Beikost-Plan für Babys

Baby isst Brei als Beikost
© Ajale

Etwa ein halbes Jahr nach der Geburt ist Ihr Baby bereit für die erste Beikost. Nur durch Stillen kann das Kind jetzt nämlich nicht mehr mit genügend Nährstoffen versorgt werden. Unser Beikost-Plan bietet Ihnen einen Überblick, wie sich die Ernährung Ihres Babys zwischen dem fünften und dem zehnten Lebensmonat verändert. Der Beikost-Plan beginnt mit dem Übergang vom Stillen zur Beikost und endet mit dem Übergang von der Beikost zur Familienkost. 

Beikost ab dem fünften Monat

Ab dem fünften Lebensmonat darf ihr Baby nicht mehr nur noch Milch, sondern auch die erste Beikost bekommen. Denken Sie jedoch immer daran, dass sich jedes Kind anders entwickelt – manche Babys sind erst etwas später für den ersten Brei bereit. Stellen Sie jedoch größere Abweichungen von der Norm fest, sollten Sie mit dem verantwortlichen Kinderarzt darüber sprechen.

Bei der Einführung der Beikost sollten Sie bedenken, dass Ihr Baby bislang nur an flüssige Nahrung gewöhnt ist – der etwas festere Brei ist ein völlig neues Erlebnis für es. Deswegen sollten Sie die Stillmahlzeiten nur nach und nach gegen Breimahlzeiten eintauschen. So kann sich Ihr Baby langsam an die neue Nahrung gewöhnen. Führen Sie auch neue Lebensmittel nur langsam ein – mehr als ein neues Lebensmittel pro Woche sollte es nicht geben.

Die erste Breimahlzeit

Wenn Sie mit der Einführung der Beikost beginnen, sollten Sie zunächst das mittägliche Stillen durch eine Breimahlzeit ersetzen. Starten Sie am besten mit einem reinen Gemüsebrei, den Sie Ihrem Kind zunächst in kleinen Mengen zum Probieren geben. Der Brei sollte möglichst flüssig und fein püriert sein. Ist der Brei zu fest, können Sie ihn mit etwas Wasser oder Obstsaft verdünnen.

Gut geeignet sind süße Gemüsesorten wie Karotten oder Pastinaken. Aber auch andere Sorten sind empfehlenswert – probieren Sie aus, was Ihrem Baby am besten schmeckt. Lediglich auf Spinat und Fenchel sollten Sie vorerst verzichten, da diese viel Nitrat enthalten. Sie sollten erst dann verwendet werden, wenn der Brei zusätzlich mit Kartoffeln (und Fleisch) zubereitet wird.

Bei den ersten Versuchen wird die Breimahlzeit Ihr Baby vermutlich noch nicht satt machen. Stillen Sie Ihr Kind deswegen noch zusätzlich oder füttern Sie es mit der Flasche. Achten Sie jedoch darauf, die Breimenge von Tag zu Tag leicht zu steigern, bis Ihr Kind eine ganze Breimahlzeit isst.

Kartoffeln und Fleisch hinzugeben

Sobald das Baby seinen Gemüsebrei anstandslos verspeist, können Sie dem Brei Kartoffeln und etwas später auch Fleisch untermischen. Babys bis sechs Monate können etwa 20 Gramm Fleisch pro Tag bekommen, Babys bis zwölf Monate 30 Gramm. Wichtig ist auch, dass der Brei genügend Fett enthält. Deswegen sollten Sie bei selbst gekochtem Brei stets etwas Pflanzenöl hinzufügen. Gut geeignet ist beispielsweise Rapsöl.

Abendbrei: Milch-Getreide-Brei

Mit der zweiten Breimahlzeit wird der Getreide-Brei eingeführt. Dieser wird dem Baby zwischen dem sechsten und achten Monat zunächst als Mich-Getreide-Brei angeboten, später dann als Getreide-Obst-Brei. Der Getreide-Obst-Brei wird etwa einen Monat nach dem Milch-Getreide-Brei eingeführt. Mit dem Milch-Getreide-Brei wird in der Regel die abendliche Stillmahlzeit ersetzt, durch den Getreide-Obst-Brei fällt das Stillen am Nachmittag weg.

