Schwitzen

Mann schwitzt © iStock.com/AndreyPopov

Schwitzen (Transpiration, Diaphorese) ist eine natürliche Reaktion des Körpers, wenn dieser durch äußere oder innere Faktoren mit großer Wärme konfrontiert wird und die bis zu vier Millionen Schweißdrüsen in Wallung geraten. Ursachen für das Schwitzen sind vielfältig: Körperliche Anstrengung (zum Beispiel Schwitzen beim Sport) sowie psychische Anstrengung, Angst oder Nervosität, scharf gewürzte Speisen, warmes Raumklima oder unvorteilhafte Bekleidung sind nur einige Beispiele. Die Reaktion des Körpers hierauf ist Schwitzen, um die Körpertemperatur durch die Verdunstung entsprechend zu regulieren. Doch das Schwitzen kann auch dazu dienen, schädliche Keime zu bekämpfen, einen Säureschutzmantel aufzubauen, den Mineralstoffhaushalt zu regulieren oder bei emotionaler Erregung wie Angst oder Wut Geruchsstoffe abzusondern.

Viele Menschen empfinden Schwitzen als lästig: Schweißhände (Hyperhidrosis palmaris) und Schweißbildung im Bereich der Achseln sind keine Seltenheit. Auch Schwitzen im Gesicht (Hyperhidrosis facialis), Schwitzen beim Schlafen oder auch Schwitzen in der Nacht betrifft eine Vielzahl von Menschen. Bis zu einem gewissen Grad kann man sich durch Saunagänge Schwitzen abtrainieren, damit die Schweißdrüsen "lernen", nicht mehr Flüssigkeit abzugeben, als tatsächlich verdunsten kann. Ausdauertrainierte Sportler*innen hingegen schwitzen früher, damit ihr Körper besser vor Überhitzung geschützt ist.

Schwitzen als Krankheit

Krankhafte Ursachen von Schwitzen können vorliegen, wenn aus "normalem" Schwitzen verstärkt auftretendes oder dauerhaft übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose) wird und diese Schweißbildung mit starker Geruchsentwicklung einhergeht. Weniger verbreitet, aber für Betroffene besonders unangenehm ist das Schwitzen am Po, das oftmals den Eindruck der Inkontinenz entstehen lässt. Übermäßiges Schwitzen kann symptomatisch sein für beispielsweise Hormon- und Stoffwechselstörungen, starkes Übergewicht, Überreaktion des Nervensystems, psychische Störungen, zu niedriger beziehungsweise zu hoher Blutdruck oder Nebenwirkungen durch Medikamente. Ob letztlich eine krankhafte Form des Schwitzens vorliegt, kann nur durch eine gesicherte dermatologische Diagnose erfolgen.