Bettwanzen – Comeback in deutschen Federbetten

Pärchen im Bett leidet unter Bettwanzen © istockphoto, YakobchukOlena

Bettwanzen: Eigentlich waren die possierlichen Tierchen schon ewig aus den Matratzen verschwunden. Dachte man! In den vergangenen Jahren werden die Gesundheitsbehörden zunehmend wieder mit dem Problem des Befalls mit Bettwanzen konfrontiert. Gerade bei verwahrlosten Wohnverhältnissen ("Messies") lässt sich der unerwünschte Besucher namens Bettwanze aufspüren. Aber nicht nur mangelnde Hygiene zählt zu den Ursachen: Auch über antiquarische Möbel oder Bilder können Bettwanzen als unliebsame Mitbewohner in die eigenen vier Wände gelangen. Nicht selten ist zudem der Import von Bettwanzeneiern oder -larven aus tropischen Urlaubsländern über das Reisegepäck.

Bekämpfung der Bettwanzen

Der Befall einer Wohnung mit Bettwanzen lässt sich – auch für den Laien – einfach durch den spezifischen süßlichen Gestank der Stinkdrüsen dieser Insekten erkennen. Zum anderen sind Kottröpfchen einer Bettwanze auf der Bettwäsche Hinweis auf einen Befall. In solchen Fällen sollten Sie schleunigst einen Fachmann zu Rate ziehen, der zum Bekämpfen Insektizide einsetzen wird.

Da jedoch die Eier oftmals in schlecht zugänglichen Ritzen oder hinter Verschalungen abgelegt wurden, lassen sie sich durch die Bekämpfung nicht immer sicher erreichen. Auch sind Bettwanzen nicht in allen Entwicklungsstadien gleich auf die verfügbaren Insektizide empfindlich. Aus diesem Grunde sollte die Bekämpfung der Bettwanzen wöchentlich wiederholt werden.

Bettwanzen sind nachtaktive Insekten

Zur Vorbeugung sollten zum Beispiel Luftschächte, die zu verwandten Nachbarwohnungen führen, mit Kontaktinsektiziden besprüht werden. Tagsüber halten sich Bettwanzen in Verschalungen, Ritzen, Betten, Lüftungsschächten oder hinter Tapeten auf.

Das wahre Elend spielt sich nachts ab. Die Atemluft lockt Bettwanzen aus Wänden, Steckdosen und Fußleisten hervor. Nicht selten krabbeln Bettwanzen an der Zimmerdecke und lassen sich von dort auf ihr im Bett liegendes Opfer fallen.

Juckender Stich

Stiche einer Bettwanze sind an einer breitflächigen Hautrötung in der Größe des Kleinfingernagels zu erkennen. Typisch ist daher ein Bild von Reihenstichen, die auch als Wanzenstraßen bezeichnet werden. Die Stiche der Bettwanzen sind schmerzfrei und werden daher erst nach dem Aufwachen bemerkt. Sie lösen aber oft kleine Blutungen, Quaddeln und intensives Jucken (Juckreiz) aus.

Behandelt werden sie mit Juckreiz stillenden Gelen oder Salben. Eine bakterielle Superinfektion kann durch Kratzen im Bereich der Stichstellen auftreten. Seltene Komplikationen sind ein Asthma-Anfall, Urticaria papulosa sowie ein anaphylaktischer Schock.

Bettwanzen (Cimex lectularius)

Insgesamt umfasst die Familie der Bettwanzen 22 Genera mit 74 Arten. In Deutschland ist "Cimex lectularius" von besonderer epidemiologischer und medizinischer Bedeutung. Bettwanzen kommen besonders häufig in warmen Ländern vor. Die ausgewaschenen Wanzen werden 4,8 bis 8,5 mm lang. Im voll gesogenen Zustand erscheinen sie dunkelbraun. Ungesogen sind Bettwanzen eher hellbraun und papierdünn.

Wanzen lieben Wärme

Alle Stadien des Entwicklungszyklus dieser Insekten sind nachtaktiv. In ihrem einjährigen Leben legen die weiblichen Bettwanzen um die 500 Eier. Die Dauer der Entwicklung ist temperaturabhängig, das heißt: Je wärmer das Zimmer ist, umso schneller erfolgt das Schlüpfen der Larven. Die Geschlechtsreife erlangen Bettwanzen nach sechs bis acht Wochen. In einem betroffenen Haushalt kommt es deshalb oftmals zu einem Massenbefall mit Bettwanzen. Eine Bettwanze ist sehr mobil und kann in einer Minute bis zu einem Meter zurücklegen.

Bettwanzen können zudem relativ lange hungern, wobei allerdings höhere Temperaturen rascher zum Tode führen als niedrige. Bei mäßigen Temperaturen können Bettwanzen daher bis zu sechs Monate ohne Blutnahrung überleben. Gegen Frost sind Bettwanzen unempfindlich.

Tipp gegen Bettwanzen

Um herauszufinden, ob man Bettwanzen in Koffer- oder Taschenverschlüssen aus dem Urlaub mitbekommen hat, kann man ganz einfach in die Verschlüsse hineinhauchen. Und durch das aus diesem Atem gegebene Kohlendioxid werden die Tiere aus ihrem Versteck gelockt und kommen hervor.

Aktualisiert: 26.09.2017 – Autor: smog

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?