Zugsalbe: Eiter rausziehen und Pickel natürlich behandeln

Zugsalbe © Getty Images/simarik

Eitrige Pickel, Abszesse und Furunkel können mit schwarzer oder grüner Zugsalbe behandelt werden. Grüne Zugsalbe ist ein pflanzliches Heilmittel und kombiniert Wirkstoffe aus Lärche, Kiefer und Eukalyptus. Schwarze Zugsalbe besteht aus sulfoniertem Schieferöl. Ihren Namen trägt die Zugsalbe, weil sie bei Hautproblemen den Eiter aus der entzündeten Stelle "herausziehen" soll. Wie wirken die beiden Salben gegen eitrige Hautentzündungen, welche Vorteile bietet Zugsalbe als Alternative zu anderen Mitteln und kann man Zugsalbe selber machen?

Grüne Zugsalbe mit pflanzlicher Wirkung

Grüne Zugsalbe gilt als natürliche und sanfte Lösung bei eitrigen Pickeln und Abszessen und kann im Rahmen der Selbstbehandlung von Hautentzündungen im Frühstadium eingesetzt werden. Wichtig ist bei solchen Beschwerden, dass die Eiteransammlung sich vollständig entleert. Das soll bei der grünen Zugsalbe mit pflanzlichen Inhaltstoffen erreicht werden. Die Salbe ist außerdem geeignet, um Splitter zu entfernen, da sie die Haut geschmeidiger macht und so die Gleitfähigkeit des Splitters erhöht.

Die Wirkstoffe von gängigen grünen Zugsalben sind im Einzelnen:

  • Lärchenterpentin/gereinigtes Terpentinöl: Das Lärchenterpentin sowie das gereinigte Terpentinöl fördern die Durchblutung der entzündeten Hautstellen. So schreitet der Reifungsprozess s schneller voran und der Eiter kann schneller abfließen.
  • Eukalyptusöl: Dieses Öl wirkt entzündungshemmend und soll den Eiter verflüssigen.
  • Rosmarinöl: Neben seiner entzündungshemmenden Wirkung soll Rosmarinöl antibakteriell und antimykotisch (pilztötend) wirken.
  • Thymianöl: Auch Thymian wirkt entzündungshemmend.

Als weitere Inhaltstoffe sind unter anderem Fette wie Vaseline oder Bienenwachse enthalten. Diese Fette fördern das Eindringen der Wirkstoffe in die Haut und verhindern, dass durch zusätzliche Hautreizungen rund um den Abszess Kontakt- oder Schmierinfektionen entstehen. Auch die ätherischen Öle beruhigen die Haut und erhöhen die Hautverträglichkeit.

Besteht eine Unverträglichkeit gegen einen oder mehrere der Inhaltsstoffe, können als Nebenwirkungen allergische Reaktionen auftreten.

Wie wirkt schwarze Zugsalbe?

Schwarze Zugsalbe wirkt, ähnlich wie ihre grüne Alternative, antibakteriell und entzündungshemmend. Allerdings basiert schwarze Zugsalbe auf Ammoniumbituminsulfonat. Der Wirkstoff wird aus Ölschiefer, einem Sedimentgestein, gewonnen.

Ammoniumbituminsulfonat fördert die Durchblutung und damit auch den Reifungsprozess von Entzündungen. Der Eiter kann so schneller durchbrechen. Zusätzlich reduzieren die enthaltenen organischen Verbindungen, die sogenannten Phenole, die Talgproduktion.

Mögliche Nebenwirkungen sind Hautreizungen an der behandelten Stelle. Dazu gehören Rötungen, Juckreiz oder Brennen. Wird die schwarze Zugsalbe in der Nähe der Schleimhäute aufgetragen, können auch diese gereizt reagieren.

Wann wird Zugsalbe angewendet?

Schwarze und grüne Zugsalbe können bei verschiedenen Beschwerden angewendet werden, zum Beispiel:

  • Abszesse
  • Karbunkel und Furunkel
  • eitrige Entzündungen an den Fingern
  • Schweißdrüsenentzündungen
  • Nagelbettentzündungen
  • pickelartige Hauterscheinungen
  • Haarbalgenzündungen
  • leichtere Entfernung kleinerer Splitter

Insbesondere in Bereichen, bei denen es durch Schwitzen, Rasieren oder unsachgemäßes "Ausdrücken" von Aknepickeln zu Hautreizungen kommt, kann die Zugsalbe zum Einsatz kommen. Grüne Zugsalbe kann sowohl zur Vorbeugung von (Neu-)Infektionen als auch zur akuten oder langfristigen Behandlung angewendet werden.

