Insektenstiche erkennen und zuordnen

Insektenstiche sind häufig, aber die Reaktionen können sehr unterschiedlich sein. Das liegt zum einen daran, welches Insekt zugestochen hat und zum anderen an der Konstitution der einzelnen Menschen, also ob sie beispielsweise Allergien haben. Es kann sinnvoll sein, erkennen und zuordnen zu können, was gestochen hat, um die Reaktionen wie Schwellung, Rötung und Juckreiz einschätzen zu können. Wir zeigen Ihnen hier Beispiele für verschiedenen Arten von Insektenstichen.

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Stechmücken

Mücke sticht in Haut © iStock.com/dpinn
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Bei einem Stich spritzt die Mücke ihren Speichel in die Haut, der gerinnungshemmend wirkt, sodass das Blut flüssig bleibt. Im Speichel enthalten sind Eiweiße, die eine allergische Reaktion in Form von Juckreiz, Quaddeln und Rötungen hervorrufen können. Diese Reaktion kann leichter oder stärker ausfallen. Eine Allergie gegen Mückenstiche ist jedoch selten, häufiger bestehen Allergien gegen Wespen- oder Bienenstiche.

Normaler Mückenstich

Mückenstich auf Bein © iStock.com/Animaflora
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So sieht ein harmloser Mückenstich meistens aus. An der Einstichstelle ist eine lokale Rötung und Schwellung sichtbar. Begleitet wird das Ganze meistens von starkem Juckreiz, der nach drei bis vier Tagen nachlässt. Kratzen sollte bei einem Mückenstich, wie bei allen anderen Insektenstichen auch, unbedingt vermeiden werden, damit keine Entzündung entsteht. Wenn der Mückenstich stark juckt, probieren Sie es mal wie die Japaner: Klopfen auf die Stichstelle soll den Juckreiz lindern.

Mückenstich mit Quaddel

Mückenstich mit Quaddel © iStock.com/thitiwat tapingkae
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Manchmal bildet sich nach einem Mückenstich eine Quaddel an der Einstichstelle. Das sieht dann ähnlich wie Nesselsucht aus und vergeht aber meist innerhalb kurzer Zeit wieder. Behandelt werden kann der Juckreiz mit Kühlen, auch Gels und Salben mit Antihistaminika können die Quaddel und den Juckreiz durch den Mückenstich lindern.

Entzündung nach Mückenstich

Entzündung nach Mückenstich © iStock.com/Animaflora
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Eine Entzündung nach einem Mückenstich kann durch den Stich selbst, bei dem durch den Speichel der Mücke Keime in die Wunde gelangen, oder durch Kratzen entstehen. Eine Entzündung erkennen Sie an einer großflächigen Schwellung, Rötung und Wärme. Kühlen hilft. Wenn die Beschwerden nach drei bis vier Tagen nicht besser sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Da bei einer Entzündung immer auch die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis) besteht, sollte bei Fieber oder allgemeinem Unwohlsein in Verbindung mit einem Stich ebenfalls unbedingt der Arzt zu Rate gezogen werden. Im schlimmsten Fall muss die Entzündung nach einem Mückenstich mit Antibiotika behandelt werden.

Allergische Reaktion nach Mückenstich

Allergische Reaktion nach Mückenstich © iStock.com/brittak
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Eine allergische Reaktion nach einem Mückenstich kann vorkommen, ist aber bei weitem nicht so häufig und gefährlich wie andere Insektengiftallergien. Die allergische Reaktion auf Mückenstiche beschränkt sich meist auf Hautreaktionen, wie im Bild zu sehen. Salben und Gels mit Antihistaminika lindern die Reaktion. Außerdem gibt es unzählige Hausmittel, wie beispielsweise den Saft des Spitzwegerich auf den Stich zu geben.

Bremsenstich

Bremsenstich © iStock.com/Astrid860
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Ein Bremsenstich ist meist beim Stich selbst, der eigentlich ein Biss ist, sehr schmerzhaft. Die Rötung und Schwellung kann großflächig auftreten und es kann einbluten. Das liegt daran, dass die Bremsen ein kleines Loch in die Haut beißen und einen Gerinnungshemmer einspritzen, damit sie anschließend die entstandene Blutlache leeren können. Bremsen finden sich vor allem in der Nähe von stehendem Wasser, also im Schwimmbad oder an Seen. Die Symptome eines Bremsenstichs bleiben länger bestehen als bei einem Mückenstich – es kann bis zu zwei Wochen dauern, bis er abgeheilt ist.

Eine Behandlung kann die Symptome des Bremsenstichs deutlich lindern. Zunächst sollte Wärme, beispielsweise in Form eines heißen Waschlappens, auf den Stich gegeben werden. Die Bremse bringt Einweiße in die Haut ein, die so zerstört werden. Kratzen sollte unbedingt vermieden werden. Danach kann kühlen helfen. Auch kühlende Gels oder Salben können aufgetragen werden und den Juckreiz und die Schwellung abmildern. Zeigen sich leichte Entzündungssymptome, kann eine Salbe mit Hydrocort aufgetragen werden.

