Aufgeschnittene Feigen
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Wie gesund sind Feigen?

Von: TB, Silke Schwertel (geb. Hamann) (Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 01.09.2023 - 10:37 Uhr

Feigen schmecken nicht nur köstlich, sondern sie sind auch noch sehr gesund. Die süßen Früchte enthalten neben verdauungsfördernden Ballaststoffen auch verschiedene Vitamine sowie wichtige Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium. Auch in Sachen Kalorien brauchen sich Feigen nicht zu verstecken, denn sie haben kaum mehr davon als Äpfel – allerdings gilt dies nur für die frischen Früchte, denn getrocknete Feigen sind nichts für die schlanke Linie. Lesen Sie hier, wie die süßen Früchte auf unsere Gesundheit wirken und was in ihnen steckt.

Feigen: weniger Kalorien, als man denkt

Auch figurbewusste Menschen können bedenkenlos frische Feigen essen. 100 Gramm liefern durchschnittlich 63 Kilokalorien (kcal) – das entspricht knapp 264 Kilojoule (kJ). Damit fallen sie kaum mehr ins Gewicht als Äpfel, welche circa 55 Kilokalorien haben.

Ganz anders sieht das allerdings bei getrockneten Feigen aus. Denn durch das Trocknen erhöht sich der Kaloriengehalt auf 284 Kilokalorien (1.189 Kilojoule) pro 100 Gramm.

Sind Feigen gesund? Vitamine und weitere Inhaltsstoffe

Fett ist in Feigen kaum enthalten, dafür aber viele Vitamine und Mineralstoffe:

  • Vitamin A (Retinol) ist gut für die Haut und Schleimhäute sowie die Sehkraft unserer Augen.
  • Die Vitamine B1, B2 und B6 regulieren den Stoffwechsel und sind wichtig für die Nerven.
  • Die Aufnahme von Folsäure ist Voraussetzung für die Zellteilung und die Blutbildung.
  • Biotin (Vitamin B7) unterstützt eine gesunde Haut, gesunde Haare und stabile Fingernägel.
  • Ein hoher Magnesiumanteil fördert die Zellregeneration und den Energiehaushalt.

Außerdem enthalten sind Kalium, Phosphor und Eisen. Kalium kann helfen, den Blutdruck zu normalisieren. Eisen wird wiederum zur Blutbildung benötigt.

Gesunde Wirkung von frischen Feigen

Ihre verschiedenen Inhaltsstoffe machen frische Feigen zu einem wertvollen Lebensmittel mit diversen positiven Effekten auf die Gesundheit. So gelten Feigen als gesund für:

  • das Herz, dank ihres hohen Kalium- und Magnesiumanteils
  • die Nerven – besonders B-Vitamine sind wichtig für das Nervensystem
  • die Konzentration, welche durch Fructose sowie Glucose unterstützt wird
  • die Knochen, denn Calcium und Kalium schützen vor Osteoporose
  • Haut, Haare und Nägel, dank des enthaltenen Biotins
  • Verdauung und Gewichtsmanagement aufgrund der vielen Ballaststoffe

Gut für die Verdauung

Feigen haben wenig Säure und sind ein Segen für die Verdauung. Mit ihren vielen kleinen Kernen liefern sie dem Darm viele gesunde Ballaststoffe. Daher lässt sich das Obst auch gut gegen Verstopfung einsetzen. Dafür können Sie abends einfach einige getrocknete Früchte mit Wasser bedenken, über Nacht stehen lassen und morgens nüchtern mitsamt des Einweichwassers verzehren.

Getrocknete Feigen – so gesund sind sie

Durch das Trocknen verlieren Feigen ihre ursprünglich birnenförmige Form und werden rund und flacher. Auch das enthaltene Wasser geht verloren und so verändert sich die Zusammensetzung der Nährstoffe.

Aufgrund ihres hohen Fruchtzuckeranteils enthalten Trockenfrüchte zum einen mehr Kohlenhydrate. Getrocknete Feigen besitzen etwa 55 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm – im Vergleich dazu besitzen frische Früchte nur etwa 13 Gramm. Zum anderen liefern sie dadurch deutlich mehr Kalorien als frische Feigen. Wie bereits erwähnt, kommen 100 Gramm getrocknete Feigen auf gut 280 Kilokalorien. Damit sind die Nährwerte von getrockneten Feigen besonders hoch – das macht sie zum perfekten Energiespender für sportliche Frauen und Männer.

100 Gramm getrocknete Früchte enthalten circa 3 Gramm Eiweiß und 1,3 Gramm Fett. Sie enthalten die Vitamine A, C und viele B-Vitamine, insbesondere Folsäure. Mit einem Ballaststoffanteil von neun Prozent unterstützen sie hervorragend eine gesunde Verdauung. 
Trotz ihres hohen Kaloriengehalts sind getrocknete Feigen also ein gesunder Snack, den man allerdings nur in Maßen genießen sollte.

Feigen kaufen – was ist wichtig?

Griechische Feigen verfügen über einen besonders köstlichen Geschmack: süß und saftig. Die Früchte werden schon seit der Antike in Griechenland kultiviert. Die Ernte erfolgt zu Beginn des Augusts. Frische Feigen sind daher bei uns ab Mitte August erhältlich.

Je nach Sorte sind die Früchte außen dunkel-lila wie eine Aubergine, grün, braun oder sie variieren von hellem bis zu dunklem gelb-rot. Ebenso weist das Fruchtfleisch verschiedene Farben auf: von bernstein- bis zu erdbeerfarben. Typisch sind die gelben Samenkörner, die das Fruchtfleisch durchsetzen.