Zur Anwendung von Zugsalbe in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine Daten vor. Eine Nutzung in dieser Zeit ist deshalb nicht empfohlen. Ansonsten gilt die Anwendung nach Packungsbeilage oder ärztlicher Anweisung.

Wie schnell wirkt Zugsalbe?

Abhängig von der Wirkstoffkonzentration und der Art der Entzündung wirkt die Zugsalbe unterschiedlich schnell. In der Regel sollte jedoch nach drei Tagen eine Besserung der Beschwerden eintreten.

Hautentzündungen ärztlich behandeln lassen

Größere Hautabszesse oder Abszesse an auffälligen Stellen, beispielsweise im Gesicht, sollten im Zweifelsfall ärztlich behandelt werden. Auch wenn sich der Abszess innerhalb von einer Woche nicht bessert, kann ein Arztbesuch sinnvoll sein. Die*der Ärztin*Arzt schneidet in der Regel den Abszess mit einem sterilen Skalpell auf, damit der Eiter abfließen kann. Die betroffene Stelle wird davor örtlich betäubt.

Kommt es zu Komplikationen, wie einer Ausbreitung der Entzündung im Körper, oder liegen zahlreiche Abszesse vor, kann zusätzlich ein Antibiotikum verschrieben werden. Mitunter erfolgt die Verschreibung von Antibiotika auch vorbeugend.

Befindet sich die Hautentzündung im Frühstadium oder entspricht keinem der oben genannten Kriterien, ist eine Zugsalbe in der Regel zur Behandlung ausreichend.

Zugsalbe kaufen

Zugsalbe ist online oder in Apotheken rezeptfrei erhältlich. Die Preise variieren je nach Größe der Packung und Konzentration der enthaltenen Wirkstoffe – üblich bei schwarzer Zugsalbe ist eine Wirkstoffkonzentration von 20 beziehungsweise 50 Prozent. Der Preis für eine Packung Zugsalbe beträgt im Schnitt zehn bis 15 Euro.

Zugsalbe selbst machen?

Zugsalben sind nur in der Apotheke erhältlich. Als Alternative zu Zugsalbe kann man jedoch die sogenannte "Pechsalbe" selbst herstellen. Auch diese soll antibakteriell und entzündungshemmend wirken.

Zutaten für Pechsalbe:

  • 10 Gramm Bienenwachs
  • 15 Gramm gereinigtes Baumharz (online erhältlich)
  • 20 Milliliter Olivenöl

Erwärmen Sie alle Zutaten in einem feuerfesten Glas oder einer Form, bis eine einheitliche Masse entstanden ist. Diese können Sie anschließend in ein steriles Glas abfüllen. Nach Belieben können ätherische Öle hinzugefügt werden, idealerweise mit entzündungshemmender Wirkung. Die Salbe ist circa für ein halbes Jahr haltbar.

Auch hier gilt: Bei Unverträglichkeiten sollte die Salbe nicht angewendet und bei starken oder langanhaltenden Beschwerden immer ärztlicher Rat gesucht werden.

Hausmittel als Alternative zur Zugsalbe

Unterschiedliche Hausmittel können dabei helfen, den Heilungsprozess bei Eiterpickeln zu beschleunigen.

Klassische Hausmittel bei Pickeln sind:

  • Teebaumöl: Unter Laborbedingungen wurde eine antibakterielle Wirkung von Teebaumöl nachgewiesen.
  • Heilerde: Heilerde bindet überschüssiges Fett und Talg auf der Haut und kann so den Heilungsprozess beschleunigen. Vermischen Sie die Heilerde mit etwas warmen Wasser und tragen sie als Paste auf.
  • Lauwarme Teebeutel: Kamillentee oder schwarzer Tee wirken entzündungshemmend und trocknen die Haut aus. Das kann die Heilung fördern.
  • Honig: Honig wirkt antibakteriell und kann so zur Eindämmung der Entzündung beitragen.

Um Splitter leichter entfernen zu können, kann als Alternative zur Zugsalbe auch ein Wasserbad helfen. Geben Sie dazu einfach etwas Seife in lauwarmes Wasser und weichen Sie die betroffene Hautstelle etwa 20 Minuten ein.

Aktualisiert: 30.04.2021 - Autor: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?