Diabetes und Herz – Herzbeteiligung bei Diabetes

Wie äußert sich eine Herzbeteiligung?

Gerade die Kombination von eingeschränktem Schmerzempfinden und einem Herzen, das sich nicht vom Nervensystem beeinflussen lässt, kann bei Arteriosklerose und verengten Herzkranzgefäßen dazu führen, dass ein diabetisches Herz zu stark beansprucht wird. Normalerweise würden Herzschmerzen auftreten, man würde die beanspruchende Tätigkeit abbrechen – eine Herzschädigung wird vermieden.

Beim Diabetiker treten aber keine Schmerzen auf und es tritt schlimmstenfalls ein stummer Herzinfarkt auf, der sich durch keinerlei Warnzeichen ankündigt. Übrigens sind Frauen mit Diabetes häufiger als Männer von den Folgen der Herzbeteiligung betroffen.

Wie diagnostiziert man eine Herzbeteiligung bei Diabetes?

Eine Erhöhung der Herzfrequenz in Ruhe erkennt man bereits beim Pulsmessen. Die einmalige Messung der Herzfrequenz ist jedoch nicht besonders aussagekräftig, denn viele Menschen sind beim Arztbesuch aufgeregt. Deshalb wird mit einem EKG und vor allem einem Langzeit-EKG geprüft, inwieweit sich die Herzfrequenz in Ruhephasen absenkt.

Mit einem Belastungs-EKG wird untersucht, inwieweit sich die Herzfrequenz und die Aktivität des Herzens unter einer definierten Belastung (meistens Fahrradfahren auf einem Ergometer) verändert und ob sich im EKG Veränderungen der Herzfrequenz und der Durchblutungssituation zeigen.

Bei auffälligem Befund kann mit einer Herzkatheter-Untersuchung genau abgeklärt werden, ob und in welchem Ausmaß eine Arterienverkalkung der Herzkranzgefäße vorliegt.

Was kann man selbst tun, um sein eigenes Risiko zu senken?

Jeder sollte bemüht sein, die Risikofaktoren zu vermeiden, die zum Diabetes führen können. Besonders Übergewicht spielt eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Diabetes. Es führt dazu, dass die Körperorgane immer mehr Insulin fordern, bis sie Blutzucker in die Zellen hineinlassen. Sie werden sozusagen resistent gegen Insulin. Aus dieser Insulinresistenz entwickelt sich nach und nach die häufigste Diabetesform, der Typ-2-Diabetes, der verharmlosend auch Altersdiabetes genannt wird.

Diese schmerzlosen Erkrankungen Übergewicht und Insulinresistenz werden zusammen mit Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen das "Tödliche Quartett" genannt – ihre Tücke liegt darin, dass man als Betroffener durch den fehlenden akuten Leidensdruck (keine Schmerzen, keine akute Einschränkung der Lebensqualität) oft nicht gewillt ist, konsequent etwas gegen die Erkrankung zu tun. 

So ist es gar nicht so selten, dass ein Typ-2-Diabetes erst nach mehreren Jahren diagnostiziert wird: Der Patient hat keine Schmerzen und weiß überhaupt nicht, dass er an Diabetes leidet.

Neben einer Steigerung der körperlichen Aktivität, einem Verzicht auf Nikotin und Alkohol sind eine gesunde Ernährung und eine reduzierte Zufuhr von Kochsalz Möglichkeiten, sich vor Diabetes zu schützen – und die allgemeine Lebensqualität zu erhöhen.

Wenn Sie an Diabetes erkrankt sind, sollten Sie mindestens einmal jährlich von Ihrem Hausarzt mit einem EKG und Belastungs-EKG kontrollieren lassen, wie es um Ihr Herz bestellt ist – denn möglicherweise ist Ihr Herz nicht in der Lage, durch Beschwerden auf sich aufmerksam zu machen!

Was kann der Arzt tun?

Sobald beim Ihnen eine Herzschädigung diagnostiziert wird, ist neben einer möglichst guten Blutzuckereinstellung besonders wichtig, das Herz medikamentös zu schützen. Dabei werden Betablocker eingesetzt, um die Herzfrequenz herabzusetzen, und ACE-Hemmer, um den Blutdruck zu normalisieren und das Herz so bei seiner Arbeit zu unterstützen. Gerinnungshemmer wie niedrig dosierte Acetylsalicylsäure verhindern, dass sich kleinste Blutgerinnsel bilden und die Arterien verstopfen.

Aktualisiert: 16.02.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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