Neurodermitis - Entstehung

Neurodermitis bei einem Kind © istockphoto, LucaLorenzelli

Juckende trockene Haut, wund gekratzte Stellen, Schuppen und immer wieder das Gefühl, seiner Haut ausgeliefert zu sein – Neurodermitis hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, fast jedes 10. Kind zeigt Anzeichen dieser entzündlichen Hauterkrankung.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung mit starkem Juckreiz. Sie wird auch als endogenes Ekzem und atopische Dermatitis bezeichnet. In Deutschland leiden mehr als 6 Millionen Menschen darunter.

Die Erkrankung zeigt sich oft schon im Säuglingsalter und kann bis zum Erwachsenenalter bestehen bleiben. Bei jedem 5. Patienten ist dies der Fall. Sie kann jedoch auch erst mit 20 bis 25 Jahren auftreten.

Meist tritt im weiteren Verlauf des Lebens eine Besserung des Krankheitsbildes ein, allerdings sind in höherem Lebensalter noch 10 bis 25 % aller Neurodermitiker hautkrank.

Symptome: Wie äußert sich Neurodermitis?

Hauptmerkmale der Neurodermitis sind Juckreiz, Knötchenbildung auf der Haut und Hautvergröberung an den betroffenen Stellen. Meist treten die Beschwerden in Phasen auf. Weitere Merkmale der Neurodermitis können sein: trockene Haut und Lippen, eine doppelte Unterlidfalte, häufige Hautekzeme oder Hautinfektionen und Blässe der Haut nach mechanischen Reizen.

Gewöhnlich beginnen erste Hautveränderungen um den 3. Lebensmonat. Die Haut des Säuglings ist gerötet und es treten kleine, stark juckende Bläschen auf. Das Aufkratzen dieser Bläschen führt zu entzündlich-nässenden Hauterscheinungen. Dabei sind vor allem die Kopfhaut und die Wangen betroffen. Später trocknen die nässenden Stellen aus und es bildet sich ein Schorf. Man spricht auch von Milchschorf, weil dieser Schorf wie getrocknete Milch aussieht. Oft bildet sich dieser Milchschorf von alleine zurück, allerdings kann er auch erstes Anzeichen einer Neurodermitis sein.

Bei Kindern im Alter von 3 bis 18 Jahren kommt es zum typischen Erscheinungsbild der Neurodermitis, bei dem vor allem die Ellenbogen und Kniekehlen betroffen sind. Durch das häufige Kratzen verdickt und vergröbert sich die Haut an den betroffenen Stellen. Der Juckreiz ist besonders schlimm und führt häufig zu Schlafstörungen. Dies kann die ganze Familie belasten. Eine so angespannte familiäre Situation kann wiederum zu einer psychischen Belastung des Kindes und damit zu einer weiteren Verschlechterung der Krankheit führen. Nicht selten entsteht so ein Teufelskreis.

Auch in dieser Phase kann die Krankheit nachlassen oder sich weiter ausbreiten und auch den Hals, die Hand- und Fußgelenke und die Handrücken befallen. Komplikationen treten auf, wenn die aufgekratzten Stellen mit Bakterien, Viren oder Pilzen infiziert werden.

Neurodermitis und Erwachsene

Häufig verschwindet die Krankheit in der Kindheit von selbst und bessert sich stark. In seltenen Fällen besteht eine lebenslange Belastung mit Neurodermitis, wobei sich meist Phasen mit starken Hauterscheinungen und Phasen ohne Hautprobleme abwechseln.

Die Krankheit kann jedoch auch im Erwachsenenalter erstmalig ausbrechen. Hierbei sind meist die Hände, Ohren, der Hals und das Gesicht von den juckenden Knötchen befallen.

Ursachen bei der Entstehung und dem Verlauf

Die genaue Entstehung von Neurodermitis ist zwar noch ungeklärt, aber verschiedene Faktoren wirken als mögliche Ursachen auf das Krankheitsbild ein:

  • Es besteht eine erbliche Veranlagung.
  • Umweltfaktoren wie Klima, Luftverschmutzung, Infekte etc. verschlimmern die Beschwerden.
  • Übertriebene Hautpflege (häufiges Duschen oder Baden) trocknen die Haut zusätzlich aus.
  • Bestehen Allergien gegen bestimmte Stoffe führt deren Aufnahme zu einem Krankheitsschub.
  • Innere Faktoren wie psychischer Stress können die Krankheit verschlimmern.

Aktualisiert: 11.05.2012 – Autor: Nathalie Blanck

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?