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Arganöl – das exklusivste Öl der Welt

Arganöl © pixabay/Stefan Schweihofer

Der Arganbaum wächst nur an einem Ort der Welt: im Südwesten Marokkos. Seit Urzeiten gewinnen Berberfrauen aus rund 30 Kilo Früchten der Arganbäume in 12 Stunden mühsamer Arbeit einen Liter des kostbaren Öls. Verwendung findet Arganöl in der gehobenen Küche, aber auch in Medizin und Kosmetik. Wir informieren Sie über Wirkung und Herstellung von Arganöl und geben Tipps zur Verwendung.

Was ist Arganöl?

Im Gegensatz zur Olive kann das Öl des Arganbaumes nicht aus der Frucht gepresst werden – jeder Versuch bleibt erfolglos. Aus diesem Grund werden die Argankerne gesammelt und in wahrer Knochenarbeit zu Öl verarbeitet.

Schon das Ernten der Früchte ist nicht einfach, da die Bäume ein sehr sprödes Holz haben und mit Dornen versehen sind. Die Berber warten deshalb, bis die Früchte von den Bäumen fallen. Bisweilen kursiert unter Touristen auch ein Gerücht, dass sie ihre Ziegen, die die Früchte fressen, in die Bäume treiben, und – nachdem diese die Kerne wieder unversehrt ausgeschieden haben – die Samen einsammeln und aufschlagen würden. Dafür spricht der typische Geruch: Arganöl riecht manchmal leicht "muffig" nach Ziege. Je nach Produkt kann dieser Geruch aber unterschiedlich stark ausgeprägt oder überdeckt sein.

In jeder Frucht stecken zwei bis drei Mandeln, die traditionell geröstet werden, um den Geschmack zu verfeinern. Anschließend werden sie von Hand gemahlen und mithilfe von abgekochtem Wasser geknetet. Erst aus diesem Brei wird dann das Arganöl gepresst.

Moderne Herstellung von Arganöl

In einem modernen Herstellungsverfahren wird Arganöl auch maschinell hergestellt. Dabei wird der Kontakt mit Wasser vermieden und die Argansamen werden nicht geröstet. Das maschinell erstellte Arganöl wird in Deutschland unter der Bezeichnung "kaltgepresst" vertrieben. Trotz moderner Technik wird die klassische Herstellung von Arganöl wieder populärer; nicht zuletzt weil ganze Familien von der mühsamen Produktion in Handarbeit leben.

Sowohl das in Marokko auf klassische Weise als auch das maschinell hergestellte Arganöl entsprechen den EU-Richtlinien für Qualität und Hygiene und erlauben auch die schonende Herstellung von Bio-Arganöl; zudem hat das Herstellungsverfahren von Arganöl keine Auswirkungen auf dessen Stabilität oder Haltbarkeit.

Arganöl in der Gastronomie

Sowohl für den direkten Genuss als auch für die Verwendung in der Küche eignen sich gleichermaßen kaltgepresstes und klassisch hergestelltes Arganöl. Arganöl ist ein Gourmet-Speiseöl für die anspruchsvollste Gastronomie. Die Starköche erkannten schnell: Arganöl spielt in der gleichen Liga wie Trüffel oder Kaviar. Das spiegelt sich auch im Preis des Öles wieder: Ein Liter kostet um die 60 Euro.

Als Speiseöl verleiht Arganöl Salaten, Gemüse-, Fisch- und Fleischgerichten eine raffinierte Geschmacksnote und ist aufgrund seiner natürlichen Zusammensetzung äußerst gesund.

Arganöl für Haut und Haare

Für die Kosmetik wird meist kaltgepresstes Arganöl verwendet. Arganöl hat eine vorzügliche Wirkung als Pflegemittel für Haut und Haare. Es beruhigt durch seine hochwertigen Inhaltsstoffe geschädigte, empfindliche sowie unreine Haut. Arganöl wirkt zudem feuchtigkeitsspendend und beugt damit der Austrocknung und Hautalterung vor. Das Öl des Arganbaumes hilft auch dem Haar und eignet sich besonders zur Haarpflege bei sprödem, trockenem Haar.

Wirkung und Verwendung in der Medizin

Arganöl ist aber nicht nur wohlschmeckend, sondern auch sehr gesund. Der Grund: Arganöl unterscheidet sich von vielen anderen Ölen durch seine wertvollen Inhaltsstoffe. So besitzt das Öl mit die höchste Konzentration an essentiellen Fettsäuren (über 80 Prozent) – hauptsächlich Linolsäure und Oleinsäure.

Des Weiteren findet sich ein hoher Anteil natürlicher Antioxidantien zum Schutz vor schädlichen freien Radikalen. So ist Arganöl ungewöhnlich reich an Alpha-Tokopherol, das die stärkste Vitamin E- Aktivität besitzt. Von besonderem Interesse sind für Wissenschaftler die im Arganöl enthaltenen Sterole, wie Schottenol und auch Spinasterol.

Die Berber Marokkos setzen das Öl schon lange für medizinische Zwecke ein, so zum Beispiel zur Behandlung von Magen- und Darmproblemen, Herz- und Kreislaufschwierigkeiten aber auch bei Sonnenbrand oder zur Desinfektion von Wunden. Die traditionelle Medizin kennt die Anwendung von Arganöl bei Akne, Windpocken, Neurodermitis, Rheuma, Gelenkschmerzen und Hämorrhoiden.

Der Arganbaum

Der Arganbaum (lateinisch: Argania spinosa) ist einer der ältesten Bäume der Welt und vom Aussterben bedroht. Da er nur noch in Marokko wächst und wegen der existentiellen Bedeutung für die Menschen der Region, hat die UNESCO das Gebiet inzwischen zu einem Biosphärenreservat erklärt. Der Arganbaum ist für die Bewohner der "Baum des Lebens". Er versorgt die Menschen mit Bauholz, Brennstoff, Nahrung und dem Arganöl, das als eines der wertvollsten Nahrungsmittel der Welt gilt.

Quellen und weitere Informationen

Aktualisiert: 08.05.2020 – Autor: Mogador; überarbeitet: Daniela Heinisch

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