Coronavirus: Wie gefährlich ist COVID-19?

In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über das Coronavirus SARS-CoV-2 und die Krankheit COVID-19. Der Artikel wird regelmäßig aktualisiert.

Hustende Frau trägt Atemmaske zum Schutz vor Coronavirus © iStock.com/Panuwat Dangsungnoen

Die aktuellen Nachrichten werden vor allem durch ein Thema bestimmt: Ein neuartiges Virus aus der Coronafamilie verbreitet sich weltweit immer stärker, während Deutschland zunächst das Schlimmste überstanden zu haben scheint. Nach ersten Todesfällen wurden drastische Schutzmaßnahmen ergriffen, die mittlerweile aufgrund ihres Erfolges wieder gelockert werden konnten. Trotzdem sind viele Menschen nach wie vor verunsichert. Wie gefährlich ist das Coronavirus tatsächlich? Wann muss man in Quarantäne? Was ist eigentlich COVID-19? Wir geben Ihnen einen Überblick und helfen Ihnen, Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen zu finden.

Was ist das Coronavirus?

Wenn aktuell von "dem Coronavirus" die Rede ist, ist genaugenommen eine ganz bestimmte neuartige Unterart der Coronaviren gemeint. Diese Viren wiederum gehören zur Gruppe der RNA-Viren (Ribonukleinsäure). In ihre Hülle sind sogenannte Glykoproteine kronenartig eingelagert – dieser Eigenheit verdanken die Coronaviren (Corona = Krone) ihren Namen. Eingeteilt werden sie in Alpha- und Beta-Coronaviren, von denen letztere häufiger schwere Krankheitsverläufe hervorrufen.

Hauptsächlich findet man Coronaviren bei Tieren, bei denen sie Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen können. Durch Mutationen gibt es heutzutage jedoch auch mehrere Coronaviren, die auch den Menschen befallen können und von Mensch zu Mensch übertragen werden. Meist rufen Coronaviren dann Atemwegsbeschwerden hervor. Auch Magen-Darm-Erkrankungen sind möglich, aber in ihrer Schwere eher unbedeutend.

Infektionen mit Coronaviren treten üblicherweise insbesondere in den Wintermonaten auf und verursachen circa fünf bis 30 Prozent aller akuten Atemwegserkrankungen. Diese betreffen meist nur die oberen Atemwege (Nasen-Rachenraum mit Schnupfen und Halsschmerzen), verlaufen in der Regel mild und heilen innerhalb einer Woche ab. Erweitert sich die Infektion jedoch auf die unteren Atemwege, kommt es zu schweren Verläufen mit Lungenentzündungen und Entzündungen der Bronchien. Auch eine gleichzeitige Infektion der Atemwege mit anderen Viren oder Bakterien kann zu schwerwiegenderen Krankheitsbildern führen.

Was bisher über das neuartige Coronavirus und seine Entstehung bekannt ist, erfahren Sie in diesem Artikel. Nach derzeitigem Wissensstand gilt SARS-CoV-2 im Vergleich mit anderen Viren, beispielsweise dem Influenzavirus, als relativ stabil. Die Wahrscheinlichkeit einer Mutation, durch die das Virus gefährlicher (aber auch harmloser) werden könnte, gilt aus diesem Grund als eher gering. Ausführliche Informationen über eine mögliche Mutation des Coronavirus finden Sie hier.

SARS-CoV-2, COVID-19 oder 2019nCoV – was ist das?

Ende 2019 fielen in der chinesischen Region Wuhan Lungenentzündungen auf, die durch ein bisher unbekanntes Virus ausgelöst wurden. Im Januar 2020 konnte dieses Virus erstmals identifiziert und der Familie der Coronaviren zugeordnet werden. Zunächst wurde es als 2019-nCoV (2019 novel coronavirus) bezeichnet. Im Februar wurde das Virus dann offiziell in SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2) umbenannt.

Es hat große Ähnlichkeit mit dem SARS-Virus von 2003 (SARS-CoV-1), sowohl aus genetischer Sicht als auch in Hinblick auf den Mechanismus, wie das Virus den Körper schädigt. SARS-CoV-2 ist jedoch deutlich infektiöser, überträgt sich also leichter und breitet sich entsprechend auch schneller aus. Glücklicherweise ist die Sterblichkeitsrate durch eine Infektion mit SARS-CoV-2 nach bisherigen Erkenntnissen jedoch niedriger als bei SARS-CoV-1.

Die durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelöste Lungenerkrankung wird COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) genannt.

