Koffein: Wechselwirkungen und Verwendung

Koffein: Wechselwirkungen und Kontraindikatoren

Beim Konsum von Koffein kann es mit verschiedenen Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen. Werden Medikamente wie Sympathomimetika eingenommen, die die Herzfrequenz steigern, kann Koffein deren Wirkung noch verstärken. Beruhigenden Wirkstoffen wirkt Koffein dagegen entgegen. Zu beachten ist auch, dass der Koffeinabbau im Körper durch Rauchen beschleunigt, durch die Wirkstoffe Cimetidin und Disulfiram dagegen behindert wird.

Weiterhin verstärkt Koffein die Wirksamkeit von Schmerzmitteln mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure oder Paracetamol. Werden Schmerzmittel gemeinsam mit Koffein eingenommen, kann die Dosis der Schmerzmittel deshalb meist reduziert werden. Genauere Informationen zur Wechselwirkung von Koffein und Schmerzmitteln sollten Sie bei Ihrem Arzt erfragen.

Mischung mit Alkohol

Neuere Studien deuten darauf hin, dass es auch bei der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol und Koffein zu Wechselwirkungen kommen kann. Wer lediglich Alkohol trinkt, wird schneller müde und bemerkt auch eher, dass er betrunken ist. Durch die zusätzliche Einnahme von Koffein nehmen Betrunkene ihren Rausch jedoch nicht mehr oder nur noch in einer abgeschwächten Form wahr. Deswegen fühlt man sich durch die Mischung von Alkohol und Koffein länger leistungsfähig.

Personen mit Herzproblemen sollten mit dem behandelnden Arzt abklären, ob und wie viel Koffein sie konsumieren dürfen. Gleiches gilt für Personen, die an einer Überfunktion der Schilddrüse, einer Leberzirrhose oder einem Angstsyndrom leiden. Wie viel Koffein in der Schwangerschaft erlaubt ist, ist umstritten: Kleine Mengen an Koffein wurden lange Zeit als nicht schädlich angesehen. Neuere Studien weisen allerdings darauf hin, dass bereits geringe Mengen an Koffein das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich erhöhen könnten. Deshalb ist es empfehlenswert, in der Schwangerschaft auf Koffein zu verzichten.

Koffein in Kaffee, Tee und Cola

Koffein ist vor allem in Getränken enthalten. Die bekanntesten Getränke mit Koffein sind Kaffee, Cola und Tee. Im Tee wird das Koffein als Teein bezeichnet, allerdings sind die beiden Substanzen chemisch identisch. Sie unterscheiden sich lediglich in der Art ihrer Freisetzung: Während Koffein bereits beim Kontakt mit der Magensäure freigesetzt wird, entfaltet Teein erst im Darm seine Wirkung: Dadurch tritt die Wirkung später ein, hält aber auch länger an.

Neben Kaffee und Tee ist Koffein auch in Kakao und Energiedrinks sowie in Schokolade enthalten. Je höher der Kakaogehalt der Schokolade ist, desto höher ist auch der Koffeingehalt – bei 100 Gramm Schokolade entspricht dieser nahezu einer kleinen Tasse Kaffee.

Besonders bei Kindern sollte man mit Getränken und Lebensmitteln wie Cola und Schokolade vorsichtig sein: Drei Gläser Cola und drei Schokoladenriegel enthalten nämlich bereits etwa genauso viel Koffein wie zwei Tassen Kaffee. Durch einen solchen Koffeinkonsum kann es bei Kindern zu Nebenwirkungen wie Nervosität oder Schlafstörungen kommen.

Koffeingehalt von Lebensmitteln

  • Tasse Kaffee (150 Milliliter): 80 – 120 Milligramm Koffein
  • Tasse schwarzer Tee (150 Milliliter): 20 – 40 Milligramm Koffein
  • Tasse Espresso (30 Milliliter): 40 Milligramm Koffein
  • Tasse Kakao (150 Milliliter): 6 Milligramm Koffein
  • Glas Cola (150 Milliliter). 15 - 35 Milligramm Koffein
  • Energy-Drink (150 Milliliter): 48 Milligramm Koffein
  • Tafel Schokolage (100 Gramm): Je nach Schokoladensorte zwischen 15 Milligramm (Vollmilchschokolade) und 90 Milligramm (Bitterschokolade)
  • Koffeintabletten (pro Stück): Je nach Dosierung zwischen 50 und 200 Milligramm Koffein

Koffein gegen Haarausfall?

Mittlerweile kommt Koffein nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch in verschiedenen anderen Produkten vor: Dazu gehören beispielsweise Haarshampoos mit Koffein. Sie sollen Haarausfall vorbeugen – allerdings ist ihre Wirksamkeit umstritten. Neben Haarshampoos wird Koffein auch in verschiedenen Hautpflegeprodukten verwendet, da es einen hautstraffenden und hautglättenden Effekt haben soll.

Weiterhin gibt es auch spezielle Koffeintabletten, denen eine kurzfristige Steigerung der Aufmerksamkeit und der Konzentration nachgesagt wird. Bei solchen Koffeintabletten sollte man allerdings immer auch mögliche Nebenwirkungen beachten.

Aktualisiert: 24.10.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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