Fieber: Ab wann gefährlich?

Frau hat gefährliches Fieber © istockphoto, demaerre

Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist Fieber keine Krankheit, sondern zeigt an, dass im Körper etwas nicht in Ordnung ist. Fieber beginnt ab einer Körpertemperatur von 38 Grad Celsius (rektal gemessen), ab 39 Grad Celsius handelt es sich um hohes Fieber. Wenn das Fieber über 40 Grad Celsius steigt oder länger andauert, müssen Sie einen Arzt rufen.

Wie kommt es zu Fieber?

Bei einer Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen können die Krankheitserreger als sogenannte Pyrogene wirken. Dies sind fiebererzeugende Botenstoffe, die schon in geringer Menge auf das Temperaturzentrum im Gehirn wirken. Durch die Pyrogene, die der Körper auch selbst bilden kann, wird der normale Wert der Körpertemperatur heraufgesetzt und auf eine höhere Temperatur eingestellt. Wir fangen an zu frieren und manchmal kommt es sogar zu einem Schüttelfrost. Zu dem Fieber kommen häufig Kopfschmerzen und unangenehme Gliederschmerzen.

Durch den Anstieg der Temperatur gehen viele Bakterien und Viren zugrunde. Fieber hilft diese Erreger im Organismus zu bekämpfen und ist deshalb eine sinnvolle Reaktion unseres Körpers, um mit Infektionen fertig zu werden und Abwehr- und Heilungsprozesse im Körper in Gang zu bringen. Deshalb gilt: nicht sofort zu fiebersenkenden Medikamenten greifen.

Infektionskrankheiten als Ursache

Häufigste Ursachen sind unterschiedliche Infektionskrankheiten wie

  • Erkältung, Grippe
  • Blasenentzündungen
  • Magen- und Darminfektionen
  • Rheuma
  • Infektionskrankheiten im Kindesalter, zum Beispiel Mumps oder Masern

Tipps bei Fieber: geeignete Maßnahmen

  • Schonen Sie sich und verrichten Sie keine körperlich anstrengenden Arbeiten. Bei mittlerem bis hohem Fieber sollten Sie strenge Bettruhe einhalten.
  • Trinken Sie viel, mindestens 2 Liter am Tag. Die körpereigene Abwehr leistet jetzt Schwerstarbeit und benötigt deshalb mehr Flüssigkeit als sonst.
  • Die Luftfeuchtigkeit im Zimmer sollte über 70% liegen. Stellen Sie einen Luftbefeuchter auf oder hängen Sie nasse Tücher über die Heizung.
  • Um das Fieber bei höheren Temperaturen zu senken, helfen Wadenwickel. Wickeln Sie kühle Tücher für etwa 20 Minuten um die Unterschenkel.
  • Erkältungsbäder sind gut geeignet, um das Fieber aus dem Körper zu schwitzen. Eine anschließende Bettruhe ist nach dem Bad unbedingt notwendig. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie unter Herz- / Kreislaufproblemen leiden.
  • Holunderblüten- oder Lindenblütentee sind ebenfalls für eine Schwitzkur gut geeignet.
  • Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente helfen gegen die lästigen Gliederschmerzen und das Fieber. Sie sollten jedoch erst bei Fieber ab 38,5 Grad Celsius eingesetzt werden, außer bei Kindern oder älteren, geschwächten Menschen.
  • Pflanzliche Immunstimulantien, Vitaminpräparate und Mineralstoffe können helfen, den Krankheitsverlauf zu verkürzen oder abzuschwächen.
  • Ihre Hausapotheke sollte immer ein Fieberthermometer beinhalten. Die genaue Messung der Temperatur ist sehr wichtig, damit die richtigen Maßnahmen getroffen werden können. Für Kinder gut geeignet sind Digitalthermometer oder ein Ohrthermometer. Sie haben den Vorteil, dass die Messung in sehr kurzer Zeit erfolgt.

Fieber: Ab wann gefährlich?

Temperatur Maßnahmen
36,3 - 37,4°C Normaltemperatur
37,5 - 38,0°C Erhöhte Temperatur: harmlos, kann auch Folge körperlicher Arbeit sein.
38,1 - 38,5°C Leichtes Fieber: Fördert die Abwehr, muss meist nicht gesenkt werden.
38,6 - 39,0°C Mäßiges Fieber: Kann für chronisch Kranke belastend werden.
39,1 - 39,9°C Hohes Fieber: Wird auf Dauer belastend, sollte gesenkt werden. Arzt verständigen!
40,0 - 42,5°C Sehr hohes Fieber: Unbedingt den Arzt rufen!
>42,6°C Akute Lebensgefahr: Die Eiweißstoffe im Körper beginnen zu gerinnen, Nervenzellen werden durch die Hitze geschädigt.

Aktualisiert: 13.01.2017

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