Ekzem: Behandlung und Ursachen

Ekzem am Ellenbogen © istockphoto, Suze777

Rote Flecken auf der Haut, die meist noch mit starkem Juckreiz einhergehen was kann das sein? In den allermeisten Fällen handelt es sich um ein Ekzem. Ekzeme stellen mit bis zu 20 Prozent den größten Anteil an Hauterkrankungen dar. Ekzem ist der Sammelbegriff für entzündliche, meist juckende, nicht ansteckende Hauterkrankungen. Anhand unterschiedlicher Krieterien werden verschiedene Formen unterschieden. Diese sowie mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten werden im Folgenden genauer betrachtet.

1. Unterscheidung nach dem Verlauf

  • Das akute Ekzem ist häufig mit Juckreiz, Rötung und Bläschenbildung verbunden. Die Herde nässen oft und verkrusten leicht.
  • Ein chronisches Ekzem ist durch eine trockene, schuppige Haut, gesteigerte Verhornung und ebenfalls durch Juckreiz gekennzeichnet. Die Haut verdickt sich, wird rissig und wirkt rau.

2. Unterscheidung nach dem Auslöser

  • Ekzeme, die durch äußere Einflüsse hervorgerufen werden, werden exogenes Ekzem beziehungsweise Kontaktekzeme genannt. Unterschieden wird dabei in allergische (hervorgerufen durch zum Beispiel Nahrungsmittel oder Metalle) und nicht allergische (hervorgerufen durch beispielsweise Chemikalien wie Putzmittel) Kontaktekzeme.
  • Ekzeme, die vorwiegend durch innere Einflüsse verursacht werden, heißen endogene Ekzeme. Bei einem endogenen Ekzem ist eine genetische Veranlagung vorhanden – sie betrifft etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Das häufigste endogene Ekzem ist das sogenannte atopische Ekzem – die Neurodermitis. Kinder erkranken mit einer Häufigkeit von etwa 30 bis 40 Prozent an einer Neurodermitis, wenn bereits ein Elternteil unter dieser Hautkrankheit leidet. Ist bei beiden Elternteilen ein endogenes Ekzem aufgetreten, so erkranken etwa 60 bis 70 Prozent der Kinder. Häufig leiden die Betroffenen auch unter Bronchialasthma, Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien.

Ekzeme was ist zu beachten?

Damit der Arzt die Diagnose leichter stellen kann, sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Wann und unter welchen Bedingungen ist das Ekzem aufgetreten?
  • Haben Sie schon öfter unter solchen Hauterkrankungen gelitten?
  • Wo treten die Hauterscheinungen auf?

Mögliche Ursachen eines Ekzems

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über mögliche Ursachen eines Ekzems an den verschiedenen Körperregionen:

Beispiele Mögliche Ursachen
Kopf Haarfärbe- und Haarpflegemittel
Gesicht Kosmetika, Rasierwasser, Rasierseife, Nagellack
Arm Uhr/Armband bei Metallallergie
Lippen Zahnpasta, Mundwasser, Zitrusfrüchte, Lippenstift, Lippenbalsam, Kaugummi
Hände Wasch- oder Reinigungsmittel, Pflanzenallergene
Körper Dusch- oder Badezusätze, Kleidung, Massagemittel
Achselhöhlen Deo, schweißhemmende Präparate
Bauch Jeansknöpfe, Hosen
Genitale Intimhygienemittel, empfängnisverhütende Präparate
Bein Strümpfe (Material, Farbe), Ulkussalben
Füße Deo, Mittel gegen Pilzerkrankungen

Basispflege der Haut

In jedem Fall kommt der individuellen, konsequenten Basispflege eine besondere Rolle zu, da die Haut in den meisten Fällen bereits vorgeschädigt ist und deshalb eine besondere Pflege benötigt. Durch eine gute Hautpflege kann auch sogenannten Sekundärinfektionen durch Bakterien, Pilzen, Viren vorgebeugt werden.

Deshalb gilt: Verzichten Sie auf alles, was die Haut zusätzlich austrocknen könnte. Dazu zählt zum Beispiel:

  • alkalische Seifen, Putzmittel
  • alkoholische Einreibungen oder Lotionen
  • heiße Bäder über 35 Grad Celcius
  • intensive Sonnenbäder

Wie wird ein Ekzem behandelt?

Zur Pflege der Haut eignen sich wirkstofffreie Salbengrundlagen oder Ölbäder. Wer unter einer geröteten beziehungsweise entzündeten Haut leidet, sollte auf Schüttelmixturen oder O/W-Emulsionen zurückgreifen. Fettende Salben sollten nicht aufgebracht werden.

Offene, nässende Hautkrankheiten behandelt man heutzutage mit feuchten oder fettfeuchten Verbänden. Dadurch wird einmal einer Austrocknung vorgebeugt, zum anderen erreicht man damit einen kühlenden Effekt. Fettfeuchte Verbände legt man wie folgt an: Zuerst wird eine Fettcreme aufgetragen, über die dann ein feuchter Verband gelegt wird. Nun kommt ein trockener Verband darüber, der für etwa drei bis fünf Stunden auf der Haut bleibt.

Neben wirkstofffreien Zubereitungen haben sich auch Harnstoffpräparate bewährt, da Harnstoff die Hornhautschicht normalisiert, den Juckreiz lindert und auch leicht antibakterielle Eigenschaften hat.

Hilfreiche Präparate bei Ekzemen

Hilft eine konsequente Basispflege nicht, können cortisonhaltige Präparate – eventuell als sogenannte Intervalltherapie, also im Wechsel mit der Basispflege – eingesetzt werden.

Weitere Möglichkeiten sind pflanzliche Präparate. Sie sind allerdings schwächer wirksam als eine 0,5 prozentige Hydrocortisoncreme. In manchen Fällen erscheint auch die Einnahme von Zinktabletten bei einem Ekzem sinnvoll.

Aktualisiert: 19.02.2018

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