Venenprobleme – auch zur kalten Jahreszeit

übereinander geschlagene Beine mit Venenproblemen © rawpixel

Nicht nur zur Sommerzeit laufen unsere Beine heiß. Auch der Winter kann für die Venen eine Belastung darstellen: Endlosschlangen beim Winterschlussverkauf oder beim Geschenkekauf, Stehen auf dem Weihnachtsmarkt, Fußbodenheizung oder Gewichtszunahme sind echte Strapazen für die Venen. Hinzu kommt ein winterlicher Bewegungsmangel: Regen, Schnee und Graupelschauer verlocken nicht jeden zu regelmäßigen Spaziergängen. Auch die "wenigstens einmal pro Woche Sport-Disziplin" gerät in der kalten und trüben Jahreszeit ins Wanken. Wir erklären, wo winterliche Falle für die Venen lauern und geben Ihnen 10 hilfreiche Tipps zur Pflege der Venen.

Welche Funktion haben unsere Venen?

Die Venen nehmen sauerstoffarmes Blut aus den Geweben auf und befördern es entgegen der Schwerkraft zum Herzen zurück. In den Beinen bekommen die Venen dabei von den Muskelpumpen Hilfe. Wenn die Beinmuskeln sich zusammenziehen, üben sie Druck auf die tief gelegenen Venen aus und befördern so das Blut in Richtung Herz. Entspannen sich die Beinmuskeln, verhindern Venenklappen, dass das Blut zurück, also nicht zum Herzen, fließt.

Wie entstehen strapazierte Venen?

Häufiges Stehen, womöglich in engen Stiefeln, schadet der Wadenmuskelpumpe, die das Blut entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen transportiert. Kein Wunder, dass sich daraufhin kleine Nischen in den Blutgefäßen bilden, in denen sich das Blut "kurze Pausen gönnt". Die Venenklappen schließen dann nicht mehr richtig.

In Folge fließt das Blut nicht in das tiefe Venensystem, sondern versackt in den oberflächlichen Venen. Durch diese Volumenbelastung erweitern sich die oberflächlichen Venen: Die Venenwände erschlaffen, leiern aus und büßen an Elastizität und Festigkeit ein.

Venenprobleme durch Bewegungsmangel

Gerade wenn es draußen nass und kalt ist, locken Sofa und Sessel mehr als sportliche Betätigung. Doch diese Gemütlichkeit bringt Probleme für unsere Venen mit sich: Aktive Muskelarbeit in den Beinen unterstützt die Venen bei ihrer Aufgabe, das Blut entgegen der Schwerkraft zum Herzen zurückzubefördern.

Allerdings sind die Venenklappen auf eine gut trainierte Muskulatur angewiesen. Lässt diese zu wünschen übrig, besteht auch hier die Gefahr erschlaffender Venen.

Wie äußern sich strapazierte Venen?

Kosmetisch unschön, aber meist ungefährlich sind kleine, oberflächliche Besenreiser. Sie können aber schon Anzeichen einer Schädigung der tiefer liegenden Venen sein. Sind auch größere, oberflächliche Gefäße betroffen, spricht man von Krampfadern. Diese sind oft begleitet von müden Beinen, Schwellungen, Spannungsgefühl und Kribbeln in den Beinen, manchmal auch von Juckreiz und nächtlichen Wadenkrämpfen.

Häufiges Stehen und Sitzen führen durch den Druck des Blutes auf die Venenwände zusätzlich zur Überdehnung. Erste Anzeichen für eine Venenentzündung sind:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Hitze und
  • Schmerz

Die Rolle von Übergewicht bei Venenproblemen

Übergewicht belastet nicht nur unsere Herzgesundheit, sondern auch die unserer Venen. Plätzchen, Marzipan, Weihnachtsgans, Silvester-Fondue und dann auch noch Faschingskrapfen – verbunden mit einem Mangel an Sport und Bewegung führen sie in den meisten Fällen zu einer Gewichtszunahme.

Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hilft, Übergewicht zu reduzieren, und kommt damit letztlich auch unseren Venen zugute.

Barfuß im Schnee statt Wärmestau

Schicke Stiefel – am besten kniehoch – sind zwar ein Hingucker. Aber das macht unsere Venen nicht an. Im Gegenteil: Eine hohe Schaftkante schnürt das Bein regelrecht ein.

Kommen zudem hohe Absätze dazu, ist das natürliche Abrollen des Fußes beim Gehen behindert, was für die Funktion der Venen von Nachteil ist. Hohe Absätze beeinträchtigen den Rücktransport des Blutes in Richtung Herzen, da die Fuß- und Wadenmuskulatur durch dieses Schuhwerk in ihrer Arbeit behindert wird.

Venen-Experten warnen zudem vor überheizten Räumen, insbesondere einer Fußbodenheizung, in Kombination mit langem Sitzen oder Stehen.

Stützstrumpfhosen können zumindest eine Hilfe sein für Menschen, die viel stehen müssen, wie beispielsweise Verkäuferinnen in überheizten Kaufhäusern. Wer im Winter öfter unter geschwollenen und schmerzenden Beinen leidet, sollte die Heizung ein wenig runterdrehen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Venen!

10 Tipps zur Pflege der Venen

  1. Wassertreten à la Kneipp in kaltem Wasser und Wechselduschen tun den Venen gut. Die Alternative für den Winter: Kurz barfuß im Schnee laufen stärkt die Abwehrkräfte und puscht die Venenfunktion (danach darf es ruhig ein warmes Fußbad sein).
  2. Übergewicht belastet die Venen und sollte daher vermieden werden.
  3. Viel trinken ist wichtig!
  4. Venenfreundlicher Sport wie Schwimmen oder Radfahren fördert den Blutfluss.
  5. Steigen Sie Treppen, anstatt den Lift zu benutzen – das gilt auch für den Einkaufsmarathon im Kaufhaus.
  6. Legen Sie die Beine möglichst oft hoch.
  7. Vermeiden Sie langes Sitzen.
  8. Schlagen Sie beim Sitzen nicht die Beine übereinander, da die Venen sonst gequetscht werden.
  9. Enge Stiefel oder Schuhe mit hohen Absätzen beeinträchtigen den Blutfluss.
  10. Meiden Sie zu viel Hitze, wie zum Beispiel durch langes Sonnenbaden oder einen Wärmestau durch überheizte Räume oder eine Fußbodenheizung.

Aktualisiert: 17.01.2020 - Autor: Nathalie Blank, überarbeitet: Nadja Weber

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