Stillen: Richtige Ernährung

Mutter stillt Baby © Bruno Glätsch

"Wer stillt, muss sich supergesund ernähren, ist zu Hause angebunden und kriegt Hängebrüste..." – diese Vorurteile sind noch längst nicht ausgeräumt. Genussvolles Essen und geruhsame Auszeiten von der Familie und dem Beruf während des Stillens, selbst chices Aussehen lassen sich bestens mit dem Stillen vereinbaren.

Manche Frauen verzichten auf das Stillen, weil sie möglichst rasch wieder in den Beruf zurück möchten. Auch hier gibt es Rat und Hilfe: Es dauert ungefähr 6-8 Wochen, bis sich Mutter und Kind auf einander eingestellt haben. Danach kann auch eine vertraute Person das Baby hüten und mit abgepumpter Milch füttern. Für Mutter, Vater und Kind gilt jedoch das Angebot der Elternzeit. Da können berufliche Verpflichtungen getrost ein paar Monate auf die lange Bank geschoben werden.

Die richtige Ernährung für stillende Mütter

Stillende Mütter können essen, was ihnen bekommt. Beim Kaffee dürfen es drei, bei schwarzem Tee bis zu sechs Tassen über den Tag verteilt sein. Es gibt allerdings auch sehr nervöse Babys; da kann es sinnvoll sein, eine Zeit lang auf koffeinhaltige Getränke zu verzichten.

Jede Mutter sollte ihr Kind aufmerksam beobachten, um herauszufinden, was ihm gut tut und was nicht. Wenn ein Kind zum Beispiel mit Ausschlag reagiert, kann es helfen, ein verdächtiges Nahrungsmittel einfach wegzulassen und zu schauen, ob es dann besser geht.

Zusätzlicher Energie- und Nährstoffbedarf während der Stillzeit

Der zusätzliche Bedarf an Energie lässt sich aus dem Energiegehalt der Muttermilch und aus dem durch die Produktion von Milchbestandteilen entstehenden Energieverbrauch ermitteln. Eine stillende Mutter verbraucht rund 650 kcal mehr als eine nicht stillende, nicht schwangere Frau gleichen Alters und gleichen Gewichts.

Heute ist man der Meinung, dass 400 bis 500 kcal aus der Nahrung und der Rest aus den während der Schwangerschaft aufgebauten Fettreserven stammen soll. Damit würde sich ein Mehrbedarf von rund 500 kcal ergeben. Der zusätzliche Proteinbedarf wird durch eine tägliche Mehreinnahme von zirka 15 g Eiweiß gedeckt. Insgesamt wird eine Proteineinnahme von 63 g Protein pro Tag empfohlen, was einem Plus von etwa 30 Prozent entspricht.

Der Vitamin- und Mineralstoffbedarf wird aus folgender Grafik ersichtlich:

Stillen: Richtige ErnährungStillen: Richtige Ernährung

Die zusätzlich notwendigen Nährstoffe werden bei ausgewogener, gesunder Kost durch die Nahrung geliefert. Damit erübrigt sich die Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten.

Kann sich die Mutter qualitativ und quantitativ nicht ausreichend ernähren oder bestehen gewisse Einschränkungen (Laktoseintoleranz, geringe Lichtexposition, Veganerinnen), empfiehlt sich eine Vitalstoffzufuhr in Tablettenform. Die Argumente, die für das Stillen sprechen, sind überzeugend. Die Zusammensetzung der Muttermilch hat sich während Jahrtausenden zu dem entwickelt was sie heute noch ist: Eine erstaunliche Flüssigkeit, die dem Menschen in den ersten Lebensmonaten beste Überlebenschancen bietet.

Aktualisiert: 20.07.2017 - Autor: Nathalie Blanck

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