Schluckbeschwerden behandeln

Frau mit Schluckbeschwerden © istockphoto, ChesiireCat

Schluckbeschwerden werden in der Fachsprache "Dysphagie" genannt und können zahlreiche Ursachen haben. Besonders im Winter können Erkältungen unangenehme Schluckbeschwerden mit Halsschmerzen auslösen. Jedoch müssen die Beschwerden nicht immer von Schmerzen begleitet sein, manchmal hat man lediglich das Gefühl einen Kloß im Hals zu haben. So können die Symptome in Schluckbeschwerden mit Halsschmerzen und Schluckbeschwerden ohne Halsschmerzen eingeteilt werden.

Chronische Schluckbeschwerden

Die Beschwerden beim Schlucken können akut eintreten oder länger andauern, also chronisch sein. Eine häufige Ursache für chronische Schluckbeschwerden ist zum Beispiel die gutartige Vergrößerung der Schilddrüse bei Jodmangel. Die Behandlung mit Hausmitteln kann bei Schluckbeschwerden Linderung schaffen, bei anhaltenden Symptomen sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

Ursachen von Schluckbeschwerden

Die Ursachen von Schluckbeschwerden sind vielfältig, da verschiedene Strukturen und Funktionen am Schluckakt beteiligt sind. So kann die Ursache im Mund, im Rachen, in der Speiseröhre oder aber auch beim Mageneingang liegen. Die Schluckstörung stellt in der Regel nur das Symptom einer Erkrankung und nicht die Erkrankung selbst dar. Für die Behandlung ist es also wichtig, die Ursache zu kennen.

  • Zu den Ursachen von Problemen beim Schlucken im Mund-Rachen-Raum zählen vor allem Entzündungen der Mandeln oder des Kehlkopfs sowie akute Rachenentzündungen im Rahmen einer Erkältung. Die Betroffenen leiden dann unter Schluckbeschwerden mit starken Halsschmerzen und Fremdkörpergefühl im Hals. Desweiteren können Verbrennungen der Schleimhaut das Schlucken erschweren.
  • Einengungen der Speiseröhre, zum Beispiel durch Tumore, können Schluckbeschwerden auslösen. Auch Aussackungen in der Wand der Speiseröhre können das Passieren der Nahrung behindern. Häufig muss der Betroffene würgen und die zu sich genommene Nahrung kann nicht problemlos passieren.
  • Ist die Funktion des Schließmuskels am Mageneingang gestört, so leiden Patienten häufig unter Säurerückfluss und Sodbrennen, was dann wiederum Schluckbeschwerden auslösen kann.
  • Eine vergrößerte Schilddrüse kann ebenfalls die Ursache für Schluckbeschwerden sein. Diese Vergrößerung kann selten von einem Tumor verursacht sein, ist aber zumeist eine gutartige Reaktion des Organs auf Jodmangel. Bei Menschen mit Jodmangel kann die Schilddrüse nicht ausreichend arbeiten, es entsteht eine Unterfunktion. Dann versucht die Schilddrüse den Anforderungen des Stoffwechsels gerecht zu werden, indem sie sich vergrößert und eine größere Oberfläche zur Aufnahme des Jods bildet. Somit versucht die Schilddrüse trotz des wenigen Jods ausreichend Hormone zu produzieren. Es gibt verschiedene Stadien einer vergrößerten Schilddrüse: von kaum tastbaren Vergrößerungen über die Einschränkung der Nahrungspassage, des Schluckens und des Atmens bis hin zu einem äußerlich deutlich sichtbaren Kropf.
  • Ist ein Tumor im Halsbereich Ursache für die Schluckbeschwerden, so können diese sich auch einseitig anfühlen.
  • Schwere neurologische Erkrankungen sind häufig eine Ursache für chronische Schluckbeschwerden. Schlaganfall-Patienten sowie Patienten mit Demenz, Multipler Sklerose oder Morbus Parkinson können häufig den Schluckakt schwer steuern und leiden unter massiven Schluckbeschwerden. Eine häufige Komplikation kann bei diesen Patienten auch das "Verschlucken" von Nahrung in die Lunge sein, was schwere Lungenentzündungen auslösen kann.
  • Seltenere Ursachen sind genetische Defekte, bei welchen die Muskulatur nicht vollständig ausgebildet ist und das Schlucken von Nahrung erschwert wird.
  • Kinder verschlucken gelegentlich Fremdkörper, wodurch Schluckbeschwerden verursacht werden können.
  • Psychische (Befindlichkeits-)Störungen, welche meist unbewusst auftreten, können ebenfalls eine häufige Ursache für Schluckbeschwerden darstellen.

Schluckbeschwerden mit Hausmitteln behandeln

Für die richtige Behandlung der Schluckbeschwerden ist es sehr wichtig die genaue Ursache zu kennen. Bei einfachen Rachenreizungen oder trockenen Schleimhäuten können Hausmittel Wunder wirken, es können aber weitere Medikamente oder ärztliche Maßnahmen notwendig werden.

Geeignete Hausmittel für die Behandlung von Schluckbeschwerden sind zahlreich. Betroffene sollten grundsätzlich viel trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten und Entzündungen zu lindern. Warme Milch mit Honig, eine heiße Zitrone oder warme Suppen sind gute Hausmittel. Kräutertees können die Schluckbeschwerden bessern, wenn die Kräuter eine lindernde Wirkung besitzen. Besonders geeignet sind zum Beispiel Thymian und Salbei.

Ein Schal und warme Wickel sind hilfreich bei Entzündungen des Halses. Bei Erkältungen mit verstopfter Nase helfen Inhalationen mit Salzwasser, um den Schleim in den Atemwegen und der Nase zu lösen. Dies ist ein einfaches, billiges und sehr gut wirksames Hausmittel. Raucher sollten unbedingt das Rauchen einstellen.

Schluckbeschwerden durch Jodmangel

Um einer Vergrößerung der Schilddrüse aufgrund von Jodmangel vorzubeugen, ist es wichtig mit der Nahrung ausreichend Jod aufzunehmen, indem man zum Beispiel regelmäßig Fisch isst. Sind die Schluckbeschwerden von starken Schmerzen begleitet können auch schmerzlindernde Tabletten eingenommen werden.

Behandlung je nach Schweregrad

Symptome, die trotz der Behandlung mit Hausmitteln über einige Tage anhaltend sind oder sich verschlimmern, sind unbedingt von einem Arzt abzuklären, da auch bösartige Erkrankungen die Schluckbeschwerden auslösen können. Je nach Schweregrad kann es nötig werden, dass der Arzt den Patienten mit einer Ernährungssonde ernähren muss.

Liegen die Schluckbeschwerden in einer neurologischen muskulären Erkrankung begründet, können Schluckübungen helfen. Die Behandlung von Tumoren hängt von der Art, Größe und Lage der Wucherung ab, grundsätzlich können Operationen, Bestrahlungen oder Chemotherapie Therapie der Wahl sein.

Schluckbeschwerden im Alter

Besonders häufig sind Schluckbeschwerden bei älteren Menschen, die unter verschiedenen chronischen Erkrankungen leiden, welche Schluckbeschwerden verursachen und verstärken können. Zudem verändern sich bei alten Menschen häufig die Geschmackswahrnehmung und der Appetit und sie nehmen weniger Nahrung und Flüssigkeit auf. So werden die Schleimhäute im Mund und Rachen sehr trocken und die Schluckbeschwerden verschlimmern sich.

Aktualisiert: 19.09.2019 – Autor: Marina Hochdorfer

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