Venenleiden - Vorbeugung und Behandlung von Venenschwäche

Wie bei vielen anderen Erkrankungen gilt auch bei Venenschwäche und Krampfadern: Das Beste ist, vorzubeugen! Die meisten Risikofaktoren lassen sich ausschalten oder zumindest verringern. Hilfreiche Allgemeinmaßnahmen sind:

  • Bewegung: Wer schwere Beine hat, möchte sich gerne hinsetzen. Doch das ist falsch. Täglich so viel Gehen wie möglich bringt die Muskelpumpen erst richtig in Gang. Besonders geeignete Sportarten sind Schwimmen, Laufen, Radfahren, Skilanglaufen, Wandern, Tanzen und Golfspielen.
  • Langes Sitzen oder Stehen vermeiden: Füße so oft wie möglich hochlagern (Unterschenkel auf Herzhöhe) oder zumindest immer wieder die Muskeln von Füßen und Beinen an- und entspannen, Fußkreisen und Zehenstandsübungen einbauen. Nicht die Beine beim Sitzen übereinanderschlagen.
  • Übergewicht reduzieren
  • Flache Schuhe und lockere Kleidung tragen, die nicht in den Kniekehlen oder den Leisten einschneidet: Hohe Absätze behindern die Muskelpumpe, enge Jeans und zu enger Gummi von Kniestrümpfen den Rückfluss des Blutes.
  • Alkohol und Nikotin meiden
  • Kältereize straffen die Venen: regelmäßige Wechselbäder oder Wechselduschen der Beine von den Füßen bis zum Oberschenkel, am besten mehrmals täglich.
  • Vermeiden von Wärmeeinwirkung und ausgiebigem Sonnenbaden: Strichen Sie am besten Wannenbad, Sonnenbad oder Sonnenbank. Gehen Sie am Meer lieber schwimmen und machen Sie lange Strandspaziergänge. Sauna in Maßen (einzelne Gänge nur kurz, dazwischen Tauchbecken) ist erlaubt, solange keine Venenentzündung vorliegt.

Hilfe aus der Apotheke

Daneben gibt es spezielle Unterstützung für Venenprobleme. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und lassen Sie sich in der Apotheke beraten:

  • Stützstrümpfe helfen bei schweren Beinen und beugen Schwellungen vor, eignen sich allerdings nicht zur Therapie bei Krampfadern. Es gibt sie als Strumpf oder Strumpfhose in der Apotheke in vielen modischen Farben.
  • Ödeme werden durch sogenannte Ödemprotektiva verhindert und gemindert, Präparate aus Rosskastaniensamen, rotem Weinlaub oder Buchweizenkraut. Sie dichten die Venenwände ab und erhöhen die Wandspannung. Eine ähnliche Wirkung besitzt Rutin, das v. a. in der Gartenraute, aber auch in anderen Pflanzen (z. B. Buchweizen, Fenchel, Schwarze Johannisbeere) enthalten und ebenfalls als Fertigpräparat verfügbar ist. Die Wirkung macht sich nach frühestens 2 Wochen bemerkbar; die Venenmittel sollten zudem ein Leben lang eingenommen werden.
  • Durchblutungsfördernde oder blutgerinnungshemmende Salben und Gele, z. B. mit Rosskastaniensamen oder Heparin lindern die Beschwerden.

Die Palette der Venenarzneimitteln ist groß. Allerdings ist bei vielen Substanzen die Wirksamkeit nicht objektiv belegt oder die Mittel enthalten zwar wirksame Inhaltsstoffe, diese aber in viel zu geringen Mengen. Präparate aus der Apotheke sind hoch genug dosiert. Es gibt nur wenige Wirkstoffe, die in groß angelegten Untersuchungen gute Noten erhalten haben: Als besonders wirksam erwiesen haben sich der Extrakt des

  • Rosskastaniensamens (auf der Packung auf das Wort "Aescin" achten)
  • japanischen Schnurbaums (auf der Packung auf das Wort "Oxerutin" achten)
  • roten Weinlaubs (auf der Packung auf das Wort "Flavonoide" achten)
  • Mäusedornwurzelstocks (auf der Packung auf das Wort "Ruscogenine" achten)

Aktualisiert: 13.02.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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