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Ovarialzysten - Zysten am Eierstock

Frau mit Ovarialzysten traurig im Bett © istockphoto, tommaso79

Etwa sieben Prozent der Frauen haben eine oder mehrere Zysten im Eierstock, meist zufällig beim Ultraschall entdeckt. Glücklicherweise sind diese flüssigkeitsgefüllten Hohlräume nur selten Grund zur Sorge, oft verschwinden sie sogar von selbst wieder. Ovarialzysten können in jedem Lebensalter auftreten, einzeln oder in größerer Zahl, an einem oder an beiden Eierstöcken. Sie wachsen nicht durch Wucherungen von Zellen, sondern durch die Ansammlung von Gewebeflüssigkeit. Sie sind die häufigsten gutartigen Tumoren am Eierstock.

Wie entstehen Ovarialzysten?

Die große Mehrheit der Zysten entwickelt sich aus der normalen hormonellen Funktion des Eierstocks heraus. Man nennt sie deshalb auch funktionelle Zysten. Sie treten überwiegend bei Frauen in der Geschlechtsreife auf, und besonders oft in der Pubertät und der Menopause, also in Zeiten, in denen das Wechselspiel der Hormone einem starken Wandel unterworfen ist.

  • Die häufigste Form ist die Follikelzyste (Bläschenzyste). Sie entsteht eher bei jungen Frauen während eines Menstruationszyklus bei der Entwicklung eines befruchtungsfähigen Eies im Eierstock. Das Eibläschen (Follike), reift heran, platzt aber nicht, um das Ei freizugeben. Der Eisprung bleibt also aus, und das Eibläschen wächst durch Flüssigkeitsansammlung weiter. iI über 90 Prozent bilden sich Follikelzysten im Laufe von ein oder zwei Menstruationszyklen spontan zurück oder platzen.
  • Weitere funktionelle Zysten sind die durch Einblutung (oft in der Schwangerschaft) entstandenen Gelbkörperzysten (Corpus-luteum-Zysten), die sich meist spontan zurückbilden.
  • Eine weitere Form sind die - häufig in beiden Eierstöcken vorkommenden - Luteinzysten, die v.a. durch erhöhte Produktion eines bestimmten Hormons (HCG) entstehen. Sie können auch Folge einer Hormonbehandlung bei unerfülltem Kinderwunsch sein und bilden sich in der Regel zurück, wenn die Hormonbehandlung abgesetzt wird.
  • Polyzystische Ovarien (PCO) sind zahlreiche Eierstockzysten, die als Hauptmerkmal beim PCO-Syndrom (eine eigenständige Krankheit) vorkommen.

Zysten, die unabhängig von der Funktion der Eierstöcke wachsen und durch Sekretverhalt entstehen, sind seltener. Man nennt sie organische Zysten oder auch Retentionszysten. Sie bilden ebenfalls einen Hohlraum, der aber beispielsweise Drüsensekret oder schokoladenfarbige eingedickte Blutabbauprodukte (Schokoladenzyste) enthält, aber auch einmal Haare, Zähne oder andere Körpergewebe (Dermoidzyste). Schokoladenzysten entstehen im Rahmen einer Endometriose; Dermoidzysten werden selten im Laufe der Zeit bösartig.

Wie äußern sich Ovarialzysten?

Die meisten Ovarialzysten sind unauffällig und werden zufällig im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Macht sich eine Zyste bemerkbar, dann ist sie meist schon recht groß und drückt dadurch auf umliegendes Gewebe oder Organe. Die Beschwerden sind oft nur diffus, häufig besteht ein Druckgefühl oder einseitige ziehende Schmerzen im Unterleib. Auch unregelmäßige oder starke Menstruationsblutungen kommen vor.

Komplikationen

Ein Sonderfall sind große gestielte Zysten, die sich um ihren Stiel drehen und plötzlich heftige Schmerzen auslösen können. Daneben können Zysten reißen (Ovarialzystenruptur) und zu Blutungen in den Eierstock oder die freie Bauchhöhle führen. Das in solchen Fällen möglicherweise resultierende akute Abdomen ist eine lebensbedrohliche Komplikation, die einer intensivmedizinischen Betreuung bedarf.

In der Schwangerschaft besteht bei Ovarialzysten ab 6 cm ein erhöhtes Risiko für solche Komplikationen und eine Fehlgeburt; deshalb wird meist eine Operation zu Beginn des 2. Schwangerschaftsdrittels empfohlen.

Aktualisiert: 04.02.2016 – Autor: Dagmar Reiche

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