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Atmen und Gehen: Breathwalk

2 Frauen machen Breathwalk © istockphoto, SDI Productions

Breathwalk (zu Deutsch: Atemgehen) kombiniert Yoga-Übungen, Walking und Meditation. Durch das schnelle Gehen wird die Ausdauer gefördert, zusätzlich schärfen die bewussten Atemmuster und Yoga-Abläufe den Geist und erzielen die erwünschte Entspannung. Wie funktioniert Breathwalk?

Breathwalk: Was ist das?

Breathwalk, auch bekannt als Yogawalk, ist eine sanfte Sportart, die Gehen mit rhythmischer Atmung, Meditationsübungen und Übungen aus dem Kundalini-Yoga verbindet:

  • Atmen im Rhythmus des Gehens, in vier Abschnitten einatmen, in vier Abschnitten wieder ausatmen.
  • Daumen und Fingerspitzen berühren sich, man sagt das Mantra "Sa ta na ma" (für Unendlichkeit, Leben, Tod und Wiedergeburt) und richtet den Blick in die Ferne.
  • Die Konzentration steigert sich, der Kopf wird klar, Energie kehrt in den Körper.

So erlebt man einen Teil des Breathwalks, eine Kombination aus Atmen und Yoga, der auch für Yoga-Unkundige und Sportmuffel ein Aha-Erlebnis sein kann. Breathwalk ist seit Jahren in Amerika in Mode und findet mehr und mehr Anhänger in Europa – zu Recht.

Bekannt gemacht wurde Breathwalk hierzulande vor allem durch den Kundalini-Yoga-Meister Yogi Bhajan.

Wer atmet, tankt Energie

Der Mensch atmet 20.000 bis 30.000 Mal pro Tag, 16 bis 20 Mal pro Minute – und das fast immer unbewusst. Sehr häufig atmet man falsch: unter Stress zu flach und zu schnell, manchmal zu stark ein, dann wieder zu schnell aus. Dabei ist richtiges Atmen so wichtig: So ist es zum Beispiel erwiesen, dass richtiges und bewusstes Atmen bei Herz-Kreislaufpatienten die Herzmuskelschwäche positiv beeinflusst.

Insbesondere yogische Atemübungen wirken sehr harmonisierend bei Stress: Dem Blut wird mehr Sauerstoff zugeführt und die Körperzellen regenerieren schneller. Dies fördert die allgemeine Gesundheit.

Wer unbewusst und zu flach atmet, dessen Blut erhält nicht ausreichend Sauerstoff. In der Folge können die Giftstoffe nicht vollständig abtransportiert werden, was auf Dauer die Zellen und Organe schädigen kann. Oft fühlt man sich deshalb träge und niedergeschlagen.

Wer läuft, stärkt das Herz-Kreislaufsystem

Das schnelle, sportliche Gehen ist ein natürlicher gesunder Ablauf des Organismus. Es stärkt die Ausdauer, kräftigt den gesamten Körper und bringt Herz, Kreislauf und Stoffwechsel in Schwung. Walking ist gut für das Herz-Kreislauf-System, denn die Belastung ist schön gleichmäßig, das Schritttempo bewegt sich auf einem gesunden Niveau, das heißt, Überbelastung ist fast nicht möglich. Außerdem darf jeder in "seinem" Tempo gehen – hier geht es nicht um Schnelligkeit oder Perfektion.

Das Herzvolumen und die Schlagkraft des Herzens nehmen dabei zu, der Körper wird besser durchblutet. Regelmäßiges Ausdauertraining entlastet auf lange Sicht das Herz, weil der Blutdruck insgesamt niedriger wird.

Walking und Yoga: Eine ideale Kombination

Mediziner loben die Kombination von Walken und Yoga:

  • Die Laufbewegung ist gut für den Stoffwechsel und die hormonelle Steuerung.
  • Meditation verbessert die Konzentrationsfähigkeit und baut Stress ab.
  • Yoga eignet sich beispielsweise zur Verbesserung der Atemmechanik und zur Vorbeugung gegen Asthma.

Anders als beim normalen Spazierengehen oder Walken wird beim Breathwalk das bewusste Atmen geübt.

Breathwalk – Anleitung für Einsteiger

Beim Breathwalking wird das Gehen mit einem bestimmten Atemrhythmus verbunden. Das geht vor allem bei Anfängern nur unter Anleitung, doch man lernt schnell.

  1. Bevor es losgeht, wird der Körper vorbereitet und aufgewärmt.
  2. Langsameres und schnelleres Gehen wechseln miteinander ab.
  3. Dabei atmet man im Rhythmus des Laufens ein und aus, indem man dabei jeweils bis vier zählt.
  4. Seine meditative Komponente bekommt der Walk durch das geistige Wiederholen von Mantren: Bekannt ist das Om – dies unterstützt die Konzentration und verhindert das Abschweifen der Gedanken. Dann nämlich verliert sich auch schnell wieder das bewusste Atmen.
  5. Diese Mantren werden in einer fortgeschrittenen Form des Breathwalks mit bestimmten Handhaltungen – sie heißen Mudras – verbunden. Diese dienen als Zählhilfe für die Atmung.
  6. Mit Yogaübungen, die den Körper dehnen, beendet der Trainer oder die Trainerin den Walk.

Wozu ist Breathwalk gut?

Ideal am Breathwalk ist, dass Untrainierte, Rekonvaleszenten und auch Menschen, die sich für völlig unsportlich halten, daran teilnehmen können und bald merken, wie wirksam diese Form des Walking ist. Herzkranke sollten in jedem Fall mit dem Arzt besprechen, ob sie diese Sportart mitmachen dürfen.

Breathwalk verbessert die Ausdauer, wenn man regelmäßig läuft, baut Stress ab, hilft beim Abnehmen, kräftigt das Skelettsystem und beugt Osteoporose vor.

Tipps zum Atmen

Ein Bestandteil des Breathwalkings ist die Bauchatmung. Beim Einatmen sollte sich das Zwerchfell zusammenziehen und abwärts bewegen. Die Bauchdecke sollte sich dabei nach vorne wölben. Im Brustraum entsteht so ein Sog. Dadurch entfalten sich die Lungen, man atmet ein (Bauch-/Zwerchfellatmung).

Bei der Brustatmung werden die Rippen nach oben gezogen und voneinander entfernt. Dadurch vergrößert sich der Brustraum und es entsteht wieder Unterdruck, der zur Einatmung führt. Beim Ausatmen entspannt sich das Zwerchfell und nimmt wieder seine alte Gestalt an. Damit wird verbrauchte Luft aus den Lungen gepresst. Ein Zusammenziehen der Rippen unterstützt diesen Prozess.

Zwar braucht Breathwalk einige Übung und sollte von Einsteigern zunächst unter fachkundiger Anleitung durchgeführt werden – doch dann ist die Sportart auch ohne Weiteres für untrainierte Anfänger geeignet.

Aktualisiert: 18.10.2019 – Autor: bo

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