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Beim Trinken von den Wüstenvölkern lernen

Frau beim Trinken © rawpixel

Dass man bei tropisch-heißen Temperaturen viel (mehr) trinken soll, haben wir schon ausreichend oft gehört. Das sich hierzu vor allem warmer Tee und zimmerwarmes Mineralwasser eignen, ist nicht gerade ein kulinarisches Hightlight. Trotzdem: Von den Hitzeexperten der Wüste können wir uns etwas abschauen, denn Kühles kühlt uns nicht unbedingt am Besten. Im Gegenteil, es regt den Körper zur Wärmeproduktion an.

Rechtzeitig trinken

Wenn Deutschland unter tropischer Hitze stöhnt, müssen Ärzte viele Menschen mit Kreislaufproblemen behandeln. Bei Temperaturen oberhalb der 30-Grad-Grenze muss der Organismus durch reichliches Schwitzen über Verdunstungskälte die Körpertemperatur reduzieren.

Wer dann nicht rechtzeitig nachtrinkt und die "ausgeschwitzten" Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium oder Zink nachfüllt, bekommt Kreislaufprobleme. Und hiervon sind vor allem Frauen betroffen, deren Blutdruck durchschnittlich tiefer ist.

Eiskalt genießen - im Sommer besser nicht

Eiskalte Getränke helfen jedoch nicht weiter, da sie reaktiv zu einer Wärmeproduktion des Körpers führen, die wiederum mit zusätzlichem starkem Schwitzen einhergeht. Zudem können eiskalte Getränke den Magen stark belasten. Ungeeignet, die notwendige Trinkmenge von 2,5 Litern und mehr aufzunehmen, sind auch alkoholische Getränke, koffeinhaltiger Tee und Kaffee sowie Energydrinks.

Kaffee und Schwarztee sind keine Durstlöscher, sondern Genussmittel. Sie erhöhen die Pulsfrequenz und wirken durch das Koffein zusätzlich schweißtreibend. Auch Alkohol belastet den Kreislauf und den Stoffwechsel. Zuckerhaltige Getränke wie Cola oder Limonaden sind sowieso keine Durstlöscher, sondern -locker. Außerdem führt der Kaloriengehalt von 400 bis 600 Kilokalorien pro Liter nicht gerade zum knackigen Beachbody.

Wie die Beduinen

Von den Wüstenvölkern können wir lernen, dass warme Getränke wie Früchtetee, der gleichzeitig auch noch wichtige Mineralstoffe enthält, die kühlende Schweißproduktion kontinuierlich anregen. Im Gegensatz dazu sorgen eiskalte Getränke für eine zusätzliche Wärmeproduktion im Körper, zu heiße Getränke wiederum bringen uns zu stark ins Schwitzen. Wer es süß mag, sollte für die Linie auf kalorienfreien Süßstoff zurückgreifen. Auch zimmerwarmes Mineralwasser ist gut geeignet, wenn es mindestens 200 Milligramm Natrium und 50 Milligramm Magnesium enthält. Trinkwasser hingegen ist relativ mineralstoffarm.

Um den schweißbedingten Salzverlust auszugleichen, kann es sinnvoll sein, ein bis zweimal täglich eine Prise Salz in den Tee oder über Gemüse und Salat zusätzlich zu geben. Wer fluoridiertes Jodsalz mit Folsäure verwendet, macht auch gleichzeitig noch Schilddrüse, Knochen, Zähnen und Blutgefäßen eine Freude. Besonders bei langen Autofahrten ist jetzt Vorsicht angezeigt.

Es ist notwendig, alle ein bis zwei Stunden eine Pause einzulegen und mindestens einen viertel Liter Früchtetee mit einer Prise Salz oder Mineralwasser zu trinken. Sonst kann es zur Austrocknung oder im schlimmsten Fall sogar zur Thrombose kommen.

Aktualisiert: 29.06.2016 – Autor: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V

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