zwei der Nährstoffe, die zu unserer Energieversorgung beitragen (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) sparsamer zu konsumieren. Diese Diäten lassen sich grob in Low Carb- und Low Fat-Varianten einteilen.

Was ist Low Carb?

Die Low-Carb-Bewegung stammt aus Amerika, denn sie kommt den dortigen Ernährungsgewohnheiten besonders entgegen. Diese Diäten zielen darauf ab, den Anteil der Kohlenhydrate in unserer Nahrung zu reduzieren. Fette und Eiweiße sind erlaubt - meistens sogar weit über das gesunde Ausmaß hinaus. Die Atkins-Diät ermöglicht als "Hardliner-Variante" einen Gesamtanteil von über 50% Fett und 20-35% Eiweiß an der Gesamtenergiemenge, die durch die Nahrung aufgenommen wird.

Da Obst und Gemüse weniger auf dem Speiseplan stehen, werden zu wenig Ballaststoffe aufgenommen. Gicht, Nierenprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schlaganfall können bei dieser extremen Diätform die Folge sein. Daran ändern auch die empfohlenen Vitatmin- und Nahrungsergänzungsmittel nichts. Die South Beach Diät ist eine sanftere Form der Atkins-Diät. Hier wird außerdem auf eine bessere Qualität der konsumierten Fette geachtet.

Glyxdiät – reine Glückssache?

Die Glyxdiät ist eine Variante der Low-Carb-Diät. Hier werden Kohlenhydrate anhand ihrer Wirkung auf den Blutzuckerspiegel in "gut" und "böse" eingeteilt. Durch den Glykämischen Index erfährt man, wie schnell der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr verschiedener kohlenhydratreicher Lebensmittel ansteigt. Schnellt er zu sehr in die Höhe, kommt es zu einer hohen Ausschüttung des Hormons Insulin, welches den Zucker aus dem Blut abtransportiert. Heißhungerattacken können die Folge sein. Angesagt sind daher Kohlenhydrate mit einem niedrigen glykämische Index (Glyx) wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Obst.

Doch die Verhältnisse sind in Wirklichkeit komplizierter, da eigentlich die Zusammensetzung einer Mahlzeit bestimmt, wie schnell der Blutzuckerspiegel ansteigt. Je mehr Fette und Ballaststoffe nämlich in ihr enthalten sind, desto langsamer gelangen die Nährstoffe ins Blut. So hat eine Pellkartoffel eine ganz andere Wirkung als ein mit Milch angerührtes Kartoffelpüree oder eine Kartoffel als Beilage zu Gemüse und Fleisch. Auch durch das Kochen kann sich der Glyx verändern, denn eine rohe Karotte hat einen niedrigeren Glyx als eine gekochte.

Allerdings haben Glyx-Diäten einen Vorteil im Vergleich zu den übrigen Low-Carb-Diäten: Sie reduzieren die Menge an Fett und liefern ausreichend Obst und Gemüse.

Low Fat: Da bekommt das Fett sein Fett weg

Bei dieser Variante werden Eiweiße gleichzeitig mit der Reduzierung des Fettanteils sparsamer verzehrt, da beide Nährstoffe meistens zusammen in einem Lebensmittel vorkommen. Doch vor einer Fettphobie sollte gewarnt werden, denn obwohl wir uns allgemein zu fettreich ernähren, ist unser Körper von der Zufuhr vieler Fette aus der Nahrung abhängig. Vor allem auf die pflanzlichen, ungesättigten Fettsäuren sei in diesem Zusammenhang hingewiesen.

Low Fat 30 bedeutet, dass nicht mehr als 30% der aufgenommenen Kalorien aus Nahrungsfetten stammen. Mit diesem Ansatz ist ein guter Kompromiss gefunden. Kohlenhydrate sind bei Low-Fat-Diäten erlaubt, insbesondere, wenn diese in Form von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse konsumiert werden. Low-Fat-Diäten sind meist vielseitig und abwechslungsreich und liefern ausreichende Nährstoffmengen.

Aktualisiert: 03.01.2012 – Autor: Anke Dorl

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