Beim Kauf  erkennt man reife Feigen daran, dass sie weich, aber äußerlich unbeschädigt und nicht matschig sind. Die druckempfindlichen und schnell verderblichen Früchte können maximal zwei bis drei Tage lang im Kühlschrank gelagert werden. Unreife Feigen kann man bei Zimmertemperatur nachreifen lassen.

Feigen essen – was muss man beachten?

Die Frage, wie man Feigen am besten isst, ist ganz einfach zu beantworten: Nachdem der Stängel durch Drehen entfernt wurde, kann man die gesamte Feige mit Schale essen. Das Schälen ist schwierig und auch nicht nötig. Man sollte jedoch darauf achten, die Frucht vorher gründlich zu waschen.

Wer die Haut nicht mag, kann die Feige auch aufschneiden und das Innere mit einem Löffel essen.

Feigen frisch genießen

Frische Feigen lassen sich hervorragend sowohl in der kalten als auch in der warmen Küche verwenden. Zudem sind sie köstliche Snacks und lassen sich außerdem prima zu Chutney verarbeiten. So sind beispielsweise Feigen im Speckmantel oder mit Ziegenkäse als Fingerfood oder Vorspeise äußerst begehrt. Ein ebenso beliebtes Rezept kombiniert diese drei Zutaten: Schneiden Sie die Feigen auf und geben Sie einen Klecks Ziegenkäse hinein. Anschließend können Sie das Ganze mit Frühstücksspeck umwickeln und auf den angeheizten Grill legen – fertig. Natürlich schmeckt das Gericht auch als vegetarische Variante ohne Speck.

Auch Salaten und sogar Wildgerichten geben Feigen eine besondere Note. Wer es besonders ausgefallen liebt, kann das Obst auch vor der Verarbeitung in Rotwein einlegen. Der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – Rezepte mit Feigen gibt es in unendlicher Vielfalt. Nutzen Sie die Saison und kaufen Sie frische Feigen für gesunde, nahrhafte und köstliche Rezepte.

Getrocknete Feigen in der Küche

Gibt es keine frischen Feigen mehr zu kaufen, bieten getrocknete Früchte eine gute Alternative. Diese eignen sich nicht nur als gesunder Snack zwischendurch. Sie lassen sich leicht schneiden und sind köstliche Zutaten beim Kuchen- oder Brotbacken, zu Fleisch und zum Beispiel Linsengerichten. Getrocknete Feigen lassen sich auch zu Likören und Chutneys verarbeiten.

Getrocknete Feigen werden ganzjährig angeboten und sind bei kühler und trockener Lagerung mehrere Monate haltbar. Ein weißer Belag ist dabei ganz normal: Hierbei handelt es sich um kristallisierten Zucker, der sich auf dem Äußeren der Frucht abgesetzt hat.

Feigensenf und Feigenmarmelade

Auch Feigensenf oder Feigenmarmelade sind beliebte Produkte. Feigensenf passt hervorragend zu Käse und Fleisch, eignet sich aber auch als Brotaufstrich. Zur Herstellung von Feigensenf lassen sich auch sehr gut vorher eingeweichte getrocknete Feigen verwenden. Feigenmarmelade wird vorwiegend aus frischen Früchten hergestellt.

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Der Feigenbaum

Feigen (lateinisch Ficus) gehören zur Familie der Maulbeergewächse und zu den ältesten Kulturpflanzen. Die Bäume stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wachsen heute aber auch in Mittel- und Südamerika. Sie sind recht anspruchslos und brauchen nicht viel Wasser. Sogar in milden Weinbaugebieten Deutschlands gedeihen Feigenbäume.

Feigen sind Scheinfrüchte. Sie bestehen aus vielen hundert einzelnen Blüten. Diese wachsen vasenförmig nach oben, die Blüten verlagern sich dabei nach innen und entwickeln sich nach der Bestäubung zum Fruchtfleisch mit seinen kleinen Kernen.

Bei der chinesischen Feige handelt es sich zwar um eine Pflanze aus derselben Gattung, ihre Früchte sind jedoch nicht genießbar.

Sind in Feigen Wespen enthalten?

Bei der Echten Feige (Ficus carica) können nur weibliche Bäume Früchte tragen – zur Befruchtung ist jedoch auch ein männlicher Baum nötig. Die Befruchtung erfolgt über eine bestimmte Wespenart, sogenannte Feigenwespen. Diese legen in die männlichen Blütenstände ihre Eier. Klettern sie jedoch in eine weibliche Blüte, kann es passieren, dass sie diese durch die enge Öffnung nicht mehr verlassen können und nach der Befruchtung verenden. Dennoch wird man in einer reifen Feige keine Wespe finden, denn die Insekten werden in der Frucht komplett zersetzt. Streng genommen sind Echte Feigen deshalb nicht vegan.

Wer sich vor dieser Vorstellung ekelt oder sich vegan ernährt, dem sei gesagt: Es sind mittlerweile auch zahlreiche selbstbefruchtende Feigensorten erhältlich, sodass die Pflanzen auch ohne einen zweiten Baum (oder die Bestäubung durch Wespen) Früchte tragen. Dazu gehören die Sorten Dauphine, Dalmatie oder Negronne. Generell sind alle nördlich der Alpen angebauten Sorten selbstbestäubend, da Feigenwespen in diesen Breitengraden nicht vorkommen.

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