Coenzym Q10: Mangel eher selten

Coenzym Q10: Frau liegt im Bett © istockphoto, emreogan

Das Coenzym Q10 ist eine vitaminähnliche Substanz, die erst 1957 an der Universität Wisconsin entdeckt wurde. Q10 wird sowohl vom Körper selbst hergestellt als auch über Nahrung aufgenommen. Dennoch bieten einige Hersteller Nahrungsergänzungsmittel, Cremes und Lotionen mit Extraportionen Coenzym Q10 an. Experten bezeichnen diese Extraportionen jedoch als nutzlos. Was ist die Wirkung von Coenzym Q10? Bestehen Nebenwirkungen? Wie kommt es zu einem Mangel an Q10?

Vorkommen und Wirkung von Coenzym Q10

Der menschliche Körper setzt jeden Tag verhältnismäßig große Mengen an Coenzym Q10 um. Da er das Coenzym jedoch auch selbst herstellt, kommt es eher selten zu einem Mangel. Zudem wird die Substanz auch über die Nahrung aufgenommen – Mais, Sardinen, Soja, Nüsse, Fleisch, Geflügel und einige pflanzliche Öle sind besonders reich an dem Coenzym.

Im Körper wird Q10 als Bestandteil der Mitochondrien eingesetzt, wo der eingeatmete Sauerstoff verbraucht und Energie aus Nahrung gewonnen wird. Auch bei der Abwehr von oxidativem Stress spielt dieses Coenzym eine wichtige Rolle, da es freie Radikale einfängt. Deshalb wird Q10 eine hautstraffende und gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt.

Coenzym Q10: Mangel und Anwendungsgebiete

Ein Mangel an Coenzym Q10 kommt bei einer normalen Ernährungsweise eher selten vor. Allerdings sinkt der Gehalt des Coenzyms in den Organen gelegentlich mit zunehmendem Alter. Dies kann zu Bluthochdruck, Herzmuskelstörungen, Herzinsuffizienz und Arterienverkalkung führen.

Ob eine zusätzliche Gabe von Q10 hierbei jedoch helfen kann, ist noch nicht eindeutig nachgewiesen. Erste Studien deuten aber darauf hin, dass Q10 zur Senkung von Bluthochdruck und zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt werden könnte.

Studien zur Wirkung von Coenzym Q10

Auch bei der Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz (Herzschwäche) konnten Forscher aus Kopenhagen im Jahr 2013 einen Erfolg erzielen. In ihrer Studie wurde die Sterberate der schwererkrankten Patienten durch die Gabe von Q10 fast halbiert. Dennoch sollten Betroffene das Coenzym aufgrund der möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht ohne vorherige Abstimmung mit ihrem Arzt einnehmen.

Andere Studien widerlegen die vermutete Wirkung von Q10 hingegen. So untersuchte eine New Yorker Studie aus dem Jahr 2014 beispielsweise, ob das Coenzym Q10 in hoher Dosierung die Parkinson-Krankheit im frühen Stadium bremsen kann. Die Studie kam jedoch zu dem Ergebnis, dass Parkinson durch die Radikalfänger nicht gebremst, sondern möglicherweise sogar beschleunigt wird.

Nebenwirkungen des Coenzyms Q10

Bei der Einnahme von Coenzym Q10-Kapseln sollten unbedingt die Nebenwirkungen beachtet werden. Bei der Einhaltung der regulären Tagesdosis von zehn bis maximal 30 Milligramm täglich bestehen keine Bedenken. In höheren Dosierungen kann es jedoch zu folgenden Nebenwirkungen von Q10 kommen:

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Hautausschlag
  • Schwindel

Außerdem sollten Patienten, die blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, auf Q10 als Nahrungsergänzungsmittel verzichten.

Kapseln und Creme mit Coenzym Q10

Anti-Aging-Cremes und Bodylotions mit Q10 sollen angeblich die Haut straffen und ihr ein jüngeres Aussehen verleihen. Außerdem wird Coenzym Q10 oft als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform angeboten. Mit "gesundheitsfördernder Wirkung" und "Stärkung der Abwehrkräfte" werben die Hersteller von Q10-Präparaten.

Bezüglich der beiden letztgenannten Aussagen wurde die Wirkung von Q10-Präparaten jedoch bereits 2001 vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (bgvv) widerlegt. Eine eingehende Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel zwar nicht gesundheitsschädigend sei, jedoch konnten auch "keine signifikanten positiven Wirkungen auf die Funktion des menschlichen Körpers nachgewiesen werden".

Bei einer Untersuchung von Anti-Aging-Cremes bescheinigte auch Stiftung Warentest den Produkten lediglich "mikroskopische Erfolge". Auch wenn die Wirkung des Coenzyms Q10 weiterhin erforscht wird, sollten Verbraucher also, anstatt auf die chemischen Präparate zu vertrauen, besser auf einen gesunden Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung achten, um sich lange gesund und jung zu fühlen.

Aktualisiert: 22.02.2018 – Autor: Kristina Klement

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