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Krebs und Ernährung - 11 Tipps

Wussten Sie, dass...

...der persönliche Lebensstil und Umweltfaktoren die Entstehung von Krebs viel stärker beeinflussen als die Vererbung? Konkret heisst das: An Krebs zu erkranken kann, muss aber nicht Schicksal sein. ... sich rund die Hälfte aller Krebsfälle mit einer wirksamen Vorsorge verhindern liesse? Das Rezept dafür ist denkbar einfach: nicht rauchen, sich genügend bewegen und gesund essen. ... eine ausgewogene, vorwiegend vegetarische Ernährung nicht nur vor Magen- und Darmkrebs schützt? Sie wirkt auch vorbeugend gegen andere Krebsarten, so zum Beispiel gegen Brust-, Lungen-, Prostata- und Gebärmutterkrebs. Indem Sie gesund essen, leisten Sie einen wertvollen Beitrag an Ihre persönliche Krebsvorsorge und können Ihr Leben länger geniessen.

Tipp 1: Ausgewogen essen

Ein wichtiger Schlüssel zur Gesundheit ist eine ausgewogene, vorwiegend vegetarische Ernährung. Entscheidend dabei ist die richtige Mischung. Das heisst: mehr Gemüse und Früchte, weniger Fleisch und tierische Fette - und viel Abwechslung. Abwechslung macht das Essen nicht nur spannender. Sie ist auch die beste Gewähr, dass Sie genügend von allen Schutzstoffen bekommen, die in den verschiedenen Lebensmitteln stecken.

Tipp 2: Übergewicht abbauen

Übergewichtige tragen doppelt schwer. Denn mit den überschüssigen Pfunden steigt auch das Krebsrisiko. Auf radikale Blitzdiäten sollten Sie trotzdem verzichten. Zu oft enden sie erfolglos. Man nimmt zwar schnell ab, nachher aber noch mehr zu. Leider gibt es kein Patentrezept, um Übergewicht loszuwerden. Am besten ist es, schlechte Essgewohnheiten abzulegen und dann langsam, aber stetig abzunehmen - bis Sie Ihr Wohlfühlgewicht erreicht haben.

Tipp 3: Mehr Gemüse und Früchte

Früchte und Gemüse bilden den Kern einer gesunden Ernährung. Sie halten die Verdauung in Schwung und enthalten zahlreiche Substanzen, die vor Krebs schützen. Ideal sind täglich 400 bis 800 Gramm. Dies entspricht fünf Portionen. Die Schutzwirkung von Gemüse und Früchten geht auf verschiedene Inhaltsstoffe zurück: auf Vitamine, Mineralstoffe, so genannte sekundäre Pflanzenstoffe und Nahrungsfasern. Aber nicht die einzelnen Bestandteile, sondern erst das komplizierte Zusammenspiel der Stoffe, wie sie in der Natur vorkommen, fördert die Gesundheit nachhaltig.

Tipp 4: Mehr Brot, Reis, Kartoffeln und Teigwaren

Den Krebsschutz erhöhen auch die anderen pflanzlichen Lebensmittel. Täglich 600 bis 800 Gramm Brot, Reis, Kartoffeln, Teigwaren und Hülsenfrüchte sind ideal. Vollkornprodukte bewirken in der Regel mehr. Denn bei jedem Verarbeitungsschritt besteht die Gefahr, dass wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen. So zum Beispiel beim Getreide: Ruch-, Halbweiss- und Weissmehl enthalten nur noch einen Bruchteil der Substanzen, die Vollkornmehl so gesund machen.

Tipp 5: Weniger Fleisch

Wer weniger Fleisch isst, erspart sich unnötige Kalorien und leistet einen Beitrag an seine Krebsvorsorge. Mehr als einmal 80 Gramm am Tag sind bereits zu viel. Wer anstelle von Schweine-, Rind- oder Lammfleisch öfter Frischfisch und Geflügel wählt, Fett wegschneidet und pro Woche zwei oder drei fleischlose Tage einschaltet, kann sein Krebsrisiko eindämmen. Generell sollten Sie die fettärmeren Sorten bevorzugen und bei Wurstwaren, Schinken, Speck und Salami Zurückhaltung üben.