SARS-CoV-2, COVID-19 und Coronavirus: Wo ist der Unterschied?

Der Name Coronavirus bezeichnet eine ganze Familie von Viren. Die sich aktuell ausbreitende Unterart der Coronaviren trägt den Namen SARS-CoV-2 (anfangs 2019-nCoV). Die Erkrankung, die Folge einer Infektion mit diesem Virus ist, wird als COVID-19 bezeichnet.

Wie steckt man sich mit dem neuen Coronavirus an?

Das Virus SARS-CoV-2 wird durch virushaltige Tröpfchen übertragen, die von einer infizierten Person beispielsweise beim Sprechen, Husten oder Niesen abgegeben werden. Diese Tröpfchen können einerseits direkt von einer gesunden Person eingeatmet werden und zur Infektion führen (Tröpfcheninfektion).

Andererseits können sie auch auf Oberflächen und Gegenständen landen. Bei der Berührung dieser kontaminierten Oberflächen kommt das Virus an die Hände und gelangt bei späterer Berührung des Gesichts an Mund, Nase und Augen (Schmierinfektion). Von dort aus kann es über die Schleimhäute in den Körper des Gesunden gelangen und eine Infektion auslösen.

Das Virus kann auf kontaminierten Gegenständen einige Tage überleben. Daher ist für eine Ansteckung nicht unbedingt direkter Kontakt mit erkrankten Personen erforderlich, auch beispielsweise über Türklinken oder Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln könnte SARS-CoV-2 übertragen werden. Regelmäßiges Händewaschen schützt vor diesem Ansteckungsweg. Zudem rücken Aerosole, also kleinste Tröpfchen in der Luft, die etwa beim Sprechen ausgestoßen werden, zunehmend in den Fokus der Forschung. Wie ansteckend das Coronavirus ist und auf welchen Wegen die Ansteckung erfolgen kann, erklären wir in diesem Artikel.

Kann man sich durch Tiere anstecken?

Das Virus wurde nach derzeitigen Vermutungen von einem Tier auf einem Markt in Wuhan erstmalig auf den Menschen übertragen.

Mittlerweile wurde darüber hinaus bestätigt, dass je nach Tierart eine Übertragung von SARS-CoV-2 von Mensch zu Tier nicht ausgeschlossen werden kann. Einzelne Fälle wurden bereits gemeldet, in denen sich Hunde oder Katzen bei Menschen mit dem Virus infizierten. Dabei sind Katzen offenbar häufiger betroffen als Hunde. Auch Frettchen können sich anstecken, Schweine und Hühner offenbar nicht. Wird ein Haustier positiv getestet, ist dies dem Veterinäramt zu melden.

Bei der Ausbreitung des Virus ist jedoch weiterhin der Übertragungsweg von Mensch zu Mensch entscheidend. Deshalb ist es zum aktuellen Zeitpunkt nicht notwendig, den Kontakt zu Haustieren einzuschränken. Stattdessen genügt es, die allgemeinen Hygienestandards, wie sorgfältiges Händewaschen, einzuhalten. Bei Infektionen mit dem Coronavirus muss jedoch auch zum Schutz der Tiere nach Möglichkeit darauf geachtet werden, diese nicht anzustecken.

Was sind die Symptome von COVID-19?

Das SARS-Coronavirus-2 befällt in erster Linie die Atemwege. Eine Infektion zeigt sich entsprechend durch Beschwerden in diesem Bereich. Aber auch systemisch – also den ganzen Körper betreffend – äußern sich Symptome. Typische Anzeichen der Lungenerkrankung COVID-19 sind:

  • Husten
  • Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit oder Atemnot
  • Fieber
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Infizierte Menschen berichten häufig von einem generellen Krankheitsgefühl. Auch weitere Symptome wie Schnupfen, Gliederschmerzen, Frösteln, Halsschmerzen, mitunter auch Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfälle sind möglich. Auch wurden bei Erkrankten der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn sowie die Bildung von blauen Flecken beobachtet.

Die Symptome ähneln denen einer Grippe, die jedoch meist durch plötzlich einsetzendes Fieber über 39 °C und starke Kopf- und Gliederschmerzen gekennzeichnet ist. In vielen Fällen verursacht die Coronavirusinfektion jedoch nur leichte Symptome und ähnelt dann eher einer Erkältung. Auch ein Verlauf ganz ohne Krankheitszeichen ist möglich.

