Kaliummangel: Symptome, Ursachen & Tipps

Mann mit Symptomen von Kaliummangel © iStock.com/AVAVA

Wie entsteht Kaliummangel? Kalium ist ein wichtiger Mineralstoff, der im Körper für den Flüssigkeitshaushalt und die Weiterleitung von elektrischen Impulsen an Nerven- und Muskelzellen eine wichtige Rolle spielt. Dabei wird der Kaliumspiegel vom Körper genau geregelt. Die benötigte Menge an Kalium wird aus der Nahrung gezogen und was zu viel ist, wird einfach ausgeschieden. Aus verschiedenen Gründen kann dennoch ein Kaliummangel im Blut entstehen, was mitunter sogar lebensgefährlich werden kann. Lesen Sie hier, wie Sie die Symptome und Anzeichen eines Mangels erkennen, welche Ursachen dahinterstecken können und was zu tun ist, wenn der Kaliumwert zu niedrig ist.

Ursachen von Kaliummangel

Ein Kaliummangel (Kaliumdefizit, Hypokaliämie) liegt dann vor, wenn der Kaliumspiegel im Blut zu niedrig ist. Das kann verschiedene Ursachen haben:

  • eine zu geringe Aufnahme von Kalium über die Nahrung
  • ein zu starker Verlust von Kalium
  • eine Umverteilung innerhalb des Körpers

In der Regel ist durch eine normale Ernährung eine ausreichende Versorgung mit Kalium im Körper gewährleistet, da Kalium in sehr vielen Lebensmitteln enthalten ist. Bei Magen-Darm-Beschwerden mit starkem Erbrechen oder Durchfall, beim Fasten sowie bei der Einnahme von Abführmitteln oder von Diuretika (Wassertabletten beziehungsweise Entwässerungstabletten) über eine längere Zeitspanne kann es jedoch zu einem Kaliummangel im Blut kommen. Insbesondere Entwässerungstabletten sind eine häufige Ursache, da sie die Ausschwemmung über die Nieren und den Urin begünstigen. Aber auch andere Medikamente, wie Kortikosteroide oder bestimmte Antibiotika, können die Ausscheidung von Kalium erhöhen.

Auch bei überhöhtem Salzkonsum, dem Verzehr von zu viel Lakritz sowie Alkoholmissbrauch, starkem Schwitzen, Magnesiummangel und mangelnder Flüssigkeitszufuhr kann es sein, dass der Kaliumspiegel im Körper abfällt. Daher sind besonders häufig Sportler*innen, Frauen in den Wechseljahren (aufgrund der Hitzewallungen und Schweißausbrüche), ältere Menschen und Personen mit Bulimie von Kaliummangel betroffen.

Darüber hinaus können verschiedene Krankheiten Ursache eines Kaliummangels sein. Dazu gehören Hormonstörungen wie das Cushing-Syndrom oder der Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom), Fisteln im Darm oder auch ein akutes Nierenversagen. Eine Alkalose kann durch den Anstieg des Blut-pH-Wertes zu einer Umverteilung des Kaliums im Körper führen, dieses gelangt dann vom Blutserum ins Innere der Zellen. Doch auch Stress oder die Gabe von Insulin können eine solche Umverteilung bewirken.

Wann liegt ein Kaliummangel vor?

Von einem Kaliummangel spricht man bei Erwachsenen ab einem Blutwert unter 3,6 mmol/l (Millimol pro Liter) im Serum, was durch einen Bluttest festgestellt werden kann. Kaliummangelerscheinungen treten erst bei einem deutlichen Mangel auf: Eine schwere Hypokaliämie liegt ab einem Wert von unter 2,5 mmol/l vor.

Kaliummangel: Symptome und Anzeichen

Die Anzeichen eines Kaliummangel sind bei Frauen die gleichen wie bei Männern. Ein Mangel an Kalium im Körper äußert sich durch recht allgemeine Symptome wie:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel und Sehstörungen
  • Übelkeit und Appetitlosigkeit
  • dunkle Augenringe

Auffälligere Symptome sind:

  • Verstopfung bis hin zum Darmverschluss
  • Muskelkrämpfe, -schmerzen oder Muskelschwäche
  • Lähmungserscheinungen oder Kribbeln in den Gliedmaßen
  • Kreislaufprobleme

Die wichtigsten Funktionen von Kalium im Körper sind die Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes, des Blutdrucks und des Magen-Darm-Traktes sowie die Beteiligung an der Muskel- und Nervenfunktion. Wenn also in diesen Bereichen Beschwerden auftreten, kann dies auf einen Kaliummangel hindeuten. Mögliche Folgen für die Psyche sind zudem Verwirrtheit, Nervosität, Teilnahmslosigkeit oder Angstzustände.

Gefährlich wird es, wenn der Kaliummangel Folgen für die Funktion des Herzmuskels hat und so zu Herzrhythmusstörungen oder Kammerflimmern führt. Dann kann eine Hypokaliämie sogar tödlich sein. Veränderungen im EKG können auf einen Kaliummangel hinweisen.

Kaliummangel ausgleichen: Was essen?

Um einen leichten Kaliummangel ausgleichen zu können, bedarf es in der Regel nicht viel Aufwand. Betroffene sollten bevorzugt stark kaliumhaltige Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Trockenobst, Avocados, Bananen, Kartoffeln und Nüsse essen, um den Kaliumspiegel im Körper anzuheben. In welchen Lebensmitteln viel Kalium enthalten ist, lesen Sie hier.

Ein einfacher Weg, eine größere Menge an Kalium zu sich zu nehmen, ist das lange Kochen von Kartoffeln oder Hülsenfrüchten. Kalium ist nämlich wasserlöslich und verbleibt daher im Kochwasser. Dieses kann nach dem Kochen aufgehoben und später als Grundlage für eine Suppe oder Soße verwendet werden – und dabei gleichzeitig den Kaliummangel beheben.

Was tun bei starkem Kaliummangel?

Kalium-Präparate sollten nur auf ärztliche Anweisung eingenommen werden. Denn Tabletten und andere Nahrungsergänzungsmittel können schnell zu einer versehentlichen Überdosierung führen, die ebenfalls erhebliche Folgen für die Gesundheit haben kann. Medikamente zum Beheben eines starken Kaliummangels sind Kaliumsalze (Kaliumchlorid), welche auch intravenös verabreicht werden können.

In jedem Fall sollte die Ursache festgestellt und behandelt werden – oft genügt das bereits, um den Kaliummangel zu beheben.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
E87.6

Aktualisiert: 08.07.2021 - Autor: Kristina Klement; überarbeitet: Silke Hamann

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