Arterielle Verschlusskrankheit – Behandlung und Vorbeugung

Was können Sie tun, damit keine AVK entsteht?

Am besten ist es natürlich, bereits der Entstehung einer arteriellen Verschlusskrankheit vorzubeugen. Es gibt einige Faktoren, die Sie bei Ihrer Lebensführung berücksichtigen und für die Sie Abhilfe schaffen können. 

Zu den Risikofaktoren für die Entstehung einer Arteriosklerose und damit einer AVK gehören vor allem:

  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • eine fettreiche, unausgewogene Ernährungsweise
  • Nikotingenuss
  • Stress

Auch ein hoher Blutdruck und zu hohe Blutzuckerwerte bei einem Diabetes fördern arteriosklerotische Ablagerungen, darum sind eine gute Blutdruck- und Blutzuckereinstellung so wichtig.

Diagnose der arteriellen Verschlusskrankheit

Wenn Sie entsprechende Beschwerden schildern, wird der Arzt zuerst das Ausmaß der AVK bestimmen. Dazu misst er – bei Schmerzen in den Beinen – den Blutdruck an den Fußarterien, bestimmt auf einem Laufband Ihre schmerzfreie Gehstrecke, und untersucht die Arterien mit Ultraschall, um Ablagerungen in den Gefäßen zu erkennen.

Um den Schaden genau zu diagnostizieren, wird danach eine Kontrastmittel-Angiografie durchgeführt. Dabei wird ein Kontrastmittel in die Oberschenkelarterie gespritzt und im Röntgenbild wird sichtbar, welche Arterien in welchem Abschnitt wie stark betroffen sind.

Was kann der Arzt gegen eine AVK unternehmen?

Kurze Verengungen (Stenosen) können dann möglicherweise mit einem Ballon gedehnt werden – dabei wird ein Katheter mit aufblasbarer Spitze unter Röntgenkontrolle bis zur Verengung geschoben und der Ballon mit Kochsalzlösung gefüllt, bis die Ablagerungen an den Rand gedrückt sind.

Bei längeren Stenosen gibt es einerseits die Möglichkeit, operativ die Ablagerungen auszuschälen, das heißt, der Arzt führt eine sogenannte Thrombendarteriektomie durch und näht ein Stück Kunststoffhaut, einen Patch, auf die eröffnete Arterie.

Wenn allerdings die Arterie massiv durch die Ablagerungen geschädigt ist, diese die Wand der Arterie komplett durchsetzt haben und dadurch eine Ausschälung nicht möglich ist, oder wenn die Stenose sehr lang ist, wird ein Bypass eingesetzt, der als neue Durchflussmöglichkeit für das Blut dient.

Medikamentöse Behandlung der AVK

Medikamentös können die Gefäße auch mit Prostaglandin E1 erweitert werden. Dieser auch vom Körper hergestellte Botenstoff führt neben der Gefäßerweiterung zu einer Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes und senkt den Blutfettgehalt.

Thrombozytenaggregationshemmer, das sind Substanzen wie Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel, sind sogenannte "Blutverdünner", sie werden allen Patienten mit Arteriosklerose gegeben, um das Risiko eines plötzlichen Verschlusses einer Arterie zu senken.

Was tun, wenn bei Ihnen eine AVK diagnostiziert wurde?

Da sich eine AVK langsam entwickelt, ist der Körper in der Lage, Umgehungskreisläufe (sogenannte Kollateralen) auszubilden. Dabei übernehmen kleinere Arterien die Blutversorgung der verengten größeren. Sie können die Entstehung von Kollateralen im Beinbereich fördern, in dem Sie ein an Ihre Situation angepasstes Gehtraining aufnehmen.

Spätestens, wenn Sie Symptome bei sich feststellen, die zu einer Schaufenster-Krankheit passen, sollten Sie mit einem Arzt Ihres Vertrauens einen "Schlachtplan" gegen das Fortschreiten der AVK entwerfen, der unter Umständen eine Umstellung Ihrer Gewohnheiten wie Nikotinverzicht, eine Diät, aber auch ein Gehtraining und medikamentöse Zusatzmaßnahmen umfasst.

Vielleicht hilft Ihnen bei der wichtigen Entscheidung für mehr Bewegung eine Gefäßsportgruppe in Ihrer Nähe? Oder Sie legen sich einen auslaufbegeisterten Vierbeiner zu? Daneben gönnen Sie Ihren schlecht durchbluteten Füßen mehr Aufmerksamkeit: Verschlechtern Sie die Durchblutung nicht durch enges Schuhwerk oder einschnürende Strümpfe und erwägen Sie den regelmäßigen Besuch bei einem professionellen Fußpfleger – Ihre Füße werden es Ihnen danken!

Aktualisiert: 17.05.2018 - Autor: Nathalie Blanck

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