Beschwerdebild Husten – was können Sie tun?

Frau hustet © istockphoto, kzenon

Wenn man sich verschluckt und Krümel in die falsche Kehle geraten, ist Husten ein wichtiger Schutzmechanismus. Doch daneben tritt Husten auch bei vielen Erkrankungen auf, beispielsweise im Rahmen einer Erkältung, Bronchitis oder aber auch einer Herzinsuffizienz. Wir erklären, wie Sie Ihrem Körper helfen, den Husten loszuwerden. 

Ursachen für Husten

Husten ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das heißt, er kann Anzeichen verschiedener Erkrankungen sein. Dauert der Husten länger als acht Wochen, spricht man von chronischem Husten. 

Wenn wir husten, zieht sich das Zwerchfell zusammen und die Luft aus unseren Lungen wird ruckartig ausgestoßen – zusammen mit der Luft werden verschluckte Fremdkörper, Staub, Krankheitserreger oder Schleim nach außen befördert. Unsere Atemwege, also Nase, Rachen und Luftröhre sowie die Bronchien, die Verzweigungen der Luftröhre in der Lunge, sind mit sogenanntem Flimmerepithel ausgekleidet, das schleimige Flüssigkeit produziert und so die Luft befeuchtet.

Bronchitis

Die häufigste Ursache für Husten ist eine Bronchitis, also eine Entzündung der Schleimhäute der Bronchien. Eine akute Bronchitis tritt oft bei einer durch Viren hervorgerufenen Erkältung auf und verläuft meist unkompliziert. Erst entsteht ein trockener Reizhusten, der gerade in der Nacht sehr quälend sein kann. Im weiteren Verlauf der Erkältung produziert das Flimmerepithel vermehrt Schleim, der zunächst fest und zäh ist und schlecht abgehustet werden kann. In diesem Fall spricht man von festsitzendem, unproduktivem Husten.

Wird der Schleim mit der Zeit flüssiger, kann er leichter abgehustet werden. Bei diesem lockeren, produktiven Husten werden zusammen mit dem Schleim auch die Krankheitserreger aus der Lunge transportiert. 

Weitere Ursachen können das Einatmen von Reizstoffen, zum Beispiel Rauch oder Säure, oder Infektionskrankheiten wie Masern oder Keuchhusten sein. Bei einer durch Bakterien hervorgerufenen Bronchitis kommt es zu schleimig-eitrigem Auswurf. Hier ist meist eine Behandlung mit Antibiotika nötig. 

Das wiederholte Auftreten einer akuten Bronchitis kann zu einer chronischen Bronchitis führen, das heißt, in einem Zeitraum von zwei Jahren treten mindestens drei Monate lang die Symptome einer Bronchitis auf. Auch dauernde Schädigungen der Lunge, zum Beispiel durch Rauch, Staub oder chronische Herz- und Nierenerkrankungen verursachen eine chronische Bronchitis, mit dem typischen "Raucherhusten" am Morgen mit schleimig-weißem Auswurf. Schwerwiegende Folgen sind die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), bei der die Bronchien mit der Zeit kollabieren, oder ein Lungenemphysem. Dabei zerstört die chronische Entzündung die Lungenbläschen.

Erkältung

Oft tritt Husten auch bei einer Erkältung auf, die durch Viren hervorgerufen wird. Die Viren reizen die Schleimhaut von Nase, Rachen und Luftröhre, führen zu Schnupfen und Halsschmerzen und begleitend kann auch Husten auftreten. Der Husten entwickelt sich ähnlich wie bei einer Bronchitis zunächst vom Reizhusten über den unproduktiven zum produktiven Husten.

Allergien und Asthma

Bei Allergien, die die Atemwege betreffen, ist Husten ein typisches Symptom, denn als Reaktion des Immunsystems auf die allergieauslösenden Stoffe wird in den Bronchien wieder vermehrt Schleim produziert. Manchmal kann durch eine Allergie auch Asthma ausgelöst werden.

Husten kann auch ein Zeichen für Asthma sein. Bei Asthma sind die Schleimhäute der Bronchien besonders empfindlich und entzünden sich leicht. Daneben treten meist Atembeschwerden und ein typisches brummendes ("giemendes") Atemgeräusch auf.

Nasennebenhöhlenentzündung

Bei einer Sinusitis sind die von der Nase ausgehenden Nebenhöhlen entzündet. Dadurch produziert das Flimmerepitel der Schleimhaut vermehrt Sekret, das vor allem nachts aus den Nasennebenhöhlen abläuft, in die Atemwege gelangt und dort einen Hustenreiz auslöst. Dadurch kommt es neben Fieber, eitrigem Schnupfen und Schmerzen im Stirnbereich auch zu Husten.

Weitere Ursachen

Husten kann außerdem zum Beispiel bei Herzinsuffizienz (Herzschwäche), der gastroösophagealen Refluxkrankheit oder als Nebenwirkung bei manchen Medikamenten (zum Beispiel ACE-Hemmern) auftreten. Glücklicherweise selten ist ein Tumor in der Lunge die Ursache für Husten – jedoch gerade bei Husten, der länger als sechs Wochen anhält, muss diese Ursache ausgeschlossen werden.

Aktualisiert: 09.12.2016 – Autor: Nathalie Blanck

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