(Irr-)Wege zum Wunschgewicht - Ohne wissenschaftlichen Beweis kein Erfolg?

Hände mit Maßband © Myriams-Fotos

Hier werden sehr unterschiedliche Abnehmprogramme vorgestellt, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind (noch) nicht wissenschaftlich belegt. Manchmal ist es bei diesen Diäten der Glaube, der Berge versetzen soll, oftmals jedoch sollen wissenschaftlich nicht belegte Aussagen zu unhaltbaren (Abnehm-)Leistungen anspornen. Vielleicht kann aber trotzdem jemand in dieser Auswahl sein ganz individuelles Abnehmprogramm finden, wenn es einer ausgewogenen Ernährungsweise entspricht.

Die Polymeal-Diät

Diese Diät gibt es erst seit 2004 und ist daher zur Zeit noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Auf ihrem Speiseplan stehen ausschließlich Lebensmittel, die das Risiko einer Herzerkrankung mindern sollen. Angeblich soll dieses Risiko bei Einhaltung dieser Diät um 76% sinken, doch es bleibt die Frage, ob sich die herzschützenden Effekte der unterschiedlichen Lebensmittel einzeln so aufaddieren lassen, wie es hier getan wurde.

Haysche Trennkost

Die Trennkost nach Dr. Hay gibt es schon seit 100 Jahren. Sie folgt zwei eisernen Grundregeln:

  • Eiweiß und Kohlenhydrate sollen getrennt verzehrt
  • und das so genannte Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper soll stabil gehalten werden.

Die Theorie eines durch Übersäuerung kranken Körpers findet man in vielen Esskonzepten wieder. Die körpereigenen Puffersysteme sollen offenbar nicht unerschöpflich sein, was langfristig zu altersbedingtem Muskelabbau, Osteoporose und Nierensteinen führen soll. Die Trennung von Kohlenhydraten und Eiweißen hingegen ist eine überholte Verdauungstheorie und das Versprechen, diese Ernährung könne Krebs und Diabetes heilen, ist unseriös. Trotzdem haben viele Menschen Erfolg mit der Trennkost, weil die empfohlenen Gerichte leicht und fettarm sind.

Bodycur

Diese Diät beruht auf einer Vitalstoffkombination, die "Defizite im Stoffwechsel ausgleichen und bestehende Fettreserven mobilisieren" soll. Welche Defizite dies sind, bleibt unklar. Auch gibt es keine Vitamine und Mineralien (Vitalstoffe), die eine "Mobilisierung von Fettreserven" bewirken.

Monodiäten

Reis-, Kartoffel-, Kohlsuppen-, Gemüse-, Trauben-, Obst- oder Ananas-Diät sind ausnahmslos Zwangsdiäten, die weder zu einer "Turbo-Fettverbrennung" noch zu einer anhaltenden Gewichtsabnahme führen. Anfängliche Pfunde purzeln zunächst vornehmlich nur durch den Wasserverlust. Die Einseitigkeit dieser Diäten führt dann meistens zu Heißhungerattacken, und der berühmte "Jo-Jo-Effekt" ist damit zwangsläufig die Folge. Folgende Diäten basieren ebenfalls teilweise oder vollkommen auf wissenschaftlich unseriösen Versprechungen:

  • Blutgruppen-Diät
  • Metabolic Typing
  • Gesund abnehmen mit Schüßler-Salzen
  • die Farben-Diät
  • one day diät
  • Schlankheitsformel Wasser
  • die Rotations-Diät
  • Idealgewicht ohne Hungerkur
  • 7-Tage-Körner-Kur
  • Schlank und fit mit Dinner-Cancelling

Eiweißreiche Diäten

Viel Eiweiß (Proteine) zu konsumieren, führt zu einigen ungünstigen Veränderungen im Stoffwechsel. Diäten wie die 3Diät, die Scarsdale Diät, die Humplik-Kur, die Sears-Diät oder die Max-Planck-Diät (das gleichnamige Institut distanziert sich ausdrücklich von dieser Diät!) sind daher für Personen mit Nierenschäden und Gicht nicht geeignet. Auch Übergewichtige können bei diesen Diäten einen zu hohen Harnsäurespiegel bekommen. Eine ungünstige Wirkung auf den Blutzuckerspiegel wird ebenfalls vermutet.

Der versprochene Gewichtsverlust findet in den ersten Tagen hauptsächlich durch den Wasserverlust statt, danach drohen durch die meist zu geringe Kalorienzufuhr Heißhungerattacken, die zum Abbrechen der Diät führen. Als Dauerernährung sind Diäten dieser Art in jedem Fall nicht zu empfehlen.

Psychodiäten

Hier erfolgt ein mentales Schlankheitstraining, denn Abnehmen beginnt im Kopf! Auf diese Erkenntnis, die heutzutage die Grundlage fast aller seriöser Diäten ist, stützt sich das Gerüst der Psychodiäten. Man sollte jedoch die Autosuggestion, wie sie im NLP (Neurolinguistisches Programmieren), in der Hypnotherapie und dem Autogenen Training angewendet werden, nur mit professioneller (psychologischer) Begleitung durchführen.

In jedem Fall kann das "Abnehmen im Kopf" kein Erlernen eines veränderten Essverhaltens oder die ebenfalls notwendige regelmäßige Bewegung ersetzen. Diäten wie Endlich Wunschgewicht, Mentales Schlankheitstraining oder Denken sie sich schlank! sind daher nicht zu empfehlen.

Von Weltanschauungen abgeleitete Diäten

Es ist hervorzuheben, dass es nicht die Weltanschauungen mit ihren Ernährungssystemen sind, die bei Abnehmprogrammen dieser Art unter die Lupe genommen werden, sondern die daraus abgeleiteten Diäten wie Yin und Yang, die 5-Elemente-Diät oder Idealgewicht mit Ayurveda, denn sie sind alle nicht wissenschaftlich belegt. Während das Konzept vom Idealgewicht mit Ayurveda trotz einiger Falschaussagen eine Gewichtsabnahme erwarten lässt, sind Yin und Yang und die 5-Elemente-Diät in der Praxis für eine sinnvolle Gewichtsreduktion jedoch nicht zu empfehlen.

Aktualisiert: 06.01.2012 – Autor: Anke Dorl

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