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Coronavirus: Wie gefährlich ist COVID-19?

Hustende Frau trägt Atemmaske zum Schutz vor Coronavirus © istockphoto, Panuwat Dangsungnoen

Die aktuellen Nachrichten werden vor allem durch ein Thema bestimmt: Ein neuartiges Virus aus der Coronafamilie verbreitet sich weltweit und ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Nach ersten Todesfällen werden drastische Schutzmaßnahmen ergriffen und viele Menschen sind verunsichert. Wie gefährlich ist das Coronavirus tatsächlich? Wer muss in Quarantäne? Was ist eigentlich COVID-19? Wir geben Ihnen einen Überblick und helfen Ihnen, Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen zu finden.

Was ist das Coronavirus?

Wenn aktuell von "dem Coronavirus" die Rede ist, ist genaugenommen eine ganz bestimmte neuartige Unterart der Coronaviren gemeint. Diese Viren wiederum gehören zur Gruppe der RNA-Viren (Ribonukleinsäure). In ihre Hülle sind sogenannte Glykoproteine kronenartig eingelagert – dieser Eigenheit verdanken die Coronaviren (Corona = Krone) ihren Namen. Eingeteilt werden sie in Alpha- und Beta-Coronaviren, von denen letztere häufiger schwere Krankheitsverläufe hervorrufen.

Hauptsächlich findet man Coronaviren bei Tieren, bei denen sie Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen können. Durch Mutationen gibt es heutzutage jedoch auch mehrere Coronaviren, die auch den Menschen befallen können und von Mensch zu Mensch übertragen werden. Meist rufen Coronaviren dann Atemwegsbeschwerden hervor. Auch Magen-Darm-Erkrankungen sind möglich, aber in ihrer Schwere eher unbedeutend.

Infektionen mit Coronaviren treten üblicherweise insbesondere in den Wintermonaten auf und verursachen circa fünf bis 30 Prozent aller akuten Atemwegserkrankungen. Diese betreffen meist nur die oberen Atemwege (Nasen-Rachenraum mit Schnupfen und Halsschmerzen), verlaufen in der Regel mild und heilen innerhalb einer Woche ab. Erweitert sich die Infektion jedoch auf die unteren Atemwege, kommt es zu schweren Verläufen mit Lungenentzündungen und Entzündungen der Bronchien. Auch eine gleichzeitige Infektion der Atemwege mit anderen Viren oder Bakterien kann zu schwerwiegenderen Krankheitsbildern führen.

Was bisher über das neuartige Coronavirus und seine Entstehung bekannt ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

SARS-CoV-2, COVID-19 oder 2019nCoV – was ist das?

Ende 2019 fielen in der chinesischen Region Wuhan Lungenentzündungen auf, die durch ein bisher unbekanntes Virus ausgelöst wurden. Im Januar 2020 konnte dieses Virus erstmals identifiziert und der Familie der Coronaviren zugeordnet werden. Zunächst wurde es als 2019-nCoV (2019 novel coronavirus) bezeichnet. Im Februar wurde das Virus dann offiziell in SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2) umbenannt.

Es hat große Ähnlichkeit mit dem SARS-Virus von 2003 (SARS-CoV-1), sowohl aus genetischer Sicht als auch in Hinblick auf den Mechanismus, wie das Virus den Körper schädigt. SARS-CoV-2 ist jedoch deutlich infektiöser, überträgt sich also leichter und breitet sich entsprechend auch schneller aus. Glücklicherweise ist die Sterblichkeitsrate durch eine Infektion mit SARS-CoV-2 nach bisherigen Erkenntnissen jedoch niedriger als bei SARS-CoV-1.

Die durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelöste Lungenerkrankung wird COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) genannt.

SARS-CoV-2, COVID-19 und Coronavirus: Wo ist der Unterschied?

Der Name Coronavirus bezeichnet eine ganze Familie von Viren. Die sich aktuell ausbreitende Unterart der Coronaviren trägt den Namen SARS-CoV-2 (anfangs 2019-nCoV). Die Erkrankung, die Folge einer Infektion mit diesem Virus ist, wird als COVID-19 bezeichnet.

Wie steckt man sich mit dem neuen Coronavirus an?

Das Virus SARS-CoV-2 wird durch virushaltige Tröpfchen übertragen, die von einer infizierten Person beispielsweise beim Sprechen, Husten oder Niesen abgegeben werden. Diese Tröpfchen können einerseits direkt von einer gesunden Person eingeatmet werden und zur Infektion führen (Tröpfcheninfektion).

Andererseits können sie auch auf Oberflächen und Gegenständen landen. Bei der Berührung dieser kontaminierten Oberflächen kommt das Virus an die Hände und gelangt bei späterer Berührung des Gesichts an Mund, Nase und Augen (Schmierinfektion). Von dort aus kann es über die Schleimhäute in den Körper des Gesunden gelangen und eine Infektion auslösen.

