Mehlmotten und Co. – Schädlinge in Lebensmitteln

Weihnachten ist vorbei und die letzten Plätzchen vielleicht auch schon gegessen. Jetzt können wir die Adventsbäckerei getrost bis nächstes Jahr ad acta legen. Aber wer seine Backzutaten nur in der Weihnachtszeit hervorholt, kann eine krabbelnde Überraschung erleben. Gerade Nüsse, Trockenfrüchte und dergleichen stehen ganz oben auf der Speisekarte von Vorratsschädlingen. Verklumptes Mehl und Gespinste sind die ersten Anzeichen.

Woher kommen Schädlinge in der Küche?

Im Prinzip sind nahezu alle Lebensmittel gefährdet, nur Salz, Zucker und reine Fette werden verschmäht. Backzutaten, die selten gebraucht werden und die meiste Zeit in dunklen Ecken stehen, bieten den Schädlingen ideale Verstecke, reichlich Nährstoffe und viel Zeit, sich zu vermehren.

Die meisten Vorratsschädlinge werden bereits mit eingekauft, aber auch offen herumstehende Lebensmittel, Speisereste und selten geleerte Abfalleimer locken die ungebetenen Gäste an. Geheizte Wohnungen und feucht-warme Küchen begünstigen ihre Aktivitäten.

Gefährdung für die Gesundheit

Die in Backzutaten vorkommenden Schädlinge verursachen vor allem Fraßschäden. Häutungsreste, Kot, Spinnfäden, Haare oder tote Tiere sind nicht nur ekelerregend, sie können auch Hautreizungen und -erkrankungen, Allergien der Atmungsorgane, Bindehautentzündungen sowie Darmerkrankungen auslösen.

Steckbriefe einiger Vorratsschädlinge: Mehlmilbe

Die Mehlmilbe befällt am liebsten Mehl, Müsli aber auch Trockenobst. Die betroffenen Produkte sind wie von einer hellen Staubschicht überzogen, werden krümelig, riechen süßlich und schmecken bitter.

Getreideplattkäfer

Sowohl der Käfer selbst, als auch seine Larven ernähren sich von Getreide, Nüssen, Mandeln und Schokolade. Einer der häufigsten Schädlinge im Haus, der auch Verpackungen aufnagen kann. Bei Befall wird Getreide feucht und klumpig.

Brotkäfer

Brotkäfer sind Allesfresser, der neben Backwaren, Suppenwürfeln, Schokolade und Tiernahrung, auch Salzteiggebäck und sogar Chiligewürz verzehrt. Gehört mit zu den häufigsten Schädlingen im Haus, fliegt sehr gut und dringt so in die Wohnungen ein. Bei Befall sieht man etwa stecknadelkopfgroße Löcher in den Lebensmitteln.

Reismehlkäfer

Reismehlkäfer befallene Getreidekörner sehen von außen völlig normal aus, sind innen aber hohl; befällt auch Nüsse und Trockenobst. Bei Befall tritt ein muffiger Geruch auf.

Mehlmotte

Die Raupen der Mehlmotte fressen, verspannen und verschmutzen Mehlprodukte, aber auch Mandeln, Nüsse, Schokolade und Trockenobst. Bei Befall zeigen sich zuerst Gespinsten (spinnwebähnliche Fäden, die zum Beispiel Mehl verklumpen lassen.

Dörrobstmotte

Die Raupen der Motte leben von getrocknetem Obst, also Rosinen, Feigen und Wacholderbeeren. Man trifft sie aber auch in Nüssen, Mandeln, Trockenobst und Schokolade an. Bei Befall sind Fraßschäden sichtbar. Die Raupen bilden besonders vor ihrer Verpuppung starke Gespinste.

Schon beim ersten Verdacht reagieren

Schon die ersten Anzeichen sollten Anlass sein, alle Trockenvorräte gründlich zu überprüfen. Befallene Lebensmittel sollten Sie wegwerfen. Um zu verhindern, dass die Schädlinge erneut einwandern, können die befallenen Lebensmittel für eine Stunde bei 80 Grad in den Backofen gelegt werden. Erst dann gibt man sie in den Müll.

Schädlingen in Lebensmitteln vorbeugen

Neu gekaufte Produkte genau kontrollieren und in fest verschließbaren Gefäßen (Schraubgläsern, Dosen) sowie kühl und trocken lagern. Speisekammer oder Vorratsschränke peinlich sauber halten, ab und zu feucht auswischen, danach gut trocknen. Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel - außer Lockstofffallen - nicht in unmittelbarer Nähe von Lebensmitteln einsetzen. Wer den Schädlingen so nicht Herr wird, sollte einen professionellen Kammerjäger beauftragen.

Vertrauenswürdige Adressen gibt es beim Deutschen Schädlingsbekämpferverband.

Informationsmaterial bestellen: Weitere Informationen im aid-Heft "Vorratsschädlinge" Bestell-Nr. 78-1075 beim aid-Vertrieb DVG für 1,00 Euro zzgl. Porto und Verpackung gegen Rechnung, Tel. 02225 926-146 oder -176.

Quelle: aid infodienst

Aktualisiert: 05.07.2016

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