Frostbeulen und Erfrierungen

Frau mit Erfrierungen an Händen © istockphoto, Tamara Dragovic

Im Winter bei anhaltender, mäßiger Kälte kann es zum Beispiel an Zehen und Fingern zu Hautschäden kommen. Werden die Warnhinweise wie Kribbeln an Zehen, Fingern oder Nase ignoriert, kommt es zu den bekannten, schmerzhaften Frostbeulen. Aber auch Erfrierungen und Unterkühlungen sind mögliche Folgen der kalten Temperaturen. Wir verraten, wie Sie Frostbeulen und Erfrierungen richtig behandeln.

Frostbeulen auch ohne Frost möglich

Frostbeulen sind durch Kälte hervorgerufene, lokale Hautschäden, die oft jucken und sehr schmerzhaft sind, besonders, wenn man von der Kälte ins Warme geht. Anfangs treten blaurote Verfärbungen auf, später kommen Schwellungen dazu. Frostbeulen behandelt man mit Rheumasalben, aber auch mit Frost- oder Wundsalben. Den besten Schutz vor Frostbeulen bietet eine warme Bekleidung.

Zu unterscheiden sind Frostbeulen von Erfrierungen. Frostbeulen können sich nämlich schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bilden – eine Erfrierung jedoch kann nur bei richtigem Frost auftreten.

Schweregrade von Erfrierungen

Bei Erfrierungen unterscheidet man ähnlich wie bei Verbrennungen verschiedene Schweregrade. Als Grad I werden leichte Erfrierungen bezeichnet. Die Haut an den betroffenen Stellen sieht bläulich-weiß marmoriert aus. Wird sie jetzt wieder erwärmt, kommt es zur völligen Ausheilung.

Bei Grad II ist die Haut tiefrot bis violett und fühlt sich sehr kalt an. Hier können ebenso wie in den schwereren Stadien bleibende Schäden zurückbleiben. Suchen Sie in solch einem Fall schnellstmöglich einen Arzt auf oder rufen Sie den Notarzt.

Behandlung von Erfrierungen

Erwärmen Sie die betroffenen Stellen – meist Wangen, Nase, Finger oder Zehen – indem Sie sie mit einem warmen Kleidungsstück abdecken. Versuchen Sie, eine Umgebungstemperatur von 25 bis 30 Grad Celsius zu erreichen. Zum "Auftauen" empfiehlt sich auch ein Vollbad, das mit lauwarmem Wasser begonnen wird. Die Temperatur darf nur langsam gesteigert werden, um Gewebeschäden zu vermeiden.

Unterkühlung

Erfrierungen haben nichts mit einer Unterkühlung zu tun: Eine Unterkühlung ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der jeden Winter vor allem viele Obdachlose ereilt. Man versteht darunter ein Absinken der Körpertemperatur unter 35 Grad Celsius. Eine Unterkühlung betrifft den gesamten Körper, während Erfrierungen immer lokale Kälteeinwirkungen darstellen.

Erfrierungen im Sommer

Stimmt! Dies kann passieren, wenn beispielsweise bei Sportverletzungen Eis direkt auf die Haut gelegt wird und dort zu lange bleibt. Deshalb immer die Eiswürfel mit einem Tuch umhüllen. Erfrierungen können ebenfalls entstehen, wenn ein Vereisungsspray aus nächster Nähe auf die Haut gesprüht wird.

Aktualisiert: 10.12.2015

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