Diabetes: Untersuchungen und Komplikationen

Um einen Diabetes mellitus zu diagnostizieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Untersuchung. Eine überaus wichtige Bedeutung kommt darüber hinaus der Untersuchung der Organe, für die ein hoher Blutzucker besonders gefährlich ist, sowie der Nerven und Gefäße zu. Hier muss geprüft werden, ob bereits Schäden entstanden sind.

Untersuchungen bei Diabetes

Zur Diagnosefindung eignen sich verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten:

  • Anamnese (Krankheitsgeschichte erfragen): Beschwerden wie Gewichtsabnahme und großes Durstgefühl können Aufschluss geben, wie lange der Diabetes schon unerkannt besteht.
  • Blut- und Hormonuntersuchungen: Größte Bedeutung für die Diabetesdiagnostik hat die wiederholte Blutzuckerbestimmung. Dabei muss der Blutzuckerwert vor und nach dem Essen betrachtet werden und auch der Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c) wird im Verlauf immer wieder kontrolliert.
  • Schon bei Verdacht auf eine gestörte Insulinabgabe wird der Glukosetoleranztest durchgeführt und die Urinuntersuchung auf Harnzucker rundet die Diagnostik ab.

Auch im Krankheitsverlauf kommt den Blutzuckerwerten eine besondere Rolle zu, denn richtig eingestellter Blutzucker hilft, Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Weiterführende Untersuchungen bei Organschäden

Wenn die Diagnose Diabetes ausgesprochen wird, sollten alle Organe, für die ein hoher Blutzucker besonders schädlich ist, auf schon bestehende Schäden untersucht werden. Eine sorgfältige Augenuntersuchung, eine Nierenfunktionsprüfung, ein EKG für die Herzfunktion und eine Prüfung der Beindurchblutung und Nervenfunktion sind unabdingbar, um sich einen Überblick über Ausfälle oder Funktionsstörungen zu verschaffen.

Der erhöhte Blutzuckerspiegel schädigt die Organe unseres Körper in unterschiedlicher Weise. Die großen Blutgefäße, in denen das zu "zuckrige" Blut fließt, neigen zu Arterienverkalkung und begünstigen dann Bluthochdruck, eine koronare Herzkrankheit – und schlimmstenfalls einen Herzinfarkt – oder Herzrhythmusstörungen, einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung. Auch andere Organe können einen Infarkt erleiden.

Aber auch die kleinen Blutgefäße werden geschädigt – das hat besonders für die Nieren (diabetische Nephropathie) und Augen (diabetische Retinopathie), aber auch die Potenz Konsequenzen. Dialysepflichtigkeit und Sehverlust sind Folgen, mit den sich viele Diabetiker nach jahrelanger Krankheit auseinandersetzen müssen.

Diabetes beeinträchtigt Gefäße und Nerven

Die Gefäßveränderungen nennt man diabetische Makroangiopathie (bei den großen Blutgefäßen) und Mikroangiopathie (bei den kleinen Blutgefäßen). Die schlechte Durchblutung, vor allem am "Körperende" wie den Füßen, betrifft auch die kleinsten Nervenendigungen (diabetische Polyneuropathie).

Bei Diabetikern sind die Nerven weniger empfindlich für Reize, was besonders an den Füßen zusammen mit der schlechten Durchblutung schnell zum Krankheitsbild des diabetischen Fußes führen kann. Diese Infektanfälligkeit zeigt sich aber auch in anderen Körperregionen – Zahnentzündungen, Nagelpilze und Scheidenpilze sind häufige Probleme.

Diabetes in der Schwangerschaft bedeutet Gefahr für Mutter und Kind. Dabei kann sowohl eine Diabetikerin schwanger sein als auch ein Diabetes erstmalig in der Schwangerschaft (Schwangerschaftsdiabetes) auftreten. Diese Schwangerschaft wird immer als Risikoschwangerschaft klassifiziert und muss besonders überwacht werden.

Aktualisiert: 19.02.2018 – Autor: Nathalie Blanck

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