Mangelerscheinungen erkennen – typische Symptome bei Nährstoffmangel

Ein Nährstoffmangel kann sich durch unterschiedliche Symptome äußern. Zu den typischen Anzeichen eines Vitamin- oder Mineralstoffmangels gehören beispielsweise Haarausfall, Müdigkeit oder trockene Haut. Aber auch eingerissene Mundwinkel oder Zungenbrennen können auf einen Vitaminmangel hindeuten. Mögliche Ursachen eines Nährstoffmangels sind eine unausgewogene Ernährung, eine vegetarische oder vegane Lebensweise oder ein erhöhter Nährstoffbedarf, etwa in der Schwangerschaft. In der folgenden Fotostrecke erfahren Sie, an welchen Anzeichen Sie einen Nährstoffmangel erkennen.

Besteht bei Ihnen der Verdacht auf eine Unterversorgung mit Nährstoffen, sollten Sie dies anhand Ihrer Blutwerte abklären zu lassen. Bei der ärztlichen Untersuchung kann festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um Mangelerscheinungen handelt oder möglicherweise andere Ursachen, wie Krankheiten oder Nebenwirkungen von Medikamenten, den Beschwerden zugrunde liegen.

Normalerweise lässt sich ein Nährstoffmangel durch die Ernährung oder die Einnahme entsprechender Präparate ausgleichen. Um eine Überdosierung von Nahrungsergänzungsmitteln zu vermeiden, sollten diese jedoch nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden.

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Haarausfall und geschädigte Haare als Mangelerscheinung

Frau mit Haarausfall zieht Haare aus Bürste © Getty Images/Doucefleur
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Stumpfe, brüchige Haare und Haarausfall können unterschiedliche Auslöser haben. Neben Stress und hormonellen Ursachen zählt zu den möglichen Gründen auch ein Nährstoffmangel. Insbesondere ein Mangel an Zink, Eisen, Magnesium oder Kupfer kann ausfallende Haare zur Folge haben.

Doch auch ein Vitaminmangel kann dahinterstecken. Hier sind besonders Vitamin A, Vitamin B12 und Biotin zu nennen. Ebenso kann ein Vitamin-C-Mangel für geschädigte Haare und Haarausfall verantwortlich sein. Da Eiweiß bei der Haarproduktion darüber hinaus eine wichtige Rolle spielt, sollte auch ein Eiweißmangel als Auslöser für dünne Haare und Haarausfall in Betracht gezogen werden.

Müdigkeit als Folge von Nährstoffmangel

Müde Frau gähnt © Getty Images/IAN HOOTON/SCIENCE PHOTO LIBRARY
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Ständige Müdigkeit, Erschöpfung und Abgeschlagenheit können auf einen Nährstoffmangel hindeuten. Müdigkeit gilt als typisches Symptom eines Eisenmangels, aber auch ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure kann dahinterstecken. Vor allem Frauen sind infolge ihrer Periode häufig von einem Eisenmangel betroffen. Doch auch eine vegetarische oder vegane Lebensweise kann einen Mangel an Eisen und Vitamin B12 begünstigen.

Schrunden: trockene Haut und eingerissene Mundwinkel

Frau hat eingerissene Mundwinkel © Getty Images/Srisakorn
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Schrunden sind kleine Risse in der Haut, die beispielsweise an den Ellenbogen und Fersen entstehen können. Mitunter kommt es zudem zu Schrunden an den Fingern und Fingerkuppen oder die Haut schält sich an den Händen sogar etwas ab. Aber auch eingerissene Mundwinkel (Rhagaden) werden umgangssprachlich als Schrunden bezeichnet. Rissige, trockene Haut ist stets ein Anzeichen dafür, dass es der Haut an Elastizität oder Feuchtigkeit mangelt.

Oft steckt ein Vitaminmangel hinter den Beschwerden, denn an der Zellregeneration ist eine Reihe unterschiedlicher Vitamine beteiligt. Schrunden sind daher eine mögliche Mangelerscheinung bei einem Mangel an Vitamin A, Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin B3 (Niacin), Vitamin B6 (Pyridoxin), Vitamin C, Vitamin E oder Vitamin H (Biotin). Ebenfalls wichtig für eine gesunde Haut sind außerdem die Nährstoffe Zink und Eisen sowie Omega-3-Fettsäuren.

Zungenbrennen und Risse in der Zunge

Risse in der Zunge © shutterstock, Galyna Myroniuk
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Oft lässt sich ein Vitaminmangel oder ein anderer Nährstoffmangel auch an der Zunge erkennen. Mögliche Anzeichen sind Zungenbrennen, eine Verfärbung oder Risse in der Zunge. Während eine auffallend rote Zunge (Himbeerzunge) unter anderem auf einen Vitamin-B12-Mangel hindeuten kann, kann grauer Zungenbelag bei einem Eisenmangel auftreten. Sowohl ein Mangel an Eisen als auch an Vitamin B12 kann darüber hinaus Zungenbrennen verursachen – ebenso wie ein Mangel an Vitamin B6, Vitamin C oder Folsäure. Dagegen können Risse in der Zunge durch einen Biotinmangel verursacht werden.