Bei Kindern verläuft COVID-19 meist sehr mild oder sogar symptomlos. Es wurden jedoch auch vereinzelte Fälle eines Entzündungssyndroms beobachtet, das mit Fieber, Hautausschlag, Bindehautentzündung, beschleunigtem Herzschlag, Bauchschmerzen und Erbrechen infolge einer übertriebenen Immunreaktion einhergeht und dem Kawasaki-Syndrom ähnelt.

Schwangere gelten durch SARS-CoV-2 bislang nicht als stärker gefährdet und nach bisherigen Erkenntnissen ist eine Übertragung auf das ungeborene Kind nicht möglich. Dennoch ist besondere Vorsicht ratsam, um eine Ansteckung mit dem Virus in der Schwangerschaft möglichst zu vermeiden. Denn aufgrund der geringen Fallzahlen lässt sich noch keine sichere Aussage über mögliche Gefahren treffen. Insbesondere in der Frühschwangerschaft kann eine fiebrige Infektion zudem schwerwiegende Folgen haben.

In diesem Artikel haben wir ausführliche Informationen zu den möglichen Symptomen für Sie zusammengestellt. Wissenswertes über den Verlauf von COVID-19 erfahren Sie in unserem Experten-Interview. Hier lesen Sie außerdem, was bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu tun ist.

Test auf Coronavirus: Wie erfolgt die Diagnose?

Aufgrund der typischen Symptome kann eine Infektion mit dem Coronavirus leicht mit einer Grippe oder Erkältung verwechselt werden. Eine eindeutige Diagnose ist daher nur durch einen entsprechenden Test möglich.

Um SARS-CoV-2 nachzuweisen, ist Sekret aus dem Nasen-Rachen-Raum oder der Lunge notwendig. In der Regel wird hierzu ein Nasen-Rachen-Abstrich durchgeführt. Mithilfe der Polymerasekettenreaktion (englisch: polymerase chain reaction, PCR) kann – wenn eine Infektion vorliegt – in diesem Abstrich die Virus-RNA (also die genetische Information des Virus) nachgewiesen werden. Dieses Verfahren kann frühestens ab dem fünften Tag nach der Infektion angewandt werden und dauert ungefähr fünf Stunden, sodass der Getestete meistens innerhalb von 24 bis 48 Stunden von seinem Testergebnis erfährt. Aufgrund der Knappheit an Tests kann es jedoch zu Verzögerungen kommen.

Weltweit wird derzeit unter Hochdruck an weiteren Testverfahren gearbeitet. Insbesondere Schnelltests befinden sich in der Entwicklung und Erprobung.1,2 So hat unter anderem der Hersteller Bosch einen Schnelltest angekündigt, der einen Abstrich aus Rachen und Nase innerhalb von 2,5 Stunden analysieren können soll.7

Einige Schnelltests sind bereits auf dem Markt und liefern innerhalb von Minuten bis zu einer Stunde (Herstellerangaben sind unterschiedlich) ein Ergebnis. Diese Verfahren testen in der Regel das Blut auf Antikörper, die der Körper gegen das Coronavirus bei einer Infektion bildet. Bis genügend Antikörper für einen Nachweis über den Antikörpertest gebildet sind, vergehen jedoch ungefähr 14 Tage ab dem Infektionszeitpunkt. Daher besteht bei solchen Schnelltests die Gefahr, eine bestehende Infektion nicht zuverlässig anzuzeigen. Die Bluttests sind jedoch geeignet, auch eine bereits zurückliegende Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen.

Wann sollte man sich testen lassen?

Wenn man an sich Krankheitszeichen entdeckt, die auf COVID-19 hindeuten könnten, ist es sinnvoll, medizinischen Rat zu suchen. Der Arzt entscheidet dann, ob ein Test durchgeführt werden sollte. Ein meldepflichtiger Verdachtsfall besteht, wenn Symptome vorliegen und man in den letzten 14 Tagen Kontakt mit einer infizierten Person hatte oder wenn Hinweise auf eine Lungenentzündung vorliegen und ein Zusammenhang mit einer Häufung von Lungenentzündungen besteht (beispielsweise in Pflegeeinrichtungen oder einem Krankenhaus).

Sollten Sie den Verdacht haben, sich mit dem neuen Coronavirus angesteckt zu haben, gehen Sie bitte nicht zu Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in die Praxis, um nicht andere Menschen im Wartezimmer anzustecken. Suchen Sie telefonisch Rat in Ihrer Hausarztpraxis oder melden Sie sich beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.3 Hier wird Ihnen geholfen, das Risiko richtig einzuschätzen und zu entscheiden, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Richtlinien für Ärzte aufgestellt, wer wann und warum getestet wird.4 Anhand dieser Kriterien können Ärzte entscheiden, wann ein Coronavirustest sinnvoll ist und so überflüssige Tests vermeiden, die das Gesundheitssystem unnötig belasten würden.

