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Sport - Fit für den Start?

Läufer beim Start © istockphoto, Alija

Die meisten Menschen haben ein gesundes Empfinden dafür, ob sie fit und leistungsfähig sind. Das merkt man natürlich schon in Alltagssituationen: Wer beim Treppensteigen recht früh aus der Puste gerät, sollte ebenso etwas für seine Fitness tun wie jemand, der sich nach einem längeren Spaziergang erschöpft und ruhebedürftig statt munter und aktiv fühlt. Sind Sie sich über Ihren körperlichen Zustand unklar, sollten Sie sich auf keinen Fall blind in sportliche Aktivitäten stürzen.

Qualitätssiegel

Eine gute Anlaufstelle ist dann ein Sportverein mit gut ausgebildeten Trainern. Über eine Befragung zur bisherigen "Sportkarriere" und eventuell bestehenden körperlichen Beeinträchtigungen können diese klären, welche Sportart in Frage kommt, und einen angemessenen Trainingsplan aufstellen. Besonders zu empfehlen sind Angebote in Sportvereinen, die mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT zertifiziert sind. Dieses wird seit dem Jahr 2000 vom Deutschen (Olympischen) Sportbund in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer für besonders qualifizierten Gesundheitssport vergeben (sportprogesundheit.de).

Gut geeignet sind auch Fitnessstudios. Sie sorgen mit ihrem vielfältigen Angebot dafür, dass jeder die passende sportliche Betätigung findet. Viele bieten eine Eingangsuntersuchung an, um bei den neuen Mitgliedern Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit zu testen. Hierzu gehört auch ein medizinischer Risikofragebogen mit Körperdaten (Größe, Alter, Gewicht, Body-Mass-Index, Blutdruck und Ruhepuls). Für den Bereich Fitness existierte ein Qualitätssiegel SPORT PRO FITNESS (sportprofitness.de).

Was will ich wie erreichen?

Bevor Sie sich für eine sportliche Aktivität entscheiden, sollten Sie verschiedene Punkte für sich klären:

  • Fühle ich mich fit und gesund?
  • Brauche ich (z. B. aufgrund bestehender Vorerkrankungen) eine sportärztliche Untersuchung?
  • Warum will ich mich sportlich betätigen, welche Ziele will ich erreichen (Ausdauer stärken, Muskeln aufbauen, Beweglichkeit verbessern, bestimmte Regionen straffen, Gewicht abnehmen ...)?
  • Wie viel Zeit will ich investieren?
  • Suche ich eine Sportart, bei der ich zeitlich flexibel bin oder bin ich bereit, mich auf feste Trainingszeiten einzulassen, z. B. im Verein? Möchte ich in diesem Zusammenhang auch am Wochenende an Vereinsaktivitäten und sportlichen Wettkämpfen teilnehmen?
  • Wie viel Geld bin ich bereit, für meinen Sport und die Ausrüstung zu zahlen?
  • Kann ich mich allein motivieren oder sollte ich Partner oder Freunde aktivieren?

Sicher ist sicher – Wann zum (Sport)Arzt?

Zu einer ärztlichen Untersuchung ist dann zu raten, wenn bei Ihnen bereits Vorerkrankungen bekannt sind – egal ob sie den Bewegungsapparat oder innere Organe betreffen. Grundsätzlich wird sie vor einer regelmäßigen körperlichen Aktivität empfohlen bei Personen, die über 35 Jahre alt sind und länger keinen Sport betrieben haben oder bei Personen mit einem oder mehreren Risikofaktoren wie:

  • Rauchen
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Bewegungsmangel
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus)
  • Herzkrankheiten in der Familie
  • Gerinnungsstörungen des Blutes
  • Rauchen in Kombination mit Pille (bei jüngeren Frauen)

Die Vorsorgeuntersuchung durch den Arzt umfasst im Normalfall ein ausführliches Anamnese-Gespräch und die körperliche Untersuchung. In der Regel wird der Arzt eine Blutdruckmessung durchführen und ein EKG schreiben. Bei besonderen Fragestellungen können noch weitere Untersuchungen hinzukommen, z. B. Laboruntersuchungen oder ein Belastungs-EKG.

Hilfreich ist auch der Fragebogen der Kanadischen Gesellschaft für Sportmedizin. Wenn Sie mindestens eine der sieben Fragen mit Ja beantworten, ist eine ärztliche Vorsorgeuntersuchung angezeigt.

  • Hat Ihr Arzt jemals gesagt, dass Sie mit Ihrem Herzen Probleme habe und Sie darauf hingewiesen, dass sie nur von einem Arzt empfohlene körperlichen Aktivitäten betreiben sollten?
  • Haben Sie während körperlicher Betätigung öfters Schmerzen in der Brust?
  • Hatten Sie irgendwann im letzten Monat auch ohne körperliche Aktivität Schmerzen in der Brust?
  • Haben Sie Probleme mit dem Gleichgewicht, leiden Sie unter Schwindelattacken oder werden Sie hin und wieder ohnmächtig?
  • Haben Sie Probleme mit Ihren Knochen oder Gelenken, die sich durch körperliche Betätigung verschlechtern könnten?
  • Hat Ihnen Ihr Arzt in letzter Zeit Herz- oder Blutdruckmedikamente verschrieben?
  • Kennen Sie einen anderen Grund, der gegen Ihre körperliche Betätigung sprechen könnte?

(PAR-Q – Kanadische Gesellschaft für Sportmedizin)

Nur keine Langeweile

Grundsätzlich sollte das Trainingsprogramm vielseitig und abwechslungsreich sein. Dabei stammen günstigerweise 70 % des sportlichen Trainings aus dem Bereich Ausdauer, 20 % sollten Kraftübungen und 10 % Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit sein. Für den Bereich Ausdauer eignen sich besonders Sportarten wie Joggen, Walking, Rad fahren, Schwimmen, Ski-Langlauf, Inline-Skaten, Aqua-Fitness. Aber auch Abfahrt-Ski, Ballspiele (Fuß- und Handball, Tennis, Squash) und Sporttanzen sind geeignet, wenn die Intensität hoch genug ist.

Ein bewegtes Leben führen

Gestalten Sie Ihr Leben insgesamt aktiver: Das können Kleinigkeiten wie Treppensteigen anstatt Aufzugfahren sein, der Gang zum Bäcker, der zu Fuß erledigt wird, anstatt mit dem Auto, das Aussteigen an einer Haltestelle zu früh, sodass Sie die restliche Wegstrecke laufen müssen. Und ein kurzer Abendspaziergang ist allemal ein besseres Einschlafmittel als manch langer Fernsehabend. Sind Sie tierlieb, überlegen Sie doch die Anschaffung eines Hundes – durch das Leben mit einem tierischen Begleiter finden Sie ganz von alleine zu einem bewegteren Leben zurück.

Aktualisiert: 04.10.2016 – Autor: Ina Mersch / Überarbeitung: Dagmar Reiche

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