Ohrenschmerzen wirksam stoppen

Frau mit Ohrenschmerzen beim Arzt © istockphoto, gpointstudio

Ohrenschmerzen stellen kein eigenes Krankheitsbild dar, sondern sind leidglich Symptom einer bestimmten Erkrankung. Ohrenschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben - besonders häufig steckt eine Mittelohrentzündung hinter den Beschwerden. Ohrenschmerzen treten oft zusammen mit einer Erkältung oder Halsschmerzen, beim Kauen oder während der Schwangerschaft auf. Am meisten betroffen sind jedoch Kinder. Doch was hilft bei Ohrenschmerzen? Wir haben typische Behandlungsmöglichkeiten sowie einige wirksame Hausmittel gegen Ohrenschmerzen für Sie zusammengestellt.

Ohrenschmerzen haben viele Ursachen

Ohrenschmerzen können ein Anzeichen für eine Ohrenerkrankung darstellen, sie können aber auch andere Ursachen haben. Liegt eine Ohrenerkrankung vor, sind entweder Ohrmuschel, Gehörgang, Trommelfell, Mittelohr oder Innenohr betroffen. Eine Erkrankung einer dieser Partien wird als primäre Otalgie bezeichnet. Am häufigsten treten Ohrenschmerzen dabei durch Entzündungen im Mittelohr und im äußeren Gehörgang auf.

Daneben gibt es aber auch andere mögliche Verursacher von Ohrenschmerzen (sekundäre Otalgie), zum Beispiel:

  • Erkrankungen der Zähne oder des Kiefergelenkes
  • Erkrankungen des Nasen-Rachen-Raumes oder des Kehlkopfes
  • Nervenentzündungen im Gesicht
  • Probleme an der Halswirbelsäule
  • Entzündungen der Ohrspeicheldrüse
  • Luftdruckveränderungen (zum Beispiel beim Tauchen und Fliegen, aber auch bei einer Explosion oder einem Schlag aufs Ohr)

Typische Begleitsymptome bei Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen können einseitig oder beidseitig auftreten und einen drückenden oder stechenden Charakter haben. Sie sind meist relativ stark und lassen auch nachts oft nicht nach.

Je nachdem, welche Ursache hinter den Ohrenschmerzen steckt, können Ohrenschmerzen mit verschiedenen Symptomen einhergehen. So kann es zu Schwindel, Ohrengeräuschen, einem Fremdkörpergefühl im Ohr sowie einer Hörminderung kommen. Im Folgenden finden Sie genauere Informationen zu einzelnen Ursachen von Ohrenschmerzen und dabei auftretenden Symptomen.

Entzündungen in Mittelohr und äußerem Gehörgang

Entzündungen im Mittelohr und im äußeren Gehörgang stellen die häufigsten Ursachen von Ohrenschmerzen dar. Eine Mittelohrentzündung entsteht zumeist als Folge einer Erkältung: Bakterien aus dem Nasen-Rachen-Raum gelangen bis ins Mittelohr und sorgen dort für eine Entzündung.

Bei einer Entzündung des äußeren Gehörganges handelt es sich dagegen um eine durch Bakterien oder Pilze hervorgerufene Infektion der Gehörgangshaut. Oft entsteht eine solche Entzündung durch eine übertriebene Ohrhygiene, Verletzungen durch Wattestäbchen oder eindringendes Badewasser.

Typische Begleitsymptome von Ohrenschmerzen, die durch eine Mittelohrentzündung entstehen, sind Hörprobleme, Fieber und Schwindel. Bei einer Gehörgangsentzündung ist das Ohr zudem geschwollen und juckt. In beiden Fällen kann es außerdem zu Ausfluss aus dem Ohr kommen.

Verletzungen der Ohrmuschel und des Trommelfells

Tritt neben Ohrenschmerzen eine starke Hörminderung auf, kann dies ein Zeichen für einen Gehörgangverschluss durch Ohrenschmalz oder einen Fremdkörper im Ohr sein. Bei einem Fremdkörper tritt häufig außerdem ein Druckschmerz im Ohr auf.

Ist das Trommelfell verletzt, treten die Ohrenschmerzen sehr plötzlich und stechend auf. Es kommt zu einem gravierenden Hörverlust, Tinnitus und Schwindel sowie einem Verlust von Flüssigkeit oder Blut über die Ohren. Das Trommelfell kann sowohl durch innere Entzündungen, als auch durch starke Luftdruckschwankungen oder Lärmeinwirkungen verletzt werden.

Ist die Ohrmuschel oder das Ohrläppchen gerötet und geschwollen, deutet diese auf eine Verletzung und Entzündung des äußeren Ohres hin. Eine solche Entzündung entsteht, wenn über Wunden oder gereizte Hautstellen – beispielsweise nach dem Stechen eines Piercings – Bakterien in das Gewebe eindringen. Liegt eine solche Entzündung vor, spannt das Ohr häufig und fühlt sich warm an.

Nasen-Rachen-Raum und Ohrenschmerzen

Werden Ohrenschmerzen nicht durch eine Entzündung im Ohr selbst, sondern durch Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum oder am Kehlkopf hervorgerufen, treten neben Ohrenschmerzen noch weitere Symptome auf. Dazu gehören:

Auslöser für die Ohrenschmerzen können unter anderem eine Mandelentzündung, eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Rachenentzündung sein. Aber auch Mund-, Rachen- oder Kehlkopfkrebs, Mumps oder das Pfeiffersche Drüsenfieber können als Ursache in Frage kommen.

Ohrenschmerzen durch Kiefer- und Halsprobleme

Probleme im Kieferbereich können ebenfalls zu unangenehmen Ohrenschmerzen führen: So können sich unter anderem verspannte Kaumuskeln, Gebissfehlstellungen, durchbrechende Weisheitszähne oder Entzündungen im Kiefer auf die Ohren auswirken.

Neben Ohrenschmerzen können dabei Schmerzen an den Zähnen sowie im Kiefergelenk, Zahnfleischbluten und Kopfschmerzen auftreten. Sind die Kaumuskeln durch nächtliches Zähneknirschen verkrampft, können außerdem die Muskeln im Bereich der Schultern und des Nackens schmerzen.

Solche Symptome können aber auch auf Halswirbelsäulenprobleme hindeuten. Ist dies der Fall, treten meist noch zusätzlich Schmerzen beim Bewegen der Halswirbelsäule auf. In einem solchen Fall sollten Sie auf jeden Fall einen Orthopäden aufsuchen.

Ohrenschmerzen bei Kindern

Kinder leiden besonders häufig unter Ohrenschmerzen, vor allem Kleinkinder haben meist gleich mehrmals in den ersten Lebensjahren mit Ohrenschmerzen zu kämpfen. Jungen sind dabei häufiger von Ohrenschmerzen betroffen als Mädchen.

Besonders häufig sind Ohrenschmerzen bei Kindern die Folge einer Mittelohrentzündung. Dies liegt daran, dass die Verbindungsröhre zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr bei Kindern kürzer und waagerechter ist als bei Erwachsenen. So können Bakterien bei einer Erkältung oder Grippe leicht in das Mittelohr gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen.

Kleinkinder sind bei Ohrenschmerzen oft weinerlich und reiben sich häufig am Ohr. Oft treten auch allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall oder Erbrechen auf. Wenn Ihr Kind Ohrenschmerzen hat, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache der Ohrenschmerzen abklären zu lassen.

Aktualisiert: 05.01.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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