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Schlaf - Grundbedürfnis und Lebenselixier

Schlafende Frau © istockphoto, style-photographs

Früher ging man davon aus, dass der Schlaf keine wesentliche Bedeutung für den Menschen hat und lediglich eine Unterbrechung des Tagesablaufes darstellt. Heute weiß man durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, dass der Schlaf lebensnotwendig für den Körper und die Psyche ist.

Was ist Schlaf eigentlich?

Schlaf ist bei weitem nicht, wie lange angenommen wurde, eine rein passive Tätigkeit. Während Teile des Körpers im Schlaf "auf Sparflamme" arbeiten sind andere äußerst aktiv. Im Schlaf sind Kreislauf, Atmung und Puls verlangsamt. Der Körper reagiert schwächer auf äußere Reize. Gleichzeitig finden während des Schlafens wichtige Aufbau- und Abbauprozesse statt. Unser Gehirn arbeitet auf Höchstleistung und verarbeitet die Erlebnisse des Tages. Über den Schlaf machen sich die meisten nur Gedanken, wenn er gestört ist. Nicht zu Unrecht, denn lang anhaltende Schlafstörungen führen zu gesundheitlichen und auch psychischen Störungen.

Den Schlaf erforschen...

Die Vorgänge im Schlaf und damit die Erkenntnis über die Bedeutung des Schlafes für unsere Gesundheit ist erst in den letzten Jahrzehnten intensiver erforscht worden. Vieles ist noch unbekannt. Einig sind sich die Wissenschaftler, dass der Schlaf unverzichtbare Grundlage für Entwicklung, Wohlbefinden und Gesundheit ist. Bekräftigt wird dies durch ein Urteil des Europäischen Menschengerichtshofs. "Gesunder Schlaf ist ein Menschenrecht." – so urteilten die Richter und gaben damit einer Spanierin Recht, die sich jahrzehntelang durch nächtlichen Disco-Lärm gestört fühlte.

Arbeiten im Wechsel von Tag und Nacht

Als die Arbeit des Menschen noch vom Tageslicht abhängig war, schliefen sie bis zum Sonnenaufgang. Wenn die Sonne wieder unterging, legten sie sich ins Bett. Vor 100 Jahren erfand Thomas Alva Edison die elektrische Glühbirne und nun war es möglich auch abends und nachts zu arbeiten. Schlaf wurde zunehmend als etwas Überflüssiges betrachtet, zumal man damals über den Schlaf sehr wenig wusste. Die Folge ist, dass der Mensch zunehmend das Gespür für die innere Uhr im Körper verloren hat.

Schlaf und Erholung

Schlaf ist kein gleichförmiger Vorgang. Im Schlaf durchlaufen wir unterschiedlich tiefe Schlafphasen, die sich im Laufe der Nacht immer wieder abwechseln. Wichtig für die Erholung im Schlaf sind zwei Phasen:

  • Im Tiefschlaf erholt sich der Körper. Hier werden wichtige Bausteine gebildet, die für die Erhaltung und Reparatur unserer Organe wichtig sind. Ausreichend langer Schlaf verlangsamt Alterungsprozesse.
  • In der so genannten Traum-Phase (auch REM-Phase genannt), findet die geistige Erholung statt.

Fehlen die REM-Phasen, so hat dies weit reichende Auswirkungen. Versuchspersonen, die im Schlaflabor in jeder REM-Phase geweckt wurden, zeigten bereits nach zwei Tagen psychische Auswirkungen wie depressive und aggressive Verstimmungen. Erstreckte sich der REM-Schlaf-Entzug über mehrere Wochen, traten Angstzustände und sogar schwere Psychosen auf. Für einen gesunden Schlaf ist ein ausreichend langer Schlaf mit Tiefschlaf- und REM--Phasen wichtig. Ist das Schlafprofil gestört oder die Schlafdauer deutlich verkürzt, verliert der Schlaf seine erholsame Funktion.

Schlaf und Erkrankungen

Einen Mangel am "Grundnahrungsmittel" Schlaf geht neben dem Risiko für psychische Probleme auch mit dem Risiko körperlicher Erkrankungen einher. Schlafstörungen begünstigen Entzündungen im Körper, die wiederum Grund für Arteriosklerose sind. Folgen von fehlendem oder gestörtem Schlaf können auch Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Magen-Darm-Störungen sein. Chronische Schlafstörungen können außerdem zu einer Insulin-Resistenz und verschlechterten Glucose-Toleranz führen – Faktoren, die einen Diabetes begünstigen.

Schlaf und Lernen

Das Gehirn ist im Schlaf aktiver als im Wachzustand. Dabei wird nicht nur Gelerntes im Gedächtnis verankert. Auch Erlebnisse des Tages werden bewertet und unbewusst unseren Erfahrungen zugeordnet. Ständiger Schlafmangel verringert die Gedächtnisleistung. Tests, bei denen Versuchspersonen Vokabeln lernen mussten und nach unterschiedlicher Schlafdauer abgefragt wurden, haben dies bestätigt. Schlaf ist also nicht nur hilfreich für das Lernen, er ist dafür sogar notwendig.

Schlaf und Immunsystem

Unser Immunsystem arbeitet im Schlaf auf Hochtouren. Während des Schlafes werden besonders viele immunaktive Stoffe ausgeschüttet, die die Immunabwehr steigern. Infektionen können so am besten bekämpft werden. Ein Mangel an Schlaf führte in Untersuchungen schon nach sechs Tagen zu einer verminderten Antikörperantwort. Umgekehrt wird der Schlaf bei Infektionen stimuliert. Jeder kennt das: sobald wir eine Grippe verspüren, werden wir müde. Im Schlaf findet zusätzlich eine Zunahme der natürlichen Killerzellen und der Fresszellenaktivität statt. Unser Immunsystem lässt uns also müde werden, damit die durch den Schlaf erhöhte Immunaktivität wirken kann.

Schlaf und Hunger

Nachts halten wir es acht und mehr Stunden ohne Essen aus. Der Grund: Im Schlaf wird das Appetit hemmende Hormon Leptin ausgeschüttet. Im Wachzustand übernimmt dann der Gegenspieler - das Hormon Ghrelin - wieder die Kontrolle und schon bekommen wir wieder Hunger. Bei chronischem Schlafmangel wird dieses Gleichgewicht gestört. Die appetitanregenden Hormone werden vermehrt ausgeschüttet. Menschen mit chronischen Schlafstörungen haben ein für ihre Körpergröße höheres Körpergewicht. Jeder der auf sein Gewicht achten muss, sollte deshalb auch auf ausreichend Schlaf Wert legen.

Schlaf tut gut und ist gesund

Auch wenn die täglichen Anforderungen stetig steigen, der Körper braucht den Schlaf, um sich zu regenerieren. Die Auswirkungen des Schlafmangels auf unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und die Erhaltung der Gesundheit kann nicht unterschätzt werden. Deshalb sollte bei Schlaflosigkeit immer die Ursachen von einem Arzt abgeklärt werden. Häufig helfen schon einfache Maßnahmen, um wieder zu einem gesunden Schlaf zu finden. Bei länger anhaltenden Schlafstörungen kann es durchaus sinnvoll sein, den Kreislauf aus Schlafstörung und der Unruhe am nächsten Tag zu durchbrechen. Hier bieten sich beruhigende Einschlafmittel an. Ihre Apotheke berät Sie gerne in der Auswahl des für Sie passenden Einschlafmittels.

Aktualisiert: 29.02.2012 – Autor: gesundheit.de

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