Störungen der Schweißproduktion

Mann mit gestörter Schweißproduktion schwitzt stark © istockphoto, Koldunov

Schwitzen ist eine normale Reaktion des Körpers auf Wärme, Anstrengung und psychisch belastende Situationen. Die wichtigste Aufgabe der Schweißdrüsen ist die Temperaturregelung des Körpers. Wie an allen anderen Organen kann es auch hier zu Funktionsstörungen kommen. Was es mit dem Schwitzen auf sich hat und welche Störungen der Schweißdrüsen es gibt, erfahren Sie hier.

Aufgabe der Schweißdrüsen

Die wichtigste Aufgabe der Schweißdrüsen ist, die Körpertemperatur auch bei schwankenden Umgebungstemperaturen zu stabilisieren – unabdingbar für das regelrechte Arbeiten der verschiedensten Organe. Mit dem Schweiß wird Wärme abgegeben; er überzieht die Haut mit einem Feuchtigkeitsfilm, der an der Oberfläche für Kühlung sorgt.

Weitere Funktionen des Schwitzen sind die Ausscheidung giftiger Stoffwechselendprodukte und die Aufrechterhaltung des Säureschutzmantels der Haut.

Was ist Schwitzen?

Das Schwitzen wird über das Wärmezentrum im Gehirn gesteuert, das Teil des unbewussten (vegetativen) Nervensystems ist. Es erhält von etwa 30.000 Wärmefühlern an der Haut Informationen über die Temperatur, prüft diese und leitet bei Bedarf Signale zum Ausschütten von Schweiß (also zum Schwitzen) an die drei Millionen Schweißdrüsen an der Haut weiter.

Diese Drüsen befinden sich am ganzen Körper, besonders zahlreich:

  • an Handflächen und Fußflächen
  • in den Achselhöhlen
  • am Kopf
  • im Nacken
  • auf der Stirn

Durchschnittlich bilden sie täglich 200 bis 700 Milliliter eines salzigen Sekrets, bei extremer Anstrengung auch über einen Liter pro Stunde.

Beim Schwitzen verlieren wir Elektrolyte

Über den Schweiß wird dem Körper nicht nur Flüssigkeit entzogen, sondern auch Salze und Mineralien gehen verloren. Ein zu starker Salzverlust durch übermäßiges Schwitzen – zum Beispiel in einem heißen Sommer – kann zu erheblichen Problemen im Elektrolyt-Haushalt des Körpers führen. Wer schwitzt, der muss auf jeden Fall viel trinken – und bei starkem Schwitzen auch an die Salzzufuhr denken.

Woraus besteht Schweiß?

Schweiß besteht vor allem aus Wasser, angereichert mit:

  • Mineralstoffen
  • Spurenelementen
  • Harnstoff
  • Eiweißen
  • Fettsäuren
  • Cholesterin

Er ist zunächst geruchsneutral. Erst wenn die auf der Haut vorhandenen Bakterien sich über ihn hermachen, entstehen streng riechende Substanzen wie die Buttersäure, die beim Verdunsten den unangenehmen Körpergeruch verursachen.

Schwitzen: Nicht nur bei Hitze

Die Schweißproduktion ist eng verzahnt mit anderen Teilen des vegetativen Nervensystems – jeder kennt den Angstschweiß oder das Geschmacksschwitzen, das durch den Genuss von besonders scharfen Speisen verursacht wird.

Neben diesen "ekkrinen" Schweißdrüsen finden sich an den Haarwurzeln in der Scham- und Analgegend und in den Achselhöhlen auch sogenannte "apokrine" Schweißdrüsen, auch als Duftdrüsen bezeichnet. Sie werden durch emotionale Reize wie sexuelle Lust, Wut und Schmerz aktiviert und stehen unter der Kontrolle der Geschlechtshormone. Zur Temperaturregulation tragen diese Drüsen nur wenig bei.

Funktionsstörungen der Schweißdrüsen

Wie bei anderen Zellen und Körperteilen kann es auch bei den Schweißdrüsen zu Funktionsstörungen kommen. Je nachdem, ob zu viel oder zu wenig Schweiß produziert wird, spricht man von einer Hyperhidrosis oder einer Hypohidrosis; riecht der Schweiß besonders unangenehm von einer Bromhidrosis.

Früher wurden Störungen der Schweißproduktion unter dem Oberbegriff Dyshidrosis zusammengefasst. Heute wird diese Bezeichnung allerdings fast ausschließlich für eine bestimmte Ekzemart benutzt, als deren Ursache man früher fälschlicherweise Störungen der Schweißproduktion annahm.

Aktualisiert: 17.07.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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