Was tun gegen Schwitzen? Hausmittel & Tipps!

Schwitzen ist oft lästig – viele Menschen leiden vor allem unter starkem Schwitzen am Kopf, im Gesicht, unter der Brust, an den Händen, unter den Achseln oder am Po. Besonders unangenehm wird es, wenn Schweißflecken entstehen oder der Schweiß einen strengen Geruch entwickelt. Während Schwitzen in bestimmten Situationen – etwa bei Hitze, Angst oder beim Sport – völlig normal ist, kann übermäßiges Schwitzen auch krankhafte Ursachen haben.

Doch was kann man tun, um dem Schweiß den Kampf anzusagen? Oft können schon ein paar einfache Tipps und Hausmittel gegen das Schwitzen helfen. In der folgenden Fotostrecken stellen wir Ihnen die besten Mittel vor.

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Schwitzen vorbeugen durch die richtige Bekleidung

Schwitzende Frau in lockerer Bekleidung © Getty Images/BraunS
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Synthetische, enganliegende Kleidung kann das Schwitzen fördern. Achten Sie daher auf atmungsaktive, luftige Bekleidung aus Naturmaterialien, beispielsweise aus Leinen, Seide, Baumwolle oder Wolle. Gut geeignet ist außerdem spezielle Funktionsbekleidung, etwa aus Merinowolle oder Stoffen, die mit antimikrobiellen Silberfäden versetzt sind. Diese verhindern die schnelle Geruchsbildung.

Wechseln Sie die Kleidung regelmäßig und waschen Sie sie idealerweise bei 60 Grad, um alle Bakterien abzutöten.

Salbeitee gegen Schwitzen

Salbeitee hilft gegen Schwitzen © Getty Images/Westend61
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Salbei ist ein bewährtes Hausmittel, das gut gegen Schwitzen hilft. Salbei enthält Gerbstoffe, die die Schweißproduktion verringern und so helfen, weniger zu schwitzen. Meist wird die schweißhemmende Heilpflanze in Form von Tee angewendet: Täglich können vorbeugend ein bis zwei Tassen Salbeitee getrunken werden.

Doch auch als Badezusatz, zum Beispiel in Form eines Fußbades, kann Salbei gegen Schwitzen helfen. Als Wickel kann Salbeitee zudem auf besonders stark schwitzende Stelle aufgelegt werden.

Diese Pflanzen helfen gegen Schweiß

Kamille als Badezusatz gegen Schwitzen © Getty Images/HeikeRau
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Neben Salbei können auch andere Kräuter und Pflanzen als Hausmittel gegen starkes Schwitzen helfen. Dazu zählen:

  • Bockshornklee: Ein Sud aus Bockshornklee-Samen eignet sich gut für ein Bad oder Umschläge, denn Bockshornklee soll überaktive Schweißdrüsen zusammenziehen und so beruhigen.
  • Eichenrinde: Als Tee getrunken oder als Badezusatz soll Eichenrinde die Schweißdrüsen zusammenziehen und so die Schweißbildung regulieren.
  • Walnussblätter: Ein Sud aus gekochten Walnussblättern gilt ebenfalls als wirksames Mittel, um die Schweißbildung zu verringern.
  • Kamille: Als Badezusatz wirkt Kamille antibakteriell und kann so Schweißgeruch lindern. Bei schwitzigen Händen kann ein tägliches Kamillenbad für die Hände Abhilfe schaffen.
  • Tausendgüldenkraut: Eine Tasse Aufguss aus dem Kraut kann schluckweise über den Tag verteilt getrunken werden. Es soll gegen unangenehmen Schweißgeruch helfen.
  • Apfelessig: Der Essig wirkt antibakteriell und kann die Schweißdrüsen verengen. Apfelessig eignet sich als Zusatz in einem Fußbad, kann aber auch mit einem Wattepad direkt auf die Haut getupft werden, beispielsweise unter die Achseln. Am besten lässt man ihn über Nacht einwirken und duscht ihn morgens ab.

Übrigens: Lindenblüten und Holunder fördern die Schweißproduktion und sollten daher gemieden werden.

Deo gegen starkes Schwitzen

Mann nutzt Deo gegen Schwitzen © Getty Images/Moyo Studio
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Deodorant, kurz Deo, ist oft ein wirksames Mittel gegen Schwitzen. Allerdings ist die Wahl des richtigen Deos entscheidend, denn manche Mittel helfen eher gegen den Schweißgeruch, andere sorgen dafür, dass man weniger schwitzt.

