10 Tipps für sonnige Tage

Mädchen mit Luftballons im Sommer © Pezibear (Pixabay)

Im Sommer sollten Sie bei längeren Aufenthalten im Freien einige Verhaltensweisen beherzigen, ansonsten können Sie sich schnell einen Sonnenbrand holen. Was muss man bei Sonnencreme beachten, welche Rolle spielt der Hauttyp und wann sollte man Sonnencreme auffrischen? Diese und weitere Fragen beantworten wir Ihnen im Folgenden.

1) Langsam an die Sonne gewöhnen

Übertreiben Sie es im Frühling nicht mit dem Sonnenbaden: Schließlich hat Ihre Haut den ganzen Winter über kaum Sonne abbekommen und muss sich erst wieder an die höhere Intensität der UV-Strahlung gewöhnen. Der Eigenschutz der Haut baut sich nur langsam auf, deswegen sollten Sie sich bei den ersten Sonnenbädern durch leichte Kleidung und eine Sonnencreme mit einem ausreichend hohen Lichtschutzfaktor schützen.

Bekommt die Haut wieder regelmäßig Sonne ab, baut sich die sogenannte Lichtschwiele auf. Dabei handelt es sich um eine Verdickung der Hornhautschicht, durch die die UV-B-Strahlung besser gefiltert werden kann Zudem wird der Hautfarbstoff Melanin gebildet, der die Zellen vor Schädigung schützt.

Trotzdem sollten Sie auf jeden Fall weiterhin ein Sonnenschutzmittel verwenden, um Ihre Haut optimal vor der Sonne zu schützen. Der Schutz durch die Lichtschwiele entspricht nämlich nur etwa Lichtschutzfaktor 5.

2) Genügend Sonnencreme verwenden

Sparen Sie beim Eincremen der Haut nicht mit Sonnencreme. Ansonsten wird der Lichtschutzfaktor, der auf der Creme angegeben ist, nicht erreicht. Im Durchschnitt braucht ein Erwachsener etwa 36 Gramm Sonnencreme, um den ganzen Körper ausreichend zu schützen. Das entspricht etwa einer Portion von drei Esslöffeln. Besonders sorgfältig sollten Sie empfindliche Bereiche wie Ohren, Lippen, Nase, Dekolleté, Nacken, Schultern sowie die Fußoberseite eincremen.

Neben Sonnencreme schützt uns auch angemessene Kleidung vor der Sonne. Dunkle, dicht gewebte Kleidungsstücke bieten dabei einen besseren Schutz als helle. Gerade bei intensiver Sonneneinstrahlung sollten Sie zumindest ein T-Shirt mit kurzen Ärmeln und eine kurze Hose tragen. Bei längeren Aufenthalten in der Sonne können spezielle UV-Textilien empfehlenswert sein, die einen besonders hohen Schutz aufweisen. Gerade für kleinere Kinder ist dies eine gute Wahl.

3) Rechtzeitig eincremen

Cremen Sie sich nicht erst ein, wenn Sie schon in der Sonne liegen, sondern am besten bereits bevor Sie sich vor die Tür begeben. So sind Sie direkt geschützt, wenn Sie ins Freie gehen.

Außerdem benötigen manche Sonnencremes eine gewisse Anlaufzeit, bevor sie die Sonnenstrahlen wirkungsvoll filtern können. Cremes mit chemischen Filtern sollten gut 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden. Heutzutage gibt es aber auch Sonnencremes mit mineralischem Filter, die einen Sofortschutz bieten.

4) Nicht zu lange in der Sonne bleiben

Die Eigenschutzzeit der Haut gibt an, wie lange man sich ohne Sonnencreme in der Sonne aufhalten kann. Sie ist in erster Linie vom Hauttyp abhängig: Hellere Typen haben beispielsweise eine Eigenschutzzeit von nur zehn Minuten. Bei dunkleren Hauttypen kann sie dagegen mehr als eine halbe Stunde bis zu 90 Minuten betragen.

Die Eigenschutzzeit kann durch die Verwendung von Sonnencreme verlängert werden. Wie lange Sie geschützt sind, können Sie ermitteln, indem Sie die Eigenschutzzeit Ihrer Haut in Minuten mit dem Lichtschutzfaktor Ihrer Sonnencreme multiplizieren. Sicherheitshalber sollte diese Zeitspanne aber nur zu zwei Dritteln ausgenutzt werden. Am gleichen Tag sollten dann keine weiteren Aufenthalte in der Sonne mehr erfolgen.

