Sonnenschutz: 10 Mythen im Fakten-Check

Sonnenschutz beim Sonnenbaden am Strand © rawpixel

Legenden, Mythen, Fakten – zum Thema Sonne und Sonnenschutz kann jeder etwas beisteuern. Jeder weiß, dass Sonnenstrahlen schädlich für die Haut sein können und wie wichtig ausreichender Sonnenschutz ist. Aber weiß auch jeder das Richtige? Hier werden die hartnäckigsten Sonnenlügen für einen ungetrübten Sommerspaß enttarnt.

Mythos 1: Am Sonnenlicht sind vor allem die UV-A-Strahlen und UV-B-Strahlen gefährlich

Stimmt nicht. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen des Instituts für Umweltmedizinische Forschungen in Düsseldorf sind auch die zu 30 Prozent im Sonnenlicht enthaltenen Infrarotstrahlen des Typs A hautschädigend: Sie dringen tiefer als UV-A-Strahlen und UV-B-Strahlen in die Haut ein und setzen dort eine Zellschädigungskaskade in Gang, die zu Hautalterung führt. Moderner Sonnenschutz muss daher auch einen Wirkkomplex gegen Infrarot-A-Strahlung enthalten.

Mythos 2: Vorbräunen im Solarium schützt die Haut vor der Sommersonne

Stimmt nicht! Es ist nicht die schöne Bräune, die gegen schädliche UV-Strahlung schützt. Dies können nur ausgewählte UV-Schutzfilter. Außerdem bewerten Dermatologen das Bräunen auf der Sonnenbank als sehr bedenklich.

Besser ist es, die Haut auf die Sonne vorzubereiten, zum Beispiel mit Sonnenkapseln. Sie unterstützen die Haut durch Radikalfänger und Zellschutzvitamine bei der Abwehr von Sonnenschäden. Insbesondere Sonnenallergiker profitieren von einer Vorbereitung auf die Sonnensaison.

Mythos 3: Im Schatten ist Sonnenschutz überflüssig

Stimmt nicht! Ein großer Teil des Sonnenlichts und damit auch der schädlichen Strahlung wird zum Beispiel vom Sand oder vom Wasser reflektiert – Sonnenschirm, Hut oder ein großer Baum halten nur wenig Strahlung ab. Deshalb kann es auch im Schatten zu einem Sonnenbrand kommen; ausreichender Schutz ist also auch dort erforderlich.

Mythos 4: Sonnenschutzmittel müssen gut einmassiert werden 

Stimmt nicht! Die Creme oder Lotion sollte als Film sanft aufgetragen werden und auf keinen Fall fest einmassiert werden. Britische Forscher fanden heraus, dass nach kräftigem Einmassieren des Sonnenschutzes im Hinblick auf die Schutzwirkung kaum ein Unterschied zu gar nicht eingecremter Haut besteht. Die Forscher vermuten, dass sich bei zu starkem Verreiben ein großer Teil der Creme in Schweißdrüsen und Falten sammelt oder der UV-Filter seine Eigenschaften durch das Eindringen in die Haut verändert.

Mythos 5: Den ganzen Tag in der Sonne liegen – mit Sunblocker kein Problem

Stimmt nicht! Sogenannte Sunblocker, also Produkte, deren Lichtschutzfaktor höher als 20 ist, schlucken zwar einen Großteil der UV-Strahlung. Ein Teil dringt aber auch in die Haut ein und ruft dort Zellveränderungen hervor. Auch mit hohem Lichtschutzfaktor sollte man also nicht "ewig" in der Sonne liegen.

Eine EU-Kommission hat den Begriff Sunblocker sogar verboten, da er beim Verbraucher den falschen Eindruck erwecken kann, dieses Produkt gäbe einen hundertprozentig sicheren Schutz vor UV-Strahlen. Grundsätzlich gilt: Unterschiedliche Hauttypen benötigen unterschiedlichen Sonnenschutz. Hellhäutige Typen brauchen einen höheren Lichtschutzfaktor als dunkelhäutige, Allergiker brauchen einen besonders schonenden Sonnenschutz und Kinder einen, der auf die speziellen Bedürfnisse der zarten Haut abgestimmt ist.

Mythos 6: Kleidung schützt vor Sonne

Stimmt nur bedingt! Die Sonnenstrahlen können auch durch Stoff hindurch dringen, insbesondere bei heller, lockerer Kleidung. Ein weißes T-Shirt aus Baumwolle hat beispielsweise einen Lichtschutzfaktor von lediglich 3 bis 4. Je dunkler die Kleidung, desto stärker der Schutz vor den UV-Strahlen. Es gibt auch spezielle Sonnenschutz-Kleidung, die mit Lichtschutzsubstanzen imprägniert ist und fast keine UV- und IR-A-Strahlungen in die Haut gelangen lassen.

Mythos 7: Sonnenbrand auf der Kopfhaut bekommen nur Männer mit Glatze

Stimmt nicht! Jeder kann auf der Kopfhaut Sonnenbrand bekommen. Besonders gefährdet ist der Bereich am Scheitel oder Haarwirbel. Deswegen sollte auch die Kopfhaut vor Sonnenstrahlen geschützt sein. Wer keine Kopfbedeckung tragen möchte, greift am besten zu Sonnensprays, die UV-Filter mit einem feinen Sprühnebel aufbringen und dabei nicht fetten.

Mythos 8: After-Sun-Produkte sind überflüssig 

Stimmt nicht! Sonnenstrapazierte Haut benötigt besonders viel Feuchtigkeit. Eine spezielle After-Sun-Pflege enthält außerdem hautberuhigende Substanzen wie Bisabolol, Panthenol oder Jojobaöl. Apres-Produkte mit Regenerations-Enzymen können sogar leichte Sonnenschäden der Hautzellen reparieren.

Mythos 9: Neurodermitiker dürfen nicht in die Sonne

Stimmt nicht! Sonne kann die Symptome von Neurodermitis sogar erheblich mildern. Wichtig ist auch hier der richtige Sonnenschutz. Die trockene, sensible Haut sollte nicht durch kosmetische Zusätze, wie Parfum-, Farb- und Konservierungsstoffe, belastet werden. Diese können entzündliche Reaktionen auslösen und damit die Hautkrankheit möglicherweise noch verschlimmern. Besser sind dermatologisch entwickelte Sonnencremes, die auf gute Verträglichkeit bei Neurodermitis getestet wurden.

Mythos 10: Die Sonnenmilch vom Vorjahr kann nicht mehr verwendet werden

Stimmt nicht! Sonnenfilter und andere wichtige Inhaltsstoffe halten länger als ein Jahr. Reste am besten im Kühlschrank aufbewahren. Qualitativ hochwertige Sonnenschutzmittel weisen ein Verfallsdatum aus. Für ungeöffnete Produkte sind die Haltbarkeit und Sicherheit bis zu diesem Datum garantiert.

Aktualisiert: 19.06.2018 – Autor: meine gesundheit

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