Deos wirken häufig antibakteriell und beugen so dem Schweißgeruch vor. Denn dieser entsteht erst, wenn Bakterien den Schweiß zersetzen. Aus diesem Grund enthalten Deos beispielsweise desinfizierend wirkenden Alkohol. Oft sind auch Parfümstoffe enthalten, um den Schweißgeruch zu überdecken, oder Enzymblocker wie Triethylcitrat, die das Zersetzen des Schweißes verhindern sollen.

Dagegen haben sogenannte Antitranspirants das Ziel, das Schwitzen zu verhindern. Sie enthalten meist Aluminiumchlorid. Durch den Wirkstoff ziehen sich die Ausgänge der Schweißdrüsen zusammen und das Schwitzen wird reduziert. Aluminiumchlorid stand lange im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein, doch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse konnten dies nicht bestätigen.

Bei der Auswahl sollten Sie Wert auf die Hautverträglichkeit legen und bei empfindlicher Haut eher zu einem Mittel ohne Zusatzstoffe greifen. Tragen Sie ein Deo oder Antitranspirant immer auf die frisch gereinigte Haut auf, noch bevor Schweiß entsteht.

Körperpuder und Natron als Hausmittel gegen Schwitzen

Frau trägt Körperpuder gegen Schwitzen auf © Getty Images/Lyamport Galina Vyacheslavovna
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Ein etwas aus der Mode geratenes Hausmittel gegen Schweißbildung ist Körperpuder. Der Puder hat zum Ziel, den Schweiß zu binden und zugleich den Bakterien die lebensnotwendige Feuchtigkeit zu entziehen. Körperpuder hat jedoch den Nachteil, dass er die Poren verstopfen und so zu Pickeln führen kann. Zudem kann Puder Flecken auf dunkler Kleidung hinterlassen und bei Kontakt mit Schweiß verklumpen. Dennoch kommt Körperpuder noch heute, beispielsweise als Fußpuder, zum Einsatz.

Eine Alternative zum fertigen Körperpuder ist Natron. Dieses kann man zum Beispiel bei Fußschweiß in die Schuhe geben und nach dem Tragen wieder entfernen. Das Pulver wirkt antibakteriell und hilft gegen den Schweißgeruch.

Als weitere Möglichkeit lässt sich Natron auch mit etwas Wasser zu einer Paste verrühren, die man für eine Viertelstunde auf betroffene Stellen – etwa unter die Achseln – gibt und danach mit lauwarmem Wasser wieder abspült. Es wird empfohlen, dies jeden Morgen zu wiederholen.

Ernährung beeinflusst die Schweißproduktion

Frau isst Chili © Getty Images/Perdana Syarif Abdullah / EyeEm
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Manche Lebensmittel wirken schweißtreibend und sollten daher vermieden werden, wenn man zum starken Schwitzen neigt. Schwitzen wird gefördert durch heiße, fettige oder scharfe Speisen, aber auch Alkohol und Koffein. Empfehlenswert sind dagegen leichte, erfrischende Lebensmittel wie frisches Obst, Melonen, Tomaten oder Gurken.

Generell ist es ratsam, bei starkem Schwitzen viel zu trinken. Aber Vorsicht: Eiskalte Getränke sind für den Körper anstrengend und können deshalb das Schwitzen sogar fördern. Trinken Sie lieber lauwarme Getränke wie Salbeitee.

Hygiene zur Vorbeugung von Schwitzen

Mann rasiert Achseln unter der Dusche © Getty Images/YakobchukOlena
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Wer unter starkem Schwitzen leidet, sollte besonders großen Wert auf Hygiene legen. Tägliches Duschen oder Waschen der betroffenen Körperstellen hilft, alten Schweiß und Bakterien zu bekämpfen. So wird auch gleichzeitig die Geruchsbildung beim Schwitzen etwas reduziert. Trocknen Sie sich danach gut ab.

Ratsam ist es auch, sich beispielsweise die Achselhaare zu rasieren, da sowohl der Schweiß als auch die Bakterien so weniger "Haftfläche" haben.

Das hilft gegen Schwitzen am Kopf und im Gesicht

Mann schwitzt am Kopf und im Gesicht © Getty Images/Maskot
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Unsere Schweißdrüsen sitzen unter anderem an der Stirn. Daher schwitzen wir oft am Kopf und im Gesicht besonders stark. Wer hier viel schwitzt, sollte auf fetthaltige Cremes und dickes Make-up verzichten. Ein kalter Waschlappen mit Salbei- oder Kamillentee wirkt kühlend und antibakteriell – wenn diese Mittel nicht zur Hand sind, spritzen Sie sich einfach etwas Wasser ins Gesicht und lassen Sie es verdunsten. Verzichten Sie außerdem auf Kopfbedeckungen, unter denen sich die Hitze staut.