Das Virus kann auf kontaminierten Gegenständen einige Tage überleben. Daher ist für eine Ansteckung nicht unbedingt direkter Kontakt mit erkrankten Personen erforderlich, auch beispielsweise über Türklinken oder Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln könnte SARS-CoV-2 übertragen werden. Regelmäßiges Händewaschen schützt vor diesem Ansteckungsweg.

Zwar wurde das Virus nach derzeitigen Vermutungen von einem Tier auf einem Markt in Wuhan erstmalig auf den Menschen übertragen, es gibt bisher jedoch keinen Hinweis darauf, dass sich Haustiere wie Hunde und Katzen mit dem Virus anstecken oder ihn übertragen können. Ein erster Verdacht diesbezüglich gilt mittlerweile als widerlegt.

Was sind die Symptome von COVID-19?

Das SARS-Coronavirus-2 befällt in erster Linie die Atemwege. Eine Infektion zeigt sich entsprechend durch Beschwerden in diesem Bereich. Aber auch systemisch – also den ganzen Körper betreffend – äußern sich Symptome. Typische Anzeichen der Lungenerkrankung COVID-19 sind:

  • Husten
  • Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit oder Atemnot
  • Fieber
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Infizierte Menschen berichten häufig von einem generellen Krankheitsgefühl. Auch weitere Symptome wie Schnupfen, Gliederschmerzen, Frösteln, Halsschmerzen, mitunter auch Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfälle sind möglich.

Die Symptome ähneln damit denen einer Grippe, die jedoch meist durch plötzlich einsetzendes Fieber über 39 °C und starke Kopf- und Gliederschmerzen gekennzeichnet ist. In vielen Fällen verursacht die Coronavirusinfektion jedoch nur leichte Symptome und ähnelt dann eher einer Erkältung. Auch ein Verlauf ganz ohne Krankheitszeichen ist möglich. 

Bei Kindern verläuft COVID-19 meist sehr mild oder sogar symptomlos. Schwangere sind durch SARS-CoV-2 nicht stärker gefährdet und nach bisherigen Erkenntnissen ist eine Übertragung auf das ungeborene Kind nicht möglich.

Ausführliche Informationen zu den möglichen Symptomen haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt. Hier lesen Sie außerdem, was bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu tun ist.

Test auf Coronavirus: Wie erfolgt die Diagnose?

Aufgrund der typischen Symptome kann eine Infektion mit dem Coronavirus leicht mit einer Grippe oder Erkältung verwechselt werden. Eine eindeutige Diagnose ist daher nur durch einen entsprechenden Test möglich.

Um das SARS-Coronavirus-2 nachzuweisen, ist Sekret aus dem Nasen-Rachen-Raum oder der Lunge notwendig. In der Regel wird hierzu ein Nasen-Rachen-Abstrich durchgeführt. Mithilfe der Polymerasekettenreaktion (englisch: polymerase chain reaction, PCR) kann – wenn eine Infektion vorliegt – in diesem Abstrich die Virus-RNA (also die genetische Information des Virus) nachgewiesen werden. Dieses Verfahren kann frühestens ab dem fünften Tag nach der Infektion angewandt werden und dauert ungefähr fünf Stunden, sodass der Getestete meistens innerhalb von 24 bis 48 Stunden von seinem Testergebnis erfährt.

Weltweit wird derzeit unter Hochdruck an weiteren Testverfahren gearbeitet. Insbesondere Schnelltests befinden sich in der Entwicklung und Erprobung.1,2 So hat unter anderem Der Hersteller Bosch einen Schnelltest angekündigt, der einen Abstrich aus Rachen und Nase innerhalb von 2,5 Stunden analysieren können soll.8 

Einige Schnelltests sind bereits auf dem Markt und liefern innerhalb von Minuten bis zu einer Stunde (Herstellerangaben sind unterschiedlich) ein Ergebnis. Diese Verfahren testen in der Regel das Blut auf Antikörper, die der Körper gegen das Coronavirus bei einer Infektion bildet. Bis genügend Antikörper für einen Nachweis gebildet sind, vergehen jedoch ungefähr 14 Tage ab dem Infektionszeitpunkt. Daher besteht bei solchen Schnelltests die Gefahr, eine bestehende Infektion nicht zuverlässig anzuzeigen. Die Bluttests sind jedoch geeignet, auch eine bereits zurückliegende Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen.

Wann sollte man sich testen lassen?

Wenn man an sich Krankheitszeichen entdeckt, die auf COVID-19 hindeuten könnten, und Kontakt mit einer infizierten Person hat oder hatte, ist es sinnvoll, medizinischen Rat zu suchen. Dies gilt auch, wenn Symptome vorliegen und man sich vorher in einem Risikogebiet oder einem sogenannten endemischen Gebiet (also einem Gebiet, in dem es Infektionsfälle gab) aufgehalten hat.