Kribbeln im Körper als Symptom eines Mangels

Frau hält kribbelnde Hand © Getty Images/spukkato
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Taubheitsgefühle oder "Ameisenlaufen" in den Händen und Füßen oder Kribbeln im ganzen Körper können auf Nervenschädigungen hindeuten und sollten stets ärztlich abgeklärt werden. Eine mögliche Ursache ist ein Vitamin-B-12-Mangel. Auch ein Magnesiummangel kann für ein kribbelndes Gefühl verantwortlich sein.

Brüchige Nägel und weiße Flecken

Brüchige Nägel mit weiße Flecken © Getty Images/Vitalii Bezverkhii
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Brüchige Fuß- und Fingernägel können eine Mangelerscheinung darstellen. Mögliche Ursachen sind unter anderem ein Mangel an Vitamin A, Vitamin B (insbesondere Vitamin B12 und Folsäure), Vitamin C, Vitamin D oder Biotin. Ebenso kann zu viel Vitamin A für splitternde Nägel verantwortlich sein. Auch eine Unterversorgung mit Kalzium, Magnesium oder Eisen kann brüchige Nägel verursachen.

Ein Zinkmangel kann darüber hinaus zu den sogenannten Beau-Reil-Querfurchen der Nägel führen, während eine braune Verfärbung der Nägel auf einen Vitamin-B12-Mangel hindeuten kann.

Weiße Flecken auf den Fingernägeln werden oft mit einem Kalziummangel in Verbindung gebracht. Entgegen der landläufigen Meinung steckt jedoch kein Mineralstoffmangel dahinter, sondern meist eine Verletzung der Nagelwurzel, etwa im Zuge einer etwas zu rabiaten Nagelpflege.

Konzentrationsprobleme als Mangelerscheinung

Mann hat Konzentrationsprobleme © Getty Images/Maskot
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Probleme dabei, sich zu konzentrieren, können viele verschiedene Gründe haben. Eine mögliche Erklärung ist ein Nährstoffmangel. Zu den infrage kommenden Auslösern gehören ein Mangel an Vitamin D, Eisen, Vitamin B12 oder Magnesium. Zudem kann eine zu geringe Zufuhr an Kohlenhydraten zu Blutzuckerschwankungen und in der Folge zu einem Leistungsabfall mit Konzentrationsstörungen führen.

Muskelschwäche bei Nährstoffmangel

Frau mit Muskelschwäche hält ihren Arm © Getty Images/Suriyawut Suriya
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Der Begriff Muskelschwäche wird verwendet, wenn die Muskulatur außergewöhnlich schnell ermüdet. Hinter dem Symptom können zahlreiche Erkrankungen stecken, doch es kann sich auch um eine Mangelerscheinung handeln. Zu den möglichen Ursachen zählen ein Vitamin-D-Mangel sowie ein Proteinmangel, also ein Mangel ein Eiweiß. Ein solcher kann insbesondere infolge einer Mangelernährung oder einer unausgewogenen Ernährung auftreten. Viel Sport und eine vegane Ernährungsweise können das Risiko für einen Eiweißmangel erhöhen, auch bei älteren Menschen ist er häufiger zu beobachten.

Nachtblindheit: Zeichen eines Vitaminmangels

Frau mit Nachtblindheit fährt nachts Auto © Getty Images/Timo Günthner / EyeEm
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Nachtblindheit führt dazu, dass Betroffene nachts und in der Dämmerung Schwierigkeiten beim Sehen haben, während das Sehen tagsüber nicht beeinträchtigt ist. Das kann verschiedene Gründe haben. Eine mögliche, wenn auch in Europa seltene, Ursache ist ein schwerer Vitamin-A-Mangel. Oft treten dann gleichzeitig Probleme beim Farbensehen sowie Augentrockenheit auf. Auch ein starker Zinkmangel kann hinter einer Nachtblindheit stecken, da das Spurenelement den Vitamin-A-Stoffwechsel beeinflusst.

Herzstolpern – mögliches Symptom eines Mangels

Frau mit Herzstolpern fasst sich an Brust © Getty Images/boonchai wedmakawand
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Der Rhythmus unseres Herzschlags wird unter anderem durch die beiden Mineralien Kalium und Magnesium beeinflusst. Sind diese beiden Nährstoffe nicht im Gleichgewicht, kann es zu sogenannten Extrasystolen kommen, also Extraschlägen, die in der Regel harmlos sind. Insbesondere bei einer vorliegenden Herzerkrankung kann ein solches Herzstolpern aber zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen. Daher sollte der Verdacht auf einen Kaliummangel oder Magnesiummangel ärztlich abgeklärt werden.

Darüber hinaus kann ein Mangel an Eisen oder Folsäure spürbares Herzklopfen zur Folge haben.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
E50.- – E64.-

Aktualisiert: 05.10.2021 - Autor: Silke Hamann, Medizinredakteurin