Schwitzen am Po und unter der Brust

Mann schwitzt am Po © Getty Images/South_agency
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Starkes Schwitzen am Po und unter der Brust passiert – nicht nur, aber vor allem – bei Menschen, die ein paar Pfunde zu viel mit sich herumtragen. Das Schwitzen wird dann besonders an Stellen gefördert, an denen die Haut aufeinander reibt. Hilfreiche Mittel sind Körper- oder Babypuder oder das Auftragen eines Antitranspirants (Achtung: nicht im Intimbereich anwenden). Auch sollte man darauf achten, atmungsaktive Unterwäsche und Bekleidung zu tragen, schließlich ist gerade der Po meist durch mindestens zwei Schichten Kleidung bedeckt. Ideal ist Funktionskleidung, die den Schweiß nicht nur aufnimmt, sondern auch wieder ableitet.

Tipps gegen schwitzende Füße

Frau sprüht Deo auf schwitzende Füße © Getty Images/nito100
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Bei Schweißfüßen bieten sich antibakterielle und schweißhemmende Fußbäder an. Geeignete Zusätze dafür sind Salbei, Wacholder- oder Kamillenextrakt sowie Eichenrinde, Lavendelöl, Apfelessig, schwarzer Tee oder Natron. Nach dem Fußbad sollte man die Füße gründlich abtrocknen.

Wählen Sie atmungsaktive Fußbekleidung, am besten tragen Sie offene Schuhe oder Schuhe aus Leder. Einlagen mit Zimt oder Aktivkohle und Fußpuder (beispielsweise aus Natron) können den Schweiß aufsaugen und so stinkenden Füßen vorbeugen. Auch spezielle Fußdeos und Schuhdesinfektionsmittel können helfen. Wechseln Sie die Schuhe häufiger und lassen Sie sie zwischendurch gründlich austrocknen.

Nachtschweiß und nächtliches Schwitzen

Frau schwitzt nachts im Bett © Getty Images/Peter Dazeley
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Wenn Sie vor allem nachts schwitzen, sollten Sie versuchen, die Temperatur im Schlafzimmer von vorneherein niedrig zu halten. Lüften zu kühlen Tageszeiten und das Schlafen bei gekipptem Fenster können hierbei helfen. Atmungsaktive Bettwäsche und Bekleidung – etwa aus Baumwolle – sind wichtig, um Schwitzen in der Nacht zu verhindern. Legen Sie sich gegebenenfalls Wechselkleidung bereit und ein großes Handtuch unter, denn das Schlafen auf und in durchgeschwitzten Stoffen ist meist sehr unangenehm und kann zu Erkältungen führen.

Bei übermäßigem Schwitzen ärztlichen Rat suchen

Mann schwitzt übermäßig © Getty Images/PeopleImages
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Schwitzen kann unterschiedliche Ursachen haben. Völlig normal ist diese körperliche Reaktion bei hohen Temperaturen, bei einer Erkältung mit Fieber oder bei körperlicher Anstrengung, etwa beim Sport. Der Körper versucht, durch die Absonderung von Schweiß Verdunstungskälte zu erzeugen, um die Körpertemperatur herunterzuregeln. Auch in den Wechseljahren gehören Schweißausbrüche zu den typischen Symptomen der hormonellen Umstellung. Bei Angst oder Nervosität sondert der Körper über die Schweißdrüsen außerdem bestimmte Geruchsstoffe ab.

Übermäßiges Schwitzen kann jedoch auch krankhafte Ursachen haben. Extremes oder ständiges Schwitzen, vor allem ohne Anstrengung und in Verbindung mit einem starken Schweißgeruch, sollte daher ärztlich abgeklärt werden. Mögliche Ursachen einer Hyperhidrose, also einer übermäßigen Schweißproduktion, sind neben genetischen Gründen auch Krankheiten wie Diabetes, Malaria oder Störungen der Schilddrüse. Auch durch bestimmte Medikamente kann die Schweißproduktion gefördert werden.

Bei einer Hyperhidrose kommen je nach Ursache unterschiedlichste Möglichkeiten der Behandlung in Betracht. Neben einer Therapie mit Botulinumtoxin gehören dazu auch der Einsatz von Tabletten, eine Schwachstromtherapie oder das operative Entfernen der Schweißdrüsen beziehungsweise Durchtrennen der Nerven, die zu den Schweißdrüsen führen. Auch eine psychotherapeutische Behandlung und das Erlernen von Entspannungstechniken sind mitunter hilfreich.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
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Aktualisiert: 15.07.2021 - Autor: Silke Hamann, Medizinredakteurin