Endokarditis: Behandlung und Vorbeugung

Bei der Therapie der Endokarditis werden Antibiotika gegen die Keime und Medikamente gegen die Entzündungsreaktionen eingesetzt, daneben werden Grunderkrankungen und Folgeerscheinungen behandelt. Oft ist zusätzlich auch ein operatives Vorgehen nötig.

Eine Endokarditis behandeln

So sieht die Behandlung einer Endokarditis konkret aus:

  • Wichtigste Säule der Therapie ist die Gabe von Antibiotika – damit wird auch schon auf Verdacht begonnen, bevor der Erreger nachgewiesen wurde. Die Dauer der Therapie wird individuell angepasst (meist liegt sie bei vier bis sechs Wochen) – besonders bei der rheumatischen Endokarditis muss die Antibiotikabehandlung über einen längeren Zeitraum weitergeführt werden, um einen Rückfall zu verhindern. Zusätzlich werden bei der rheumatischen Endokarditis Aspirin und Kortison gegeben.
  • Bei schweren akuten Verlaufsformen und bei chronischen irreparablen Folgeschäden am Klappenapparat muss oftmals am Herzen operiert und die entzündete oder chronisch deformierte Herzklappe durch eine Herzklappenprothese ersetzt werden. Dadurch wird der Entzündungsherd wirksam entfernt und die Leistungsfähigkeit des Herzens wieder verbessert. Allerdings haben künstliche Prothese zwei Nachteile: Ihre Lebensdauer ist begrenzt und sie erfordern eine lebenslange medikamentöse Blutverdünnung. Manchmal kann der Chirurg die defekte Klappe durch Straffung oder Dehnung auch so reparieren, dass keine künstlichen Prothese nötig ist. Als letzte Maßnahme bei schwerer Herzschwäche nach Herzklappenschädigung kommt auch eine Herztransplantation in Betracht.
  • Daneben werden die Folgeerscheinungen chronischer Herzklappenschädigungen wie Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche zusätzlich individuell behandelt.
  • Tritt die Endokarditis als Begleitreaktion im Rahmen anderer schwerer Erkrankungen des Organismus wie zum Beispiel bei chronischer Polyarthritis auf, so muss die Behandlung auf die Beseitigung des zugrundeliegenden Problems, in diesem Fall wiederum eine Immunerkrankung, gerichtet sein.

Oftmals ist es zwar nicht möglich, eine Ersterkrankung zu verhindern, doch mit der gezielten und konsequenten Behandlung der abgelaufenen Endokarditis zumindest ein Voranschreiten von Entzündung und Klappenschäden zu kontrollieren beziehungsweise einzudämmen.

Höheres Risiko für bereits Betroffene

Hat man einmal eine Endokarditis durchgemacht, ist man prinzipiell mehr gefährdet, erneut daran zu erkranken. Deshalb sollten Betroffene – ebenso wie Patienten mit einer künstlichen Herzklappe und einem schweren angeborenen Herzfehler – lebenslang vor jedem geplanten diagnostischen oder therapeutischen medizinischen Eingriff, bei dem Keime in die Blutbahn geraten können (beispielsweise Zahnentfernung, Magen-/Darmspiegelung, Operationen zum Beispiel Im Nasen-Rachen-Raum) eine vorbeugende – meist einmalige Antibiotikagabe erhalten (Endokarditisprophylaxe).

Allerdings konnte gezeigt werden, dass bei bestimmten Klappenfehlern etliche Eingriffe nicht zu einem erhöhten Endokarditisrisiko führen, weshalb die ehemals recht strikten Vorgaben im Jahr 2007 etwas gelockert wurden.

Damit die Krankheit sich nicht verschlechtert, sind daneben regelmäßigen Verlaufsuntersuchungen beim Arzt angeraten, bei denen gegebenenfalls auch die medikamentöse Therapie angepasst wird. Daneben sollten Betroffene sich einen Herzpass ausstellen lassen, den sie bei allen (geplanten) Behandlungen vorlegen und auch im Urlaub nicht vergessen sollten.

Wichtig für Betroffene

Folgendes sollten Betroffene beachten:

  • immer den Herzpass dabei haben und vorlegen
  • gute, regelmäßige Zahnhygiene mit weicher Zahnbürste
  • bei bakteriellen Infekten frühzeitige und ausreichend lange Antibiotikatherapie durch den Arzt verschreiben lassen

Aktualisiert: 28.02.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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