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Vitamin B5 – ein Allrounder

Walnüsse als Vitamin B5-Lieferant © Karolina Grabowska / Kaboompics

Vitamin B5, auch Pantothensäure genannt, gehört zur Gruppe der insgesamt zwölf B-Vitamine. Es stellt einen Hauptbestandteil des Coenzyms A (CoA) dar, welches an zahlreichen grundlegenden Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt ist. Der Name des B-Vitamins leitet sich von dem griechischen Wort "pantothen" ab, was "(von) überall" bedeutet und in doppelter Hinsicht verstanden werden kann: Pantothensäure ist in allen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vorhanden und wird nahezu überall im Körper benötigt.

Dafür ist Vitamin B5 wichtig

Vitamin B5 ist als Bestandteil des Coenzyms A am Abbau und Aufbau von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen und somit an der Freisetzung von Energie aus der Nahrung beteiligt. Zudem spielt es für die Synthese von Cholesterin eine wichtige Rolle, welches wiederrum für die Bildung von Steroidhormonen, wie Sexualhormonen, Anti-Stress-Hormonen oder Vitamin D, benötigt wird.

Außerdem trägt Vitamin B5 zur Herstellung von verschiedenen Neurotransmittern und Hämoglobin bei, sodass es indirekt die Reizweiterleitung im Gehirn und den Sauerstofftransport im Blut ermöglicht.

Vitamin B5 in Lebensmitteln

Der Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen an Vitamin B5 liegt bei fünf bis sechs Milligramm und kann normalerweise durch eine ausgewogene Ernährung gedeckt werden. Besonders reich an Vitamin B5 sind tierische Innereien und Vollkornprodukte. Daneben sind auch Hering, Avocado, Eier, und Nüsse wichtige Vitamin B5-Lieferanten.

Der tägliche Bedarf wird beispielsweise durch den Verzehr eines der folgenden Lebensmittel gedeckt:

  • 100 Gramm Kalbs- oder Rinderleber
  • 500 Gramm Huhn
  • Vier Hühnereier
  • 550 Gramm Haferflocken
  • 400 Gramm Linsen (Trockengewicht)
  • Drei Avocados
  • 500 Gramm Brokkoli

Bei der Zubereitung gilt es zu beachten, dass Vitamin B5 wasserlöslich und hitzeempfindlich ist. Dadurch können beim Kochen Verluste von bis zu 30 Prozent auftreten.

Vitamin B5-Mangel

Ein Vitamin B5-Mangel kommt aufgrund der vielfältigen Verbreitung des B-Vitamins sehr selten vor. Wenn überhaupt, dann tritt er häufig in Kombination mit einer Unterversorgung an anderen Vitaminen der B-Gruppe auf. Allerdings gibt es Risikogruppen, beispielsweise Alkoholiker, Diabetiker, Dialysepatienten und Darmkranke, bei denen eine höhere Tendenz zur Unterversorgung besteht.

Ein schwerer Mangel geht häufig mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen sowie Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen einher.

Das sogenannte "Burning-Feet-Syndrom" (brennende Füße) kann die Folgeerscheinung einer mehrmonatigen Unterversorgung mit Vitamin B5 sein. Die Beschwerden reichen dabei von einem anfänglichen Kribbeln und Taubheit in den Zehen bis hin zu einem Brennen und Stechen in den Füßen. Bekannt wurde das Syndrom während des Zweiten Weltkrieges bei Kriegsgefangenen in Burma und Japan, die an einem Vitamin B5-Mangel litten. Durch die Verabreichung von Vitamin B5 konnte das Syndrom geheilt werden.

Keine Obergrenze für Vitamin B5

Eine Obergrenze für die Einnahme wurde nicht festgelegt, da keine Toxizität für den Menschen nachgewiesen werden konnte. Selbst bei der Zufuhr von größeren Mengen an Vitamin B5 wurden bislang keine Nebenwirkungen beobachtet. Sehr hohe Dosen von zehn Gramm oder mehr pro Tag können zu Verdauungsstörungen und im schlimmsten Fall zu Durchfall führen.

Mit Vitamin B5 Akne behandeln

Vitamin B5 kann therapeutisch genutzt werden. So wird es insbesondere zur Bekämpfung von Akne (akne vulgaris) sowie zur Unterstützung der Wundheilung eingesetzt. Zu Recht wird dieses B-Vitamin auch als "Königin der Hautvitamine" bezeichnet.

Hochdosiertes Vitamin B5 stellt eine Möglichkeit zur Behandlung von Akne dar. Es drosselt die Talgproduktion der Haut, indem es indirekt bestimmte Hormone und Fettsäuren reguliert. Folglich kann die Pickelbildung eingedämmt und die Porengröße verfeinert werden. Befürworter dieser Behandlungsart empfehlen eine systematische Steigerung der einzunehmenden Dosis.

Die Wundheilung fördern

Außerdem haben zahlreiche Studien gezeigt, dass Vitamin B5 die Regenerationsfähigkeit der Haut verbessert und ein effektiver Wundheilungsförderer ist. Das B-Vitamin unterstützt die Zellvermehrung und führt folglich zu einer verstärkten Bildung neuer Hautschichten.

So kann es beispielsweise bei Schürf- oder Brandwunden helfen und wird sogar zur Verbesserung der Wundheilung bei diabetischen Entzündungen wie einem "offenen Bein" oder nässenden Wunden eingesetzt. Viele Wund- und Heilsalben enthalten den Wirkstoff Panthenol oder Dexpanthenol, der im Körper zu Vitamin B5 umgewandelt wird.

Was Vitamin B5 noch alles kann

Darüber hinaus soll Vitamin B5 auch positive Auswirkungen auf das Gewichtsmanagement haben. Eine erhöhte Dosis dieses Vitamins fördert nämlich die Bildung des Coenzyms A, welches den Fettstoffwechsel anregt. Somit kann es im Rahmen einer Diät unterstützend eingesetzt werden.

Umstritten ist die Wirksamkeit von Vitamin B5 als Pflegestoff in Haarshampoos. Es soll – so verspricht die Kosmetikindustrie – dem Haar langanhaltende Feuchtigkeit und Glanz verleihen und es vor Schädigungen schützen. Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass dieser Effekt noch nicht eindeutig bewiesen werden konnte. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Pantothensäure den Haarwuchs fördern und Haarausfall verlangsamen kann.

Aktualisiert: 11.10.2017 – Autor: Olga Rollmann

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