Husten – So werden Sie selbst aktiv

Frau hustet © istockphoto, Wavebreakmedia

Was tun gegen Husten? Medikamente wie Hustenstiller oder Schleimlöser können helfen, Husten zu stoppen. Aber auch Hausmittel wie Brustwickel oder Kräuter sowie alternative Behandlungsmethoden wie Akupressur werden gegen Husten eingesetzt. Welche Mittel gegen Husten es gibt, stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Die Atemwege schonen

Um Husten zu stoppen, sollten Sie zunächst Ihre Atemwege schonen:

  • Vermeiden Sie alles, was für die Schleimhäute Ihrer Atemwege zusätzlichen Stress bedeutet. Rauchen Sie nicht beziehungsweise meiden Sie verrauchte Räume.
  • Trinken Sie viel, am besten an die drei Liter täglich. Dadurch wird der Bronchialschleim flüssiger und kann leichter abgehustet werden.
  • Sorgen Sie für ein angenehmes Raumklima: Überheizte und trockene Luft ist Gift für Ihre Bronchien – stellen Sie am besten einen Luftbefeuchter auf, alternativ können Sie feuchte Tücher aufhängen.

Kräuter wirken von innen und außen

Mit Kräutertees schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe – Sie sorgen für ausreichende Flüssigkeitszufuhr und nutzen die Heilkraft der Kräuter: 

  • Den Hustenreiz lindert ein Tee mit Malvenblüten oder -blättern oder mit Spitzwegerichkraut. Auch Tee aus Brennnessel, Süßholz, Ingwer, Fenchel oder Anis wirken bei Husten lindernd.
  • Um den Schleim zu lösen, bereiten Sie einen Aufguss aus Eukalyptusblättern, Holunderbeeren oder Thymiankraut. Honig süßt den Tee nicht nur, sondern löst auch den Schleim.

Heilkräuter erhalten Sie lose oder als Fertigmischung in der Apotheke. Dort können Sie auch die genaue Zubereitung erfragen.

Eukalyptusöl können Sie übrigens auch äußerlich für Einreibungen anwenden. Oder Sie nehmen ein warmes Bad mit dem ätherischen Öl, die Dämpfe beruhigen Ihre Atemwege. Für Kinder ist ein Bad mit Eukalyptus allerdings nicht geeignet, da seine Dämpfe zu Atemnot führen können.

Wickel helfen bei Husten

Hals- und Brustwickel haben bereits in der Generation unserer Großmütter Hustenbeschwerden gelindert.

Gegen akuten Husten können Sie Halswickel mit gekochten, noch warmen, zerdrückten Kartoffeln auflegen oder die Variante mit gehackten, angewärmten Zwiebeln probieren. Dazu bedecken Sie Ihren Hals mit einem dünnen Innentuch, geben dann zum Beispiel auf ein Geschirrtuch Kartoffeln oder Zwiebeln und wickeln die Masse vorsichtig um Ihren Hals. Ein weiteres Tuch hält alles an Ort und Stelle.

Bei chronischer Bronchitis helfen heiße, feuchte Brustwickel, sie lösen den Schleim.

Homöopathie und Akupressur gegen Husten

Gegen Husten werden viele Homöopathika empfohlen, zum Beispiel Bryonia alba (weiße Zaunrübe) bei sich allmählich entwickelndem Husten mit stechenden Brustschmerzen, Cuprum metallicum (metallisches Kupfer) bei länger andauernden Hustenattacken oder Ipecacuanha (Brechwurzel) bei zähem Schleim, der nicht abgehustet werden kann.

Auch Akupressur kann bei Husten helfen. Die relevanten Punkte Lunge 7, 8 und 9 sitzen seitlich am Handgelenk, direkt unterhalb des Daumenballens. Drücken Sie einen oder mehrere dieser Punkte für ein bis zwei Minuten so fest, wie Sie es aushalten. Wiederholen Sie den Vorgang nach Bedarf nach einer halben Stunde.

Medikamente gegen Husten

Es gibt verschiedene Medikamente gegen Husten mit unterschiedlicher Wirkung:

  • Hustenstiller (Antitussiva) lindern die Beschwerden bei trockenem Reizhusten und sorgen für eine ruhige Nacht. Nehmen Sie sie aber nicht über einen längeren Zeitraum ein, da sie das Abhusten des Schleims verhindern. Wirkstoffe sind zum Beispiel Codein, Dextrometorphan oder Noscapin. Es gibt auch pflanzliche Präparate aus zum Beispiel Huflattich, Eibisch, isländisches Moos oder Spitzwegerich.
  • Schleimlösende Medikamente (Mukolytika) sorgen dafür, dass der Schleim leichter abgehustet werden kann. Bekannte Wirkstoffe sind zum Beispiel Acetylcystein, Bromhexin oder Carbocistein. Wer lieber ein pflanzliches Mittel wählt, kann Präparate mit Efeu, Thymian, Eukalyptus oder Myrtol einnehmen.

Wenn eine bakterielle Infektion vorliegt, wird Ihnen Ihr Arzt ein Antibiotikum verschreiben.

Husten – wann zum Arzt?

Für die Behandlung des Hustens ist es wichtig, die (meist harmlose) Ursache zu kennen und die Grunderkrankung zu therapieren. Normalerweise verschwinden die Beschwerden rasch wieder, wenn Sie Ihren Körper bei der Heilung aktiv unterstützen.

In den folgenden Fällen sollten Sie bei Husten unbedingt einen Arzt aufsuchen:

  • wenn Sie nicht wissen, warum Sie husten
  • wenn Sie länger als zwei Wochen husten
  • wenn Sie grünlichen oder gelblichen Auswurf oder Blut husten
  • wenn Sie zusätzlich hohes Fieber bekommen
  • wenn Sie starke Atembeschwerden haben

Wie kann man Husten vorbeugen?

Viele Erkrankungen – so auch Husten – lassen sich vermeiden, wenn Sie Ihr Immunsystem fit halten und einige einfache Regeln befolgen:

  1. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und schlafen Sie genug.
  2. Trinken Sie zwei bis drei Liter täglich.
  3. Rauchen Sie möglichst nicht.
  4. Stärken Sie Ihren Körper mit Wechselduschen oder Saunagängen.
  5. Waschen Sie sich häufig die Hände, wenn Sie Kontakt zu erkälteten Personen hatten.

Aktualisiert: 20.03.2019 – Autor: Nathalie Blanck

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