Tipp 6: Pflanzenfette bevorzugen

Aus Sicht der Krebsprävention macht die Mittelmeerküche genau das Richtige. Sie bevorzugt die gesünderen Pflanzenfette. Die Empfehlung: pro Tag nicht mehr als je zwei Kaffeelöffel Pflanzenöl (Rapsöl, Olivenöl), Bratfett (Olivenöl, Erdnussöl) und Streichfett (Butter). Einmal Paniertes und Frittiertes pro Woche sollte reichen. Nicht ganz unproblematisch sind Süssigkeiten, die grosse Mengen versteckter Fette bergen, sowie jene Fertigprodukte, die viele gesättigte Fettsäuren enthalten. Sie verstecken sich hinter der Bezeichnung "Pflanzenfette - teilweise gehärtet".

Tipp 7: Weniger Alkohol

Vieltrinker leben länger - solange sie sich an Wasser und wenig gesüsste Früchte- oder Kräutertees halten. Anderthalb bis zwei Liter pro Tag sind gesund. Im Sommer, bei Fieber, Durchfall und wenn Sie körperlich aktiv sind, brauchen Sie aber deutlich mehr Flüssigkeit. Alkohol dagegen kann nicht nur Hirn und Leber schaden, sondern stellt auch ein Krebsrisiko dar. Wer nicht ganz verzichten will, sollte seinen Konsum zumindest einschränken.

Tipp 8: Schonend zubereiten

Mit einer schonenden Zubereitung lassen sich unnötige Risiken vermeiden. Die Lebensmittel behalten ihre Nähr- und Schutzstoffe, Krebs erregende Stoffe können gar nicht erst entstehen. Selbst beim Grillieren geht das: das Grillgut nicht zu nah über das Feuer halten, nichts anbrennen lassen und - dazu viel Salat und Gemüse essen. Schränken Sie auch Ihren Salzkonsum ein. Am einfachsten geht das, wenn Sie weniger gesalzene Nüsse, Pommes Chips, salziges Apérogebäck, Käse, Schinken, Speck, Wurstwaren, gesalzene Fische, Fertigsaucen und -suppen essen. Denn drei Viertel unseres Salzkonsums stammt aus Fertigprodukten.

Tipp 9: Sorgfältig aufbewahren

Richtig aufbewahrt behalten Lebensmittel ihren Nährwert länger und entwickeln keine Krebs erregenden Stoffe. Die wichtigsten Regeln sind: beim Einkaufen die Kühlkette nicht unterbrechen; leicht verderbliche Frischwaren richtig verpackt im Kühlschrank lagern; die übrigen Lebensmittel kühl und im Dunkeln. Hauptsache aber ist, Sie entsorgen Angeschimmeltes, Verfaultes sowie ranzige Fette und Öle.

Tipp 10: Auch ohne Zusätze gesund

Vitamin- und Mineralstofftabletten sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung. Wer ausgewogen und abwechslungsreich isst, kann auf sie verzichten. Aufgrund der bisherigen Forschungsresultate lassen sich keine sicheren Empfehlungen für Vitamin- und Mineralstoffpräparate geben. Denn es ist nicht klar, welche Mengen in welcher Zusammensetzung nötig sind, um das Krebsrisiko einzudämmen.

Tipp 11: Nicht rauchen

Last but not least: Rauchen schadet Ihrer Gesundheit und ist - entgegen allen Beteuerungen der Tabakindustrie - für rund einen Drittel aller Krebsfälle verantwortlich. Falls Sie rauchen, gibts nur eins: Aufhören! Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt, einer Vertrauensärztin oder einer Fachstelle beraten.

Aktualisiert: 08.09.2010 – Autor: Schweizerische Krebsliga (SKL) / Schweizerische Vereinigung für Ernährung (SVE)

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