Mit dem Coronavirus infiziert – was tun?

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollte man bei ersten Krankheitsanzeichen oder bei Vorliegen eines positiven Testergebnisses sofort den Kontakt zu anderen Menschen vermeiden und sich frühzeitig medizinischen Rat suchen.

Infizierte Personen werden aufgefordert, sich in häusliche Quarantäne zu begeben und werden regelmäßig untersucht. Die Quarantäne darf zwei Tage nach Abklingen der COVID-19 Symptome beendet werden.

Nur bei schweren Verläufen ist ein Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich. Angehörige und enge Kontaktpersonen von infizierten Personen werden in der Regel ebenfalls isoliert, da sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits angesteckt haben. Für sie gilt – wie für Rückkehrer aus Risikogebieten – die Aufforderung, 14 Tage in häuslicher Quarantäne zu verbringen. Erst nach dieser Zeit kann eine Infektion sicher ausgeschlossen werden.

Verlauf einer Infektion – wie gefährlich ist das neue Virus?

Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem Auftreten erster Symptome der Krankheit – ist beim SARS-CoV-2 recht lang. Sie kann bis zu 14 Tage dauern. In dieser Zeit ist eine Übertragung auf andere Menschen theoretisch schon möglich.

Meistens (in etwa 80 Prozent der Fälle) verläuft COVID-19 mild. Die Krankheitszeichen gehen nach circa einer Woche wieder zurück, ohne dass eine Therapie notwendig gewesen wäre – betroffene Personen gelten dann als geheilt. Eine Infektion kann sogar völlig symptomlos verlaufen.

Insbesondere bei älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen (zum Beispiel Koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale, COPD oder anderen Atemwegserkrankungen) ist das Risiko für einen schwereren Verlauf jedoch deutlich erhöht. Auch Übergewicht oder bestimmte Blutgruppen können möglicherweise einen schweren Verlauf begünstigen.

Mehr über die Risikogruppen von COVID-19 erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Im Verlauf der Erkrankung kann es zu beidseitigen Lungenentzündungen, Sepsis (Blutvergiftung) und Multiorganversagen kommen. In diesen Fällen kann eine stationäre Behandlung im Krankenhaus und unter Umständen auch eine Behandlung auf der Intensivstation mit künstlicher Beatmung notwendig werden.

Folgen von COVID-19

Nach einer durchgemachten Infektion ist man durch die gebildeten Antikörper zunächst immun gegen eine erneute Infektion. Ob und wie lange diese Immunität bei geheilten Menschen gegeben ist, ist derzeit noch Gegenstand der Forschung. Es gibt Hinweise darauf, dass die Immunität nach einer COVID-Infektion vergleichsweise schnell nachlässt.

Selbst nach einer vergleichsweise milden Infektion sind verschiedenste Langzeitfolgen möglich. Außerdem berichten zahlreiche Betroffene nach einer überstandenen COVID-Erkrankung von einer anhaltenden Erschöpfung, die mittlerweile als Post-COVID-Syndrom bezeichnet wird.

Sterblichkeit bei COVID-19

Zur Sterblichkeitsrate (Letalität) lässt sich noch keine genaue Aussage treffen, da viele Infektionen noch nicht ausgestanden sind und auch die Anzahl tatsächlicher Infektionen deutlich über der Anzahl gemeldeter Fälle vermutet wird, was letztlich schwankende Zahlen zur Folge hat. Hinzu kommen starke Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, die unter anderem abhängig von den (jeweils aktuellen) Möglichkeiten der medizinischen Versorgung sind.

Ersten Datenanalysen der WHO (World Health Organization) zufolge ist die Letalität regionsabhängig und lag zunächst zwischen 0,7 und 4 Prozent5, wobei diese Werte zwischenzeitlich deutlich überschritten wurden. Nach aktuellem Stand liegt die durchschnittliche Sterblichkeit weltweit bei 3,78 Prozent, in Deutschland liegt sie derzeit bei 4,3 Prozent6 (Stand: 05.08.2020).

Wie erfolgt die Behandlung von COVID-19?

