Rapsöl: Gesundes Pflanzenöl

Raps-Anbau für Rapsöl © HansLinde

Rapsöl wird ebenso wie Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Kokosöl aus pflanzlichen Produkten gewonnen und zählt deswegen zur Gruppe der Pflanzenöle. Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren und weist zudem ein besonders günstiges Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren auf. Deswegen gilt Rapsöl als äußerst gesund. In der Küche kann es sowohl zum Braten als auch zum Backen verwendet werden.

Rapsöl – ein Pflanzenöl

Rapsöl wird hauptsächlich aus Rapssamen gewonnen. Allerdings wird nur ein kleiner Teil der Samen für die Herstellung von Speiseöl verwendet. Der weitaus größere Teil wird für die Produktion von Biokraftstoffen benötigt. Dabei werden die Rapssamen zu Pflanzenöl-Kraftstoff, deutlich häufiger jedoch zu Biodiesel weiterverarbeitet.

Neben Biokraftstoffen ist Rapsöl aber noch in vielen anderen Produkten enthalten: Unter anderem steckt es in

  • Pflanzenschutzmitteln
  • Futtermitteln
  • Motor- und Schmierölen
  • Lösungsmitteln 
  • Lacken und Farben

Zudem wird es in der medizinischen Industrie für die Herstellung von Salben verwendet.

Raffiniertes und kaltgepresstes Öl

Rapsöl kann durch zwei verschiedene Verfahren gewonnen werden: Zum einen durch Heißpressung (Raffination) und zum anderen durch Kaltpressung. Für die Herstellung des Öls werden lediglich die gelben Kerne der Frucht verwendet. Die schwarze Schale wird entfernt, damit keine Bitterstoffe in das Öl gelangen können.

Kaltgepresstes Rapsöl hat gegenüber raffinierten Sorten den Vorteil, dass es mehr Vitamine, Karotinoide und andere Fettbegleitstoffe enthält. Diese Fettbegleitstoffe verhindern die Entstehung von schädlichen Fettabbauprodukten, indem sie die Oxidation der ungesättigten Fettsäuren hemmen.

Ist Rapsöl gesund?

Ursprünglich wurde Rapsöl nur für technische Zwecke verwendet. Erst nachdem Rapssorten mit einem geringeren Bitterstoffgehalt gezüchtet wurden, konnte das Öl auch für die Produktion von Speiseölen und Speisefetten benutzt werden.

Heute weiß man, dass Rapsöl ernährungsphysiologisch äußerst wertvoll ist, da es viele ungesättigte Fettsäuren besitzt und kaum Cholesterin enthält. In diesem Punkt unterscheidet sich das pflanzliche Öl deutlich von tierischen Fetten wie Butter. Diese enthalten nämlich meist viele gesättigte Fettsäuren und sind zudem weniger cholesterinarm.

Neben ungesättigten Fettsäuren ist Rapsöl außerdem reich an Vitamin E und Karotinoiden. Vitamin E ist ein wichtiger Radikalfänger, der unsere Zellen vor Schädigungen durch freie Radikale schützt. Auch Karotinoide fungieren im Körper als Antioxidantien und fangen freie Radikale ab. Dadurch lassen sich Alterungsprozesse verlangsamen und es kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt werden.

Warum ist Rapsöl schädlich?

Trotz aller positiven Effekte kann Rapsöl möglicherweise auch schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Eine Studie aus dem Jahr 2017 weist darauf hin, dass sich Rapsöl negativ auf die Gedächtnisleistung auswirken könnte. In einem Tierversuch sank die Gedächtnisleistung von Mäusen unter einer Rapsöl-Diät signifikant.

Im Gehirn der Tiere fanden die Forscher außerdem eine erhöhte Zahl an Peptiden, welche im Verdacht stehen, die Entstehung von Alzheimer zu fördern.

Ungesättigte Fettsäuren sind wertvoll

Rapsöl besteht zu 50 bis 60 Prozent aus einfach ungesättigten und zu 25 bis 30 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Damit liefert es zwar weniger einfach ungesättigte Fettsäuren als Olivenöl, enthält dafür einen höheren Prozentsatz an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren sind in Rapsöl – ganz im Gegensatz zu tierischen Fetten – kaum enthalten.

Ungesättigte Fettsäuren sind für den menschlichen Körper sehr wichtig: Sie senken nämlich den Spiegel des ungünstigen LDL-Cholesterins im Blut und wirken sich positiv auf unser Herz-Kreislauf-System aus. Einige mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind für den Körper essentiell, das heißt er kann sie nicht selbst herstellen, sondern muss sie über die Nahrung aufnehmen.

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Zu den essentiellen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehören Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Für uns Menschen ist vor allem das Verhältnis, in dem die beiden Fettsäuren zueinander stehen, entscheidend. Denn nehmen wir zu viele Omega-6-Fettsäuren auf, kann sich dies negativ auf den Cholesterinspiegel auswirken. Ein Verhältnis von 2:1 von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren – wie es im Rapsöl vorliegt – ist für den Menschen ideal.

Die Verteilung der Fettsäuren ist sowohl in kaltgepresstem als auch in raffiniertem Rapsöl äußerst günstig. So lässt sich mit einem Esslöffel des Öls bereits ein Großteil des täglichen Bedarfs an Omega-3-Fettsäuren decken. Daneben sind außerdem Fischsorten wie Makrele, Lachs oder Hering gute Omega-3-Fettsäure-Lieferanten. Deswegen sollte Fisch möglichst ein- bis zweimal pro Woche bei Ihnen auf dem Speiseplan stehen.

Rapsöl zum Braten und Backen

Rapsöl ist aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe sehr für den Gebrauch in der Küche zu empfehlen. Je nach Verwendungszweck können Sie entweder zu kaltgepresstem oder zu raffiniertem Öl greifen. Zum Backen und Braten wird häufiger raffiniertes Rapsöl verwendet, da es fast keinen Eigengeschmack hat und sehr hitzestabil ist.

Kaltgepresstes Rapsöl eignet sich dagegen eher für die Zubereitung von Salaten oder Dips – vorausgesetzt, dass Sie den charakteristischen, nussig-saatigen Eigengeschmack des Öls mögen.

Zum Erhitzen ist kaltgepresstes Rapsöl dagegen weniger geeignet, da die im Öl enthaltenen mehrfach gesättigten Fettsäuren dabei zersetzt werden können. Diese sind aufgrund ihrer Doppelbindungen empfindlich gegenüber Sauerstoff und hohen Temperaturen. Durch die Zersetzung verlieren die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren nicht nur ihre gesunde Wirkung, es besteht auch das Risiko der Entstehung von potenziell gesundheitsschädlichen Transfettsäuren.

Rapsöl ist relativ lange haltbar, nach dem Anbruch können Sie es in der Regel mehrere Monate lang verwenden. Um die Haltbarkeit zu verlängern, sollten Sie das Öl möglichst dunkel und kühl lagern.

Aktualisiert: 25.01.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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