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Ramadan und Ernährung

Ramadan: Muslimisches Kind beim Essen © ambroo

Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Kalender, in dieser Zeit wird es als eine religiöse Pflicht für alle Muslime angesehen zu fasten. Doch Ramadan bedeutet nicht nur, ab dem Zeitpunkt der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf essen sowie trinken zu verzichten. Auch die Einnahme von Medikamenten ist gemäß dem Koran nicht vorgesehen. Um möglicherweise negative Folgen für die Gesundheit im Ramadan zu vermeiden, ist es wichtig einige Aspekte zu Gunsten des eigenen Körpers zu beachten.

Ramadan - Zeit der Enthaltsamkeit

Der Ramadan wird als Zeit der Enthaltsamkeit von gläubigen Muslimen gelebt, damit steht auch eine intensive Beschäftigung mit Gebeten beziehungsweise das Lesen des Korans in Verbindung. Die Verpflichtung auf Essen, Trinken sowie anderen Genuss wie etwa Geschlechtsverkehr oder Rauchen im Ramadan zu verzichten ist eine der fünf Säulen der islamischen Lebensweise.

Der Koran hält fest, dass alle erwachsenen Frauen und Männer sowie Kinder ab der Pubertät den Ramadan einzuhalten haben. Schwangere Frauen, stillende Mütter sowie Frauen, die ihre Periode haben, müssen am Ramadan nicht teilnehmen, die Fastentage müssen aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Unerwünschte Begleiterscheinungen

Auch ältere und kranke Menschen sind vom Fasten im Ramadan befreit, sie sollen in dieser Zeit zum Ausgleich anderen Menschen in ihrer Umgebung etwas Gutes tun, zum Beispiel Speisen für Bedürftige zubereiten. Doch durch den Verzicht von Nahrung können aber möglicherweise auch bei gesunden Menschen gesundheitliche Probleme entstehen. Unerwünschte Begleiterscheinungen im Ramadan, aber auch allgemein, können etwa Kopfweh, Kreislaufbeschwerden oder Konzentrationsschwäche sein.

Um ein gesundheitliches Risiko so gering wie möglich zu halten, ist es im Ramadan sinnvoll, den Alltag - wenn möglich auch beruflich - der enthaltsamen Lebensweise anzupassen sowie auf eine ausgewogene Ernährung zu den erlaubten Speisezeiten zu achten.

Enthaltsam leben, genügsam essen

Nach dem Untergang der Sonne wird das Fasten im Ramadan bis zum Aufgang der Sonne unterbrochen. Während dieser Zeit ist es üblich, dass sich die komplette Familie sowie Freunde treffen, um gemeinsam zu speisen. Durch den Verzicht von Nahrungsmitteln am Tag neigen viele Fastende dazu, während des Fastenbruchs so viele Nahrungsmittel wie möglich zu konsumieren.

Doch ist hier Vorsicht geboten: Wer am Abend zum Iftar, der Mahlzeit nach Sonnenuntergang, fettige, frittierte Nahrungsmittel oder auch starkgewürztes Essen zu sich nimmt, erhöht die Gefahr von eventuellen Magenschmerzen, Verdauungsproblemen oder Sodbrennen. Aus diesem Grund kann es hilfreich sein, auf bestimmte Nahrungsmittel im Ramadam zu verzichten. Um dem Körper trotz Fasten die notwendige Energie zu geben, die er benötigt, können gezielt ausgesuchte Nahrungsmittel zu den Essenszeiten hilfreich sein.

Suhoor und Iftar: Essen im Ramadan

Für Suhoor, die Mahlzeit vor der Sonnendämmerung werden vor allem langkettige Kohlenhydrate sowie Ballaststoffe empfohlen, da beides den Körper langanhaltend sättigt. Für Iftar, die Mahlzeit nach Sonnenuntergang, können raffinierte Kohlenhydrate sowie Zucker eingenommen werden, da diese den Blutzuckerspiegel schneller anheben. Zu beiden erlaubten Mahlzeiten sind vor allem auch Vitamine wichtig in Form von Gemüse, Salat oder Obst.

Geeignete Lebensmittel zum Suhoor sind:

Geeignete Lebensmittel zum Iftar sind:

  • Früchte wie z.B. Datteln
  • Geflügel und Fisch
  • Houmus und Harira
  • Gemüse (z. B.: Bohnen)

Im Ramadan sollte sowohl bei Iftar als auch bei Suhoor darauf geachtete werden, dass der benötigte Flüssigkeitsbedarf nachgeholt wird. Wasser oder zuckerfreier Tee sollte hier die Devise lauten. Koffeinhaltige Getränke sind im Ramadan am besten zu vermeiden, da sie dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entziehen, womit auch ein enormer Verlust von lebenswichtigen Mineralien zu verbuchen ist. Zudem ist zu beachten, dass unzureichendes Trinken die Nieren belasten kann.

Fasten im Ramadan mit zusätzlichem Effekt

Neben der religiösen Tradition, die der Ramadan mit sich bringt, erhoffen sich viele auch einen positiven Nebeneffekt in punkto Gewicht durch das Fasten. Jedoch nehmen gerade im Ramadan viele Muslime sogar zu statt ab, was unter anderen von den Nahrungsmitteln abhängt, die im Fastenbruch zu sich genommen werden. Wer sich hier an empfohlene Nahrungsmittel hält, wird zwar zusätzlich auch Gewicht verlieren, jedoch ist das Risiko nach dem Ramadan einen Jojo-Effekt zu erhalten groß.

Prinzipiell ist auf körperlich schwere Arbeit im Ramadan am besten zu verzichten, um den Körper bestmöglich zu schonen. Auch sportliche Aktivitäten sollten sich am besten in Grenzen halten, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Um dennoch in Bewegung zu bleiben, eignen sich lange Spaziergänge an der frischen Luft oder sanfte Gymnastik.

Aktualisiert: 03.06.2015 – Autor: Sabrina Haas

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