Zahlreiche Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Ländern arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Entwicklung einer Therapie von COVID-19. Bisher gibt es jedoch noch keine spezifische Therapie, mit der SARS-CoV-2 als Urheber von COVID-19 bekämpft werden könnte. Es kann nur eine symptomatische Therapie erfolgen, um die Beschwerden zu lindern.

Außerdem sollte Infektionen mit anderen Viren oder Bakterien vorgebeugt werden, um den Krankheitsverlauf nicht weiter zu verschlimmern. Dazu gehört auch die Vorbeugung einer Thrombose durch Blutverdünner, da Obduktionen von verstorbenen COVID-19-Patienten zeigten, dass es oftmals zu Lungenembolien kommt.

Eine intensivmedizinische Überwachung im Krankenhaus ist nur bei einer starken Beeinträchtigung der Atemwege nötig. Hier erhalten Sie weitere Informationen zur Behandlung von COVID-19 sowie zu den möglichen Medikamenten.

Wie kann man sich vor dem Coronavirus schützen?

Grundsätzlich gilt: Ruhe bewahren. Auch wenn das neuartige Virus auf viele Menschen beängstigend wirkt, sind Panik oder übertriebene Schutzmaßnahmen nicht angebracht. Durch einen normalen, hygienischen Umgang mit sich selbst und anderen, wie es zur Grippesaison stets empfohlen wird, ist schon viel gewonnen.

Die WHO empfiehlt zum Schutz vor dem neuen Coronavirus und zur Verhinderung einer Ausbreitung folgende Maßnahmen:

  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife für mindestens 20 bis 30 Sekunden. Wenn dies nicht möglich ist, können die Hände notfalls auch desinfiziert werden. Verwenden Sie dabei jedoch ein Desinfektionsmittel, das zur Bekämpfung von Viren geeignet ist.
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder die Ellenbeuge – so verhindern Infizierte (die möglicherweise selbst nichts von ihrer Infektion wissen), dass die Erreger auf ihre Hände gelangen und so andere anstecken können.
  • Verwendung von Papiertaschentüchern, die nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden.
  • Nach Möglichkeit nicht ins Gesicht, an Mund, Augen und Nase fassen. So gelangen Erreger, die sich möglicherweise an den Händen befinden, nicht in den Körper.
  • Abstand zu anderen Menschen halten (Empfehlung: mindestens eineinhalb bis zwei Meter). Dies gilt insbesondere dann, wenn diese Personen Symptome einer Erkrankung zeigen.
  • Keine Begrüßung mit Hand geben. Sollten Sie doch einmal versehentlich Hände schütteln, waschen Sie sich anschließend sofort die Hände.
  • Nach Möglichkeit keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, beziehungsweise nur mit Mundschutz.
  • Reisen nach Möglichkeit komplett vermeiden, vor allem in besonders stark betroffene Gebiete. Erkundigen Sie sich vorab über Reisewarnungen.

Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel – was benötigt man?

Für gesunde Menschen, die nicht in Kontakt mit infizierten Menschen stehen, hat weder das Tragen von Gummihandschuhen noch eines Mundschutzes oder einer Schutzbrille einen weiteren schützenden Effekt. Sollte man jedoch selbst (möglicherweise unbemerkt) infiziert sein, kann man durch das Tragen eines Mundschutzes die Ansteckung seiner Kontaktpersonen verhindern. Ganz besonders wichtig sind in diesem Fall eine vernünftige Handhygiene und die korrekte Verwendung des Mundschutzes. Eine Anleitung hierzu finden Sie auf der Seite der WHO.

Auch wenn eine Schutzwirkung für den Träger eines Mundschutzes bislang wissenschaftlich nicht belegt ist, könnte das Tragen eines Mundschutzes in der Öffentlichkeit nach Einschätzung von Experten dazu beitragen, andere Personen zu schützen und somit eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen – vorausgesetzt, er wird richtig verwendet und alle weiteren Sicherheitsmaßnahmen werden dennoch beachtet. Daher ist das Tragen eines Mundschutzes in Deutschland in einigen Lebensbereichen Pflicht.

Es kommt zurzeit zu Lieferengpässen bei Desinfektionsmitteln, weshalb die Vorräte auch in Kliniken und Arztpraxen knapp werden, obwohl sie dort dringend benötigt werden. Händewaschen mit Wasser und Seife hat im Alltag den gleichen schützenden Effekt wie das Händedesinfizieren mit Desinfektionsmittel. Durch den Verzicht auf Desinfektionsmittel können Sie helfen, eine weitere Knappheit an den wichtigen Stellen zu vermeiden.