Ein Milch-Getreide-Brei kann mit Mutter-, Still- oder Vollmilch zubereitet werden. Ist der Milchanteil schon in der Fertigpackung enthalten, muss der Brei lediglich mit Wasser angerührt werden. Welches Getreide Sie für den Brei verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Besonders häufig wird Hafer für die Zubereitung der Beikost verwendet.

Beikostplan: 5. bis 7. Lebensmonat

So könnte die Ernährung Ihres Kindes zwischen dem fünften und dem siebten Lebensmonat aussehen. Denken Sie jedoch daran, dass sich jedes Kind anders entwickelt.

  • Morgens: Mutter- oder Säuglingsmilch
  • Mittags: Gemüsebrei und Milch; Gemüse-Kartoffelbrei und Milch; Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und Wasser
  • Nachmittags: Mutter- oder Säuglingsmilch
  • Abends: Mutter- oder Säuglingsmilch

Beikostplan: 6. bis 8. Lebensmonat

So könnte die Ernährung Ihres Kindes zwischen dem sechsten und dem achten Lebensmonat aussehen.

  • Morgens: Mutter- oder Säuglingsmilch
  • Mittags: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und Wasser
  • Nachmittags: Mutter- oder Säuglingsmilch
  • Abends: Milch-Getreide-Brei und Wasser

Beikostplan: 7. bis 9. Lebensmonat

So könnte die Ernährung Ihres Kindes zwischen dem siebten und dem neunten Lebensmonat aussehen.

  • Morgens: Mutter- oder Säuglingsmilch
  • Mittags: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und Wasser
  • Nachmittags: Getreide-Obst-Brei und Wasser
  • Abends: Vollmilch-Getreide-Brei und Wasser

Familienkost einführen

Etwa ab dem zehnten Lebensmonat, bei manchen Kindern auch etwas später, kann Ihr Baby an den Familienmahlzeiten teilnehmen. Die vier Breimahlzeiten werden nun durch drei größere Mahlzeiten und zwei kleinere Zwischenmahlzeiten am Vor- und Nachmittag ersetzt. Wie bei der Einführung der Beikost können Sie auch bei der Familienkost schrittweise vorgehen, ersetzen Sie beispielsweise zunächst nur eine Breimahlzeit.

Baby an festere Nahrung gewöhnen

Ihr Baby ist nun bereit für festere Nahrung – die Mahlzeiten müssen deswegen nicht mehr püriert werden, sondern es genügt, wenn die Lebensmittel zerdrückt werden. Da das Essen zunehmend fester wird, hat Ihr Baby einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Geben Sie Ihrem Kind deswegen genügend Wasser oder Tee zu trinken.

Wie sieht die Familienkost nun aus? Morgens können Sie Ihrem Kind beispielsweise eine Tasse Milch mit etwas Brot zu essen geben. Mittags kann es – je nachdem was bei Ihnen auf dem Speiseplan steht – etwas weiches Gemüse und zerdrückte Kartoffeln bekommen. Abends bieten sich wie morgens Milch und Brot mit zusätzlich etwas Obst an. Vor- und nachmittags können Sie Ihrem Kind Brot, Obst, Gemüse oder Getreideflocken anbieten.

Achtung:

  • Verzichten Sie auf Salz und scharfes Würzen.
  • Verwenden Sie keine blähenden, fettigen oder schwer verdaulichen Lebensmittel.
  • Harte Gegenstände wie zum Beispiel Nüsse sind für kleine Kinder nicht geeignet, da sie beim Verschlucken in die Luftröhre gelangen können. 

Aktualisiert: 01.09.2020 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

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