Wespenstich

Wespenstich © iStock.com/JFsPic
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Wespenstiche sind zwar sehr schmerzhaft, aber meistens ungefährlich. Das später einsetzende, starke Jucken wird als sehr lästig empfunden. Mithilfe eines Saugstempels aus der Apotheke kann das Gift aus der Wunde gezogen werden – keinesfalls aussaugen, da das Gift so nur verteilt wird. Kühlen hilft dabei, die Schwellung in Grenzen zu halten und lindert auch den Juckreiz nach einem Wespenstich. Ein kühler Umschlag mit Essig kühlt und neutralisiert das Gift.

Zeigen sich Zeichen einer allergischen Reaktion, muss umgehend der Notarzt gerufen werden, da ein anaphylaktischer Schock bei einer Wespengiftallergie tödlich sein kann. Symptome sind Atemnot, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen nach dem Wespenstich.

Bienenstich

Bienenstich © iStock.com/Nataba
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Ein Bienenstich zeigt sich ähnlich wie ein Wespenstich. Hier im Bild steckt der Stachel noch im Körper und der Giftsack der Biene hängt daran. Ist das der Fall, sollte der Stachel keinesfalls angefasst und herausgezogen werden, denn so könnte sich das Gift erst verteilen. Besser ist es, den Stachel einfach wegzuschnippen. Die Biene stirbt im Gegensatz zur Wespe nach dem Stich.

Auch hier gilt: Stich kühlen. Die auftretende Rötung sollte einen Umfang von zehn Zentimetern nicht überschreiten. Die auftretende, schmerzhafte Rötung und Schwellung verschwindet in der Regel innerhalb eines Tages wieder. Bei einem Stich im Kopf-Hals-Bereich oder wenn die Biene gar verschluckt wurde, muss unbedingt mit der 112 ein Notarzt gerufen werden.

Flohbisse

Flohbisse © iStock.com/annamariategzes
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Flohbisse beim Menschen kommen meistens gehäuft vor. Da Flöhe in Gruppen auftreten und sich nur schwer entscheiden können, wo sie zubeißen sollen, sind immer mehrere Bisse zu sehen. Zwar sind die Flohbisse nicht immer so extrem wie hier im Bild, aber es handelt sich immer um eng beieinander liegende Rötungen und Quaddeln. Stark gerötete Stellen sind ebenfalls typisch, begleitet von starkem Juckreiz.

Zeckenbiss

Zeckenbiss © iStock.com/Pridannikov
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Ein Zeckenbiss wird meist zu spät bemerkt, wenn die Zecke sich bereits festgebissen hat. Sie sollte mit einer Zeckenzange langsam herausgezogen werden, damit sie vollständig entfernt wird. Das tückische an Zeckenbissen ist, dass sie nicht schmerzhaft sind und deshalb oft unbemerkt bleiben. Dabei können Zecken gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Deshalb sollte die Stelle des Bisses mit einem Stift markiert werden, am besten umkreisen. Je früher die Zecken entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer Übertragung von Borrelien. FSME-Viren können jedoch schon nach kurzer Zeit übertragen werden.

Die Stelle eines Zeckenbisses ist meist leicht gerötet und kann jucken. Der Biss kann sich auch leicht entzünden. Wenn sich die Röte ausweitet und mehr als vier Zentimeter Durchmesser aufweist, sollte der Zeckenbiss sicherheitshalber einem Arzt gezeigt werden. Ebenfalls einen Arzt aufsuchen sollten Sie, wenn sich nach einem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome zeigen, was auf eine Lyme-Borreliose hinweisen kann.

Kriebelmücken

Kriebelmücken © iStock.com/Henrik_L
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Kriebelmücken sind eine heimtückische, heimische Mückenart. Sie sehen aus wie kleine Fliegen, sind nur drei bis vier Millimeter groß, aber ihr Stich kann unangenehme Schwellungen hervorrufen. Von ihnen gibt es rund 50 Arten in Deutschland, die vor allem in feuchten Wiesen anzutreffen sind. Auch sie sind Poolsauger, das bedeutet, dass sie ein Loch beißen, in dem sich Blut sammelt, das sie dann aufsaugen.

Die Bissstelle schmerzt meist verzögert, da Kriebelmücken ein Betäubungsmittel in die Wunde geben. Oft ist ein kleiner Blutpunkt zu sehen. Noch nach Tagen jucken und schmerzen die Bissstellen und zeigen eine typische Schwellung. Durch den giftigen Speichel der Kriebelmücke kann ein kleines, eitriges Knötchen an der Stichstelle entstehen. Da bei den Bissen Bakterien übertragen werden, sollte bei Symptomen wie Fieber, starken Schmerzen und großflächigen Schwellungen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Ansonsten hilft kühlen gegen die Beschwerden.

Aktualisiert: 10.06.2021 - Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin und Physiotherapeutin