Ausführliche Informationen dazu, welche Maßnahmen wirksam sind und welche nicht, finden Sie in dieser Fotostrecke.

Impfungen zum Schutz vor einer Infektion

Eine Impfung gegen SARS-CoV-2 existiert derzeit noch nicht. Bis ein solcher Impfstoff entwickelt und ausreichend getestet ist, kann nach Einschätzung der Experten noch einige Zeit vergehen. Erste mögliche Impfstoffe befinden sich jedoch bereits in der Testphase.

Für bestimmte Personengruppen wird empfohlen, die Pneumokokken-Impfungen nachzuholen, falls man noch nicht geimpft ist. Dies soll eine gleichzeitige und somit riskantere Infektion mit SARS-CoV-2 und Pneumokokken verhindern. Hausärzte können hierzu weitere Informationen geben.

Aus dem gleichen Grund kann für Risikogruppen auch eine Grippe-Impfung ratsam sein. Das schützt zwar nicht vor einer Infektion mit SARS-CoV-2, kann jedoch zusätzlich zur Vermeidung einer Doppelinfektion auch helfen, beim Auftreten von Symptomen eine Grippe schneller auszuschließen oder umgekehrt unnötige Coronavirus-Tests und Quarantänen zu vermeiden.

Bisheriger Verlauf der Corona-Pandemie

Ende 2019 traten in der chinesischen Stadt Wuhan vermehrt Lungenentzündungen auf, deren Auslöser unbekannt war und die bald zu ersten Todesfällen führten. Im Laufe des Januars 2020 konnte als Verursacher ein neuartiges Coronavirus identifiziert werden. Ein Zusammenhang zwischen der Infektion beim sogenannten "Patient 0" und dem Besuch eines Fisch- und Meeresfrüchtemarktes in der Stadt Wuhan wird vermutet, der genau Ursprung ist jedoch noch unklar. Vermutet wird, dass das Virus mutiert ist und von einem Wildtier auf den ersten Betroffenen übertragen wurde.

Von China ausgehend breitete sich das Virus zunächst nach Japan, Südkorea und Thailand aus. Schnell erfasste es auch andere südostasiatische Länder. Die ersten Fälle abseits des asiatischen Kontinents traten Ende Januar in Australien, den USA und Frankreich auf. Nachträgliche Untersuchungen eingelagerter Blutproben von Patienten mit einer Lungenentzündung zeigen jedoch, dass das Virus bereits Ende 2019 in Frankreich angekommen sein könnte.

Am 30. Januar 2020 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die internationale Gesundheitsnotlage aus, um die weitere Verbreitung zu verhindern.

In China wurden bereits früh drastische Maßnahmen wie eine ausgedehnte Quarantäne in Wuhan in Verbindung mit der Einstellung sämtlicher Transportmöglichkeiten ergriffen. Diese Maßnahmen erwiesen sich laut WHO als wirksam, um eine weitere Verbreitung des Virus einzuschränken.

Dennoch griff COVID-19 abseits Chinas weiter um sich, sodass die WHO den Ausbruch am 11. März 2020 zu einer Pandemie erklärte, also einer Erkrankung, die sich über alle Kontinente hinweg ausgebreitet hat.

Die am stärksten betroffenen Regionen außerhalb von China sind zurzeit USA, Brasilien, Indien, Russland, Südafrika, Mexiko, Peru, Chile, Kulumbien, Iran und Großbritannien. In Bezug auf die gemeldeten bestätigten Infektionszahlen befindet sich Deutschland derzeit auf Platz 19. (Stand: 05.08.2020). Weltweit werden Maßnahmen ergriffen, um die Pandemie möglichst schnell zu beenden.

Ausbreitung in Europa

Das Virus wurde in Europa zunächst (Ende Januar 2020) in Frankreich und dann in Deutschland nachgewiesen, breitete sich jedoch schnell über fast den gesamten Kontinent aus. Am stärksten ist aktuell Großbritannien betroffen.

In ganz Europa wurden und werden derzeit Schutzmaßnahmen von politischer Seite beschlossen und durchgesetzt. Sowohl die EU als auch die einzelnen Länder und Regionen versuchen so, die weitere Verbreitung gering zu halten und möglichst schnell ein Abklingen der Pandemie herbeizuführen. Vielerorts konnten die Maßnahmen mittlerweile bereits wieder gelockert werden.

