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Sterilisation der Frau

Frau hat Beratungstermin zur Sterilisation © istockphoto, Wavebreakmedia (Symbolfoto)

Eine Sterilisation der Frau zählt zu den sichersten Verhütungsmethoden. Sie ist sogar noch sicherer als die Einnahme der Anti-Baby-Pille. Allerdings sollte der Eingriff gut überlegt sein, da er nur schwer rückgängig zu machen ist. Zudem kann es durch die Operation, die unter Vollnarkose stattfindet, zu Nebenwirkungen wie einer Verletzung der Bauchfellbänder kommen. Generell ist der Eingriff deutlich komplizierter als eine Sterilisation beim Mann – diese birgt nämlich fast keine Risiken. Erfahren Sie hier mehr über Ablauf, Risiken und Kosten einer Sterilisation der Frau.

Künstliche Unfruchtbarkeit

Bei einer Sterilisation handelt es sich um einen Eingriff, durch den eine künstliche Unfruchtbarkeit erzeugt wird. Somit ist die OP als eine Methode zur Empfängnisverhütung anzusehen. Eine Sterilisation der Frau wird auch als Tubensterilisation bezeichnet. Beim Mann spricht man dagegen von einer Vasektomie.

Bei Frauen findet nach der Sterilisation der Eisprung weiterhin wie gewohnt statt. Das Ei wandert aber nicht mehr durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter, sondern in die Bauchhöhle. Dort wird es vom Körper abgebaut. Eine Sterilisation gilt als sehr sichere Verhütungsmethode. Statistisch gesehen wird nur 1 von 1.000 Frauen nach dem Eingriff schwanger (Pearl-Index: 0,1). Damit ist die Methode sogar noch sicherer als die Verhütung mittels der Anti-Baby-Pille. Diese hat einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9.

Die Hormonproduktion, der Menstruationszyklus und der Sexualtrieb werden von einem erfolgreichen Eingriff nicht beeinträchtigt. Einige Frauen verspüren nach der OP sogar deutlich mehr Lust auf Sex, weil sie sich nicht mehr vor einer ungewollten Schwangerschaft fürchten. Andere leiden dagegen unter Tatsache, unfruchtbar zu sein. Deswegen ist es auf jeden Fall wichtig, sich genügend Zeit für die Entscheidung zu nehmen.

Ablauf der Sterilisation

Die Sterilisation der Frau erfolgt im Gegensatz zur Vasektomie beim Mann unter Vollnarkose und dauert etwa 60 Minuten. Damit bestehen auch bei diesem Eingriff die typischen Risiken einer Vollnarkose wie Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, Beatmungsprobleme, Heiserkeit und Halsschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Der Operation kann entweder ambulant oder stationär durchgeführt werden.

Der Eingriff wird oft mittels einer Bauchspiegelung, seltener durch einen Bauchschnitt durchgeführt. Bei der Sterilisation selbst werden ebenfalls verschiedene Methoden unterschieden. Meist werden die Eileiter durch eine Kunststoff- oder Metall-Klammer verschlossen (Clip-Methode) oder durch Hitze verödet (Thermokoagulation). Teilweise wird zusätzlich auch noch ein Abschnitt der Eileiter durchtrennt.

Ein relativ neues Verfahren ist die Essure-Methode, für die keine Vollnarkose und keine Operation notwendig sind. Im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung werden dabei weiche Mikrospiralen in die Eileiter eingesetzt. Durch die Spiralen wird das Wachstum von Bindegewebe angeregt, wodurch es frühestens nach drei Monaten zu einem Verschluss der Eileiter kommen kann. Ob bereits ein sicherer Verhütungsschutz besteht, kann durch eine Röntgenuntersuchung festgestellt werden.

Sterilisation der Frau: Nebenwirkungen und Komplikationen

Während eine Sterilisation beim Mann kaum Risiken und kaum Nebenwirkungen hat, können bei Frauen deutlich mehr Komplikationen – unter anderem die folgenden – auftreten:

  • stärkere, unregelmäßige Periode
  • Eileiterschwangerschaften
  • Beschädigung der Bauchfellbänder

Kommt es zu einer Beschädigung der Bauchfellbänder, kann dies eine Unterversorgung der Eierstöcke zur Folge haben. Dadurch wiederum ist es möglich, dass es zu einem vorzeitigen Eintritt der Wechseljahre kommt.

Sterilisation rückgängig machen

Jede Frau sollte sich gut überlegen, ob sie sich wirklich sterilisieren lassen möchte oder nicht. Der Eingriff kann nämlich nur schwer – deutlich schwerer als bei Männern – wieder rückgängig gemacht werden. Da bei Frauen eine Sterilisation zudem mit mehr Risiken verbunden ist, sollte der Eingriff nur dann durchgeführt werden, wenn er wirklich nötig und sinnvoll ist.

Generell gilt, dass es bei bestimmten Methoden einfacher ist, die Sterilisation wieder rückgängig zu machen als bei anderen. Lassen Sie sich vor der OP deswegen unbedingt von Ihrem behandelnden Arzt zu diesem Thema beraten. Bei dem Eingriff – Refertilisierung genannt – werden die vernarbten Stellen an den Eierstöcken entfernt und die Enden anschließend wieder neu miteinander vernäht. Da dies sehr viel Erfahrung braucht, wird die OP nur von spezialisierten Ärzten angeboten.

Refertilisierung nicht immer erfolgreich

Selbst wenn die Refertilisierung erfolgreich ist, ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, geringer als vor der Sterilisation. Je nach verwendeter Methode werden zwischen 30 und 75 Prozent der betroffenen Frauen wieder schwanger. Allerdings ist nach dem Eingriff das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft erhöht. Besteht trotz Sterilisation ein Kinderwunsch, wird deswegen teilweise statt einer Refertilisierung eine künstliche Befruchtung bevorzugt.

Aufgrund der weitreichenden Konsequenzen raten viele Ärzte kinderlosen Frauen erst ab dem 35. Lebensjahr zu einer Sterilisation. Denn bei jüngeren Frauen kann sich der Kinderwunsch nach dem 30. Lebensjahr noch einmal verändern. Statistiken zeigen, dass viele Frauen, die sich sehr jung sterilisieren lassen, diese Entscheidung später bereuen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die Kosten für eine Sterilisation der Frau werden heute in der Regel nicht mehr von der Krankenkasse übernommen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Eingriff nur aufgrund der persönlichen Lebensplanung durchgeführt wird. Ausnahmen stellen dagegen Tubensterilisationen dar, die medizinisch notwendig sind. Hier werden die Kosten von der Krankenkasse getragen. Auch von privaten Kassen werden die Kosten meist nur dann übernommen, wenn der Eingriff aus  gesundheitlichen Gründen durchgeführt wird. Die Kosten für eine Sterilisation liegen zwischen 600 und 1.500 Euro.

Medizinische Gründe können beispielsweise dann vorliegen, wenn die Geburt eines Kindes für die Frau aufgrund ihres Körperbaus zu gefährlich wäre. Auch andere gesundheitliche Ursachen wie beispielsweise gefährliche Erbkrankheiten, aufgrund derer Frauen keine Kinder bekommen sollten, werden akzeptiert.

Aktualisiert: 07.01.2019 – Autor: Kathrin Mehner

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