Diabetes und trockene Haut – Therapie

Die richtige Reinigung

Beachten Sie folgende Tipps für Diabetiker zur richtigen Reinigung des Körpers:

  • Die empfindlichen Körperpartien wie Hände, Beine und Füße sollten täglich mit einer milden, pH-Wert-neutralen Seife oder einem rückfettenden Duschöl und warmem Wasser gereinigt werden. Das Gleiche gilt für Körperpartien, die stark schwitzen.
  • Für die Gesichtsreinigung sind rückfettende Reinigungslotionen ideal.
  • Ansonsten ist Wasser absolut ausreichend. Eine übertriebene Reinigung schadet der Haut eher.
  • Beim Baden in der Wanne sind fettspendende Badeöle ideal. Länger als zehn Minuten sollten Diabetiker hier aber nicht ausharren. Sonst quillt die Haut zu sehr auf und trocknet unnötig aus. Dasselbe gilt für Fußbäder.
  • Anschließend mit einem weichen Handtuch abtrocknen. Dabei Hautfalten an Ellenbogen oder unter der Brust und Zehenzwischenräume besonders beachten. Denn feucht-warme Orte sind die Lieblingsplätze von Pilzen und Bakterien.
  • Danach eine spezielle Pflegecreme für Diabetiker auftragen.

Vorsorge mit Feuchtigkeit

Die richtige und regelmäßige Pflege kann den Zustand der Haut deutlich verbessern und damit die Gefahr für Infektionen reduzieren. Diabetiker sind deshalb besonders auf qualitativ hochwertige Produkte angewiesen.

Eine wichtige Rolle spielt hier der Feuchthaltefaktor Harnstoff (Urea). Die Konzentration des natürlichen Bestandteils der Haut ist bei Diabetikern bis zu 90 Prozent niedriger als bei Gesunden. Speziell für die Fußpflege gibt es in der Apotheke Cremes und Cremeschäume mit zehn Prozent Harnstoff. Inhaltsstoffe wie Hamamelis und Lavendelöl wirken zusätzlich durchblutungsfördernd, belebend und desinfizierend. Für die Gesichtshaut reichen fünf Prozent Urea. Glycerin oder Allantoin sorgt zusätzlich für mehr Feuchtigkeit.

Doch auch die Flüssigkeitsversorgung von innen ist wichtig. Denn Diabetiker haben durch den erhöhten Blutzuckerspiegel einen erhöhten Harndrang und verlieren so zusätzlich Flüssigkeit. Sie sollten deshalb über den ganzen Tag verteilt rund zwei Liter, also etwa acht Gläser Mineralwasser oder ungesüßten Kräutertee, trinken.

Hautpflege bei Diabetes: Fett nicht vergessen!

Fett ist für Diabetikerhaut mindestens genauso wichtig wie Feuchtigkeit. Denn Lipide legen sich wie ein Schutzfilm auf die Haut, bilden so eine wehrhafte Barriere zur Umwelt und schützen sie vor Austrocknung. Fettreiche Wasser-in-Öl (W/O)- Emulsionen transportieren außerdem Urea besser in die tieferen Hautschichten als die Öl-in-Wasser (O/W)-Produkte. Das meiste Fett enthalten Salben. Sie galten deshalb lange Zeit als sicherste Verdunstungsbarriere auf trockener Diabetikerhaut.

Heute weiß man, dass sie leider auch die Poren verstopfen können und somit die Hautatmung behindern. Besser sind spezielle Cremeschäume. Sie ziehen schneller ein und kleben nicht an der Kleidung. Die Haut kann ungehindert atmen und ist dennoch ausreichend mit Fett und Feuchtigkeit versorgt.

Auch wenn bei der Pflege die Auswahl groß ist, empfehlen Experten, nicht allzu oft zwischen den Produkten zu wechseln. Das Allergierisiko steigt sonst erheblich an. Wer mit seiner Pflegeserie zufrieden ist, sollte deshalb dabei bleiben.

Aktualisiert: 31.08.2017

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