In Italien, das anfangs mit am stärksten betroffen war, wurden beispielsweise sämtliche Schulen, Universitäten und Kitas geschlossen, nur Geschäfte für Lebensmittel und Gesundheitsprodukte waren noch geöffnet. Bürger wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Beim Verlassen des Hauses war eine Selbsterklärung über die Notwendigkeit des Rausgehens mitzuführen. Mittlerweile wurden diese Maßnahmen wieder gelockert.

Die Lage in Deutschland

In Deutschland hat die Bundesregierung einen Krisenstab eingerichtet, der in enger Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut an der Eindämmung der Epidemie arbeitet.

Die ergriffenen Maßnahmen sind mitunter je nach Bundesland und Region unterschiedlich, jedoch wurden zwischenzeitlich deutschlandweit Schulen, Kindergärten und Universitäten geschlossen, ebenso wie die große Zahl der Geschäfte. In einer großen Rückholaktion wurden Reisende aus dem Ausland nach Deutschland zurückgeholt. Nach einer positiven Entwicklung der Infektionszahlen wurden beziehungsweise werden die Beschränkungen nach und nach wieder gelockert. Bürger sind jedoch weiterhin angehalten, soziale Kontakte so weit es geht zu reduzieren ("Social Distancing" beziehungsweise "Physical Distancing"), auch um die Gefahr einer zweiten Welle zu reduzieren.

Zu beachten gilt es derzeit:

  • Großveranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben und sind bis Ende Oktober 2020 verboten.
  • Deutschlandweit wurde am 22. März 2020 ein sogenanntes "Kontaktverbot" ausgesprochen, das das Zusammenkommen von mehr als zwei Personen, die nicht im selben Haushalt leben, in der Öffentlichkeit verbietet. Am 6. Mai 2020 wurde diese Beschränkung gelockert, sodass sich auch Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen, etwa zwei Familien. Später wurden weitere Lockerungen vorgenommen. In den einzelnen Bundesländern gelten dabei unterschiedliche Regelungen.
  • Restaurants und Cafés wurden zeitweise bundesweit geschlossen, sind nun aber – unter bestimmten Auflagen und abhängig von regionalen Regelungen – wieder geöffnet.
  • Einige Regionen hatten vorübergehend Ausgangssperren verhängt, die mittlerweile jedoch aufgehoben sind.
  • Von touristischen und nicht notwendigen Reisen ins Ausland wird abgeraten, das Auswärtige Amt hat eine weltweite Reisewarnung ausgegeben, die jedoch für EU-Länder und einige weitere Länder zum 15. Juni 2020 aufgehoben wurde.
  • Nach der Rückkehr aus Risikogebieten und/oder Kontakt zu Erkrankten sollte eine Quarantäne von 14 Tagen eingehalten und das Gesundheitsamt kontaktiert werden. Die Quarantänebestimmungen für Einreisende aus EU-Ländern wurden mittlerweile weitestgehend aufgehoben. Aufgrund von vermehrten Ausbrüchen in bestimmten deutschen Regionen können auch bei der Einreise aus innerdeutschen Hotspots Quarantänebestimmungen gelten.
  • Es wurde ein vorübergehendes Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger verhängt, das zum 2. Juli etwas gelockert wurde.
  • Weitere Informationen zu Urlaubsreisen in Deutschland finden Sie hier. Hier können Sie sich über die Möglichkeiten des grenzüberschreitenden Reisens informieren.
  • Nachdem diese Maßnahmen erste Erfolge und einen Rückgang der Neuinfektionen zur Folge hatten, wurden am 15. April 2020 erstmalig eine schrittweise Lockerung der Maßnahmen beschlossen, auf die später weitere Lockerungen folgten. Aus diesem Grund dürfen Geschäfte, Schulen und Angebote der Kinderbetreuung nach und nach unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen und zum Regelbetrieb zurückkehren. Es gelten jedoch weiterhin regionale Hygieneregeln und Beschränkungen.
  • Alle Bundesländer haben in bestimmten Lebensbereichen eine Maskenpflicht beschlossen, die konkreten Anforderungen sind regional unterschiedlich.
  • Zur Verbesserung der Meldeketten kommt eine bundesweite Corona-App zum Einsatz, die nach dem Kontakt mit einer nachweislich infizierten Person eine Warnung übermitteln kann.
  • Um auf lokale Anstiege der Infektionszahlen angemessen reagieren zu können, gelten regionale Regelungen. So können einzelne Regionen bei Bedarf jederzeit wieder die Schließung von Schulen und andere Maßnahmen beschließen, wenn es zu einem rasanten Anstieg der Neuinfektionen kommt.