5) Auch im Schatten eincremen

Im Schatten ist die Sonnenstrahlung zwar geringer als in der Sonne, Sie sind aber keineswegs sicher geschützt: Etwa 50 Prozent des UV-Lichts treffen nämlich auch im Schatten noch auf die Haut. Deswegen ist auch hier die Verwendung einer Sonnencreme mit einem ausreichend hohen Lichtschutzfaktor von Bedeutung.

Nicht nur im Schatten, sondern auch bei bewölktem Himmel ist es übrigens empfehlenswert, sich sorgfältig einzucremen. Denn ein Großteil der UV-Strahlung schafft es trotz der Wolken bis auf die Erde vorzudringen. Ohne Sonnenschutz kann es deswegen vor allem in südlichen Ländern leicht zu einem Sonnenbrand kommen.

6) Auf UV-A- und UV-B-Schutz achten

Ihre Sonnencreme sollte sowohl einen Schutz vor UV-A-Strahlen als auch vor UV-B-Strahlen bieten. Achten Sie darauf, dass beides explizit auf der Verpackung angegeben wird.

UV-A-Licht sorgt für eine sofortige, aber kurzzeitige Bräune. Die Strahlung ruft zwar keine sichtbaren Schäden an der Haut hervor, allerdings erhöht sie ebenso wie UV-B-Strahlung das Risiko für die Entstehung von Hautkrebs. UV-B-Licht sorgt für eine länger anhaltende Bräune und den Aufbau einer Lichtschutzschwiele. Die Strahlung ist aber auch für die Entstehung eines Sonnenbrandes verantwortlich.

7) Mittagssonne meiden

Während der Mittagszeit, das heißt zwischen 12 und 14 Uhr, besser noch zwischen 11 und 15 Uhr, sollten Sie im Sommer die Sonne meiden. In dieser Zeit ist die Strahlung nämlich besonders intensiv – mitunter scheint die Sonne 150-mal intensiver als am Morgen und am Abend. Dadurch kann es schnell zu einem Sonnenbrand kommen. Nutzen Sie stattdessen lieber die etwas schwächere Sonne am Vor- oder späten Nachmittag, um ein Sonnenbad zu nehmen.

8) Am Wasser extra schützen

Wenn Sie im Schwimmbad, am Baggersee oder am Strand liegen, sollten Sie Ihre Haut besonders sorgfältig mit Sonnenmilch eincremen. Denn durch das Wasser wird das UV-Licht reflektiert und die Strahlung dadurch deutlich verstärkt.

Auch in den Bergen ist ein besonders sorgfältiger Sonnenschutz nötig: Denn pro 1.000 Höhenmeter steigt die UV-Strahlung um bis zu zehn Prozent an.

9) Kopf und Augen schützen

Wenn Sie sich länger in der Sonne aufhalten, sollten Sie auf jeden Fall eine Kopfbedeckung tragen. Dadurch können Sie nicht nur einem Sonnenbrand auf der Kopfhaut vorbeugen, sondern auch weitere Hitzeschäden wie beispielsweise einen Sonnenstich verhindern.

Bei der Sonnenbrille sollten Sie darauf achten, dass diese die Augen auch tatsächlich vor der UV-Strahlung schützt. Ansonsten können durch die Strahlung nämlich bleibende Schäden an Horn- und Netzhaut hervorgerufen werden. Achten Sie beim Kauf deswegen auf Angaben wie "100 Prozent UV-Schutz"‚ "UV-400" sowie das innerhalb der Europäischen Union gültige "CE-Kennzeichen".

10) Nachcremen beim Sport

Während des Sonnenbadens sollten Sie den Sonnenschutz etwa alle zwei Stunden auffrischen. Denn durch Schwimmen im Wasser, Abtrocknen mit dem Handtuch oder Schwitzen beim Sport lässt die Schutzwirkung der Sonnencreme nach.

Durch das Nachcremen können Sie die Schutzwirkung allerdings nicht mehr weiter steigern: So können Sie keinen Lichtschutzfaktor 30 erreichen, indem Sie sich dreimal mit einer Creme mit Lichtschutzfaktor 10 einreiben.

Aktualisiert: 26.07.2021 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

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