Lakritze als Süßigkeit

Niemand weiß genau, wann und wie das "braune Gold" nach Europa gelangte und wie aus ihm eine geschätzte Nascherei wurde. In Pontefract, einer nordenglischen Festungsstadt, wurde jedenfalls die Süßholzwurzel schon ab dem 15. Jahrhundert kultiviert – vielleicht brachten die Dominikanermönche den Strauch aus dem Mittelmeerraum mit. Die Sträucher bildeten in Großbritannien zwar keine Blüten, aber es war ja die Wurzel, auf die es ankam.

Fakten über Lakritze

Seit Anfang des 17. Jahrhunderts ist in Pontefract der "Lakritz-Taler" dokumentiert, der zu medizinisch-therapeutischen Zwecken eingesetzt wurde. Und 1760 mischte der Apotheker George Dunhill den Talern dort Zucker bei und proklamierte die Erfindung der Süßigkeit für sich.

Vielleicht gelangte Süßholz jedoch auch mit anderen Kolonialwaren nach Mitteleuropa – dass sie auch heute noch besonders in Regionen in der Nähe des Meeres verbreitet ist, spricht für diese Theorie. Weltmeister im Verbrauch von Lakritze sind übrigens die Niederländer – durchschnittlich zwei Kilogramm wird dort pro Person jährlich verspeist, zehnmal so viel wie in Deutschland.

Die Lakritze in Deutschland

Die Variationsbreite und Zubereitungsart ist sehr vielfältig, der Geschmack variiert von herb oder mild-süß zu salzig bis zum starken Aroma von Ammoniumchlorid (Salmiak). Übersteigt dessen Gehalt zwei Prozent, muss die Lakritzware einen Warnhinweis enthalten ("Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz", beziehungsweise ab 4,5 Prozent "Extra stark, Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz").

Lakritze aus Deutschland enthält mindestens fünf Prozent getrockneten Extrakt, der aus verschiedenen Süßholzarten gewonnen werden kann. Weiterhin können der Lakritzmasse Zucker, Glukosesirup, Stärke, Gelatine, Salz, verschiedene Aromen und Zuckercoleur beigemengt werden.

Vorsicht beim Verzehr von Lakritze

So gut Lakritze vielen Menschen schmeckt – bei dieser Süßigkeit ist Achtsamkeit geboten. Beim Abbau von Glycyrrhizin entsteht Glycyrrhetinsäure, die ein Enzym des hormonell gesteuerten Mineralstoffhaushaltes hemmt. Es kann so zu Natriumanreicherung und Kaliumverlusten kommen. Mögliche Folgen sind:

  • erhöhter Blutdruck
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Muskelschwäche

Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin rät zur Einschränkung des Lakritzkonsums – als Grenzwert für den täglichen Verzehr von Glycyrrhizin gelten 100 Milligramm. Doch immer wieder werden in Deutschland Lakritzerzeugnisse gefunden, die mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin pro 100 Gramm enthalten, vor allem bei importierten Waren. Werden davon dann regelmäßig mehr als 50 Gramm pro Tag verzehrt, kann das zu Nebenwirkungen führen. Das gilt besonders für Personen mit Bluthochdruck, Herz- Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sowie für Schwangere.

Aktualisiert: 07.08.2017 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?