Die Lage wird zwar als ernstzunehmend eingestuft (die Gefährdung für die Gesundheitslage gilt als hoch), es gibt aber weder einen Grund zur Panik noch sollte man (angesichts der sinkenden Zahlen an Neuinfektionen) die empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen vernachlässigen. Wichtig ist, über die Situation informiert zu bleiben, sich an die empfohlenen Hygienemaßnahmen und die Empfehlungen von Regierung und Gesundheitsinstitutionen zu halten.

Achten Sie darauf, sich nur aus vertrauenswürdigen Quellen zu informieren, da Fehlinformationen und Gerüchte, wie sie mitunter bereits in den sozialen Medien verbreitet wurden, nur unnötige Ängste schüren.

 

Wie ist die aktuelle Lage und wo findet man Updates?

Folgende Quellen können Ihnen helfen, sich über den aktuellen Stand zu informieren:

Coronavirus Spezial-Newsletter

 

Schutzmaßnahmen: eine Frage der Solidarität

Auch wenn die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für den Einzelnen mit Einschränkungen verbunden sind, beispielsweise der Reisefreiheit oder der Absage bestimmter Veranstaltungen, so war und ist das oberste Ziel, eine Ausbreitung des Virus bestmöglich einzudämmen beziehungsweise zu verzögern. Denn eine Verzögerung der Ausbreitung verschafft Forschern mehr Zeit, um Mittel zur Behandlung und Vorbeugung von COVID-19 zu entwickeln.

Auch kann durch diese Maßnahmen verhindert werden, dass das Gesundheitssystem durch zu viele Fälle auf einmal überlastet wird. Dann könnte auch die medizinische Versorgung anderer Fälle, beispielsweise bei einer Blinddarmentzündung oder einem Autounfall, nicht mehr gewährleistet werden.

Selbst wenn gesunde Menschen darüber hinaus eine Infektion mit dem Coronavirus in vielen Fällen folgenlos überstehen, besteht doch immer das Risiko, gesundheitlich geschwächte Menschen anzustecken, für die die Erkrankung tödlich sein kann. Aus diesem Grund ist die Einhaltung von Schutzmaßnahmen auch eine Frage der Solidarität.

Kritik an Schutzmaßnahmen in Deutschland

Doch die weitreichenden Schutzmaßen stehen auch in der Kritik, da sie mit Blick auf das tatsächlich eingetretene Ausmaß der bislang zu verzeichnenden Todesfälle von einigen Menschen als übertrieben erachtet werden. Oft wird dazu ein Vergleich mit der alljährlichen Grippe-Saison angestellt. Ob Grippe und COVID-19 miteinander vergleichbar sind und welche Unterschiede bestehen, lesen Sie hier.

Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die (im Vergleich zu anderen Ländern ohne entsprechende Schutzmaßnahmen) relativ niedrige Zahl an Todesfällen in Deutschland nur auf die Wirksamkeit der frühzeitig eingeleiteten und umfassenden Maßnahmen zurückzuführen ist. Während Einzelne durch die präventiven Maßnahmen also möglicherweise nur einen geringen oder keinen Nutzen verspüren, gelten diese für die Gemeinschaft als höchst effektiv. In der Forschung wird für dieses Phänomen seit den 1980er Jahren der Begriff Präventionsparadox (Prevention Paradox) verwendet.

Frühere Epidemien mit Coronaviren

Das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) zählt zu den Beta-Coronaviren. Anders als die anderen Coronaviren befällt das SARS-Coronavirus in erster Linie die unteren Atemwege. Hierdurch löst es schwere Krankheitsverläufe aus, die unter anderem durch ein schweres akutes respiratorisches Syndrom (englisch: severe acute respiratory syndrome, SARS) gekennzeichnet sein können. Die Sterblichkeit infolge einer SARS-Infektion ist deutlich höher als bei den herkömmlichen Coronaviren.

Im Jahr 2003 kam es zu einer von China ausgehenden weltweiten Ausbreitung des SARS-Virus. Es infizierten sich circa 8.000 Menschen und mehr als 800 starben durch die Erkrankung.

Das MERS-Coronavirus zählt ebenso wie SARS und SARS-CoV-2 zu den gefährlicheren Beta-Coronaviren und wurde 2012 erstmalig beim Menschen nachgewiesen. Es besitzt eine noch höhere Sterblichkeitsrate, allerdings erreichte die Ausbreitung nicht die Ausmaße der beiden SARS-Coronaviren.

Quellen

Aktualisiert: 05.08.2020 - Autor: Valerie Burmester, Silke Hamann

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