Sollten Sie den Verdacht haben, sich mit dem neuen Coronavirus angesteckt zu haben, gehen Sie bitte nicht zu Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in die Praxis, um nicht andere Menschen im Wartezimmer anzustecken. Suchen Sie telefonisch Rat in Ihrer Hausarztpraxis oder melden Sie sich beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.3 Hier wird Ihnen geholfen, das Risiko richtig einzuschätzen und zu entscheiden, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Richtlinien für Ärzte aufgestellt, wer wann und warum getestet wird.4 Anhand dieser Kriterien können Ärzte entscheiden, wann ein Coronavirustest sinnvoll ist und so überflüssige Tests vermeiden, die das Gesundheitssystem unnötig belasten würden.

Mit dem Coronavirus infiziert – was tun?

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollte man bei ersten Krankheitsanzeichen oder bei Vorliegen eines positiven Testergebnisses sofort den Kontakt zu anderen Menschen vermeiden und sich frühzeitig medizinischen Rat suchen.

Infizierte Personen werden aufgefordert, sich in häusliche Quarantäne zu begeben und werden regelmäßig untersucht. Die Quarantäne darf zwei Tage nach Abklingen der COVID-19 Symptome beendet werden.

Nur bei schweren Verläufen ist ein Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich. Angehörige und enge Kontaktpersonen von infizierten Personen werden in der Regel ebenfalls isoliert, da sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits angesteckt haben. Für sie gilt – wie für Rückkehrer aus Risikogebieten – die Aufforderung, 14 Tage in häuslicher Quarantäne zu verbringen. Erst nach dieser Zeit kann eine Infektion sicher ausgeschlossen werden.

Verlauf einer Infektion – wie gefährlich ist das neue Virus?

Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem Auftreten erster Symptome der Krankheit – ist beim SARS-CoV-2 recht lang. Sie kann bis zu 14 Tage dauern. In dieser Zeit ist eine Übertragung auf andere Menschen theoretisch schon möglich.

Meistens (in etwa 80 Prozent der Fälle) verläuft COVID-19 mild. Die Krankheitszeichen gehen nach circa einer Woche wieder zurück, ohne dass eine Therapie notwendig gewesen wäre – betroffene Personen gelten dann als geheilt. Eine Infektion kann sogar völlig symptomlos verlaufen.

Nach einer durchgemachten Infektion ist man durch die gebildeten Antikörper zunächst immun gegen eine erneute Infektion. Diese Immunität hält jedoch vermutlich nicht lange an.

Insbesondere bei älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen (zum Beispiel Koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale, COPD oder anderen Atemwegserkrankungen) ist das Risiko für einen schwereren Verlauf jedoch deutlich erhöht.

Mehr über die Risikogruppen von COVID-19 erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Es kann zu beidseitigen Lungenentzündungen, Sepsis (Blutvergiftung) und Multiorganversagen kommen. In diesen Fällen kann eine stationäre Behandlung im Krankenhaus und unter Umständen auch eine Behandlung auf der Intensivstation mit künstlicher Beatmung notwendig werden.

Zur Sterblichkeitsrate (Letalität) lässt sich noch keine genaue Aussage treffen, da viele Infektionen noch nicht ausgestanden sind und auch die Anzahl tatsächlicher Infektionen deutlich über der Anzahl gemeldeter Fälle vermutet wird. Ersten Datenanalysen der WHO (World Health Organization) zufolge ist die Letalität regionsabhängig und lag bisher zwischen 0,7 und 4 Prozent5. Nach aktuellem Stand liegt die durchschnittliche Sterblichkeit weltweit bei 4,83 Prozent6 (Stand: 01.04.2020), in Deutschland liegt sie bei 0,97 Prozent7 (Stand: 01.04.2020).

Wie erfolgt die Behandlung von COVID-19?

Zahlreiche Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Ländern arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Entwicklung einer Therapie von COVID-19. Bisher gibt es jedoch noch keine spezifische Therapie, mit der das SARS-Coronavirus-2 als Urheber von COVID-19 bekämpft werden könnte. Es kann nur eine symptomatische Therapie erfolgen, um die Beschwerden zu lindern.

Außerdem sollte Infektionen mit anderen Viren oder Bakterien vorgebeugt werden, um den Krankheitsverlauf nicht weiter zu verschlimmern.

Eine intensivmedizinische Überwachung im Krankenhaus ist nur bei einer starken Beeinträchtigung der Atemwege nötig. Hier erhalten Sie weitere Informationen zur Behandlung von COVID-19.

Wie kann man sich vor dem Coronavirus schützen?

Grundsätzlich gilt: Ruhe bewahren. Auch wenn das neuartige Virus auf viele Menschen beängstigend wirkt, sind Panik oder übertriebene Schutzmaßnahmen nicht angebracht. Durch einen normalen, hygienischen Umgang mit sich selbst und anderen, wie es zur Grippesaison stets empfohlen wird, ist schon viel gewonnen.

Die WHO empfiehlt zum Schutz vor dem neuen Coronavirus und zur Verhinderung einer Ausbreitung folgende Maßnahmen:

  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife für mindestens 20 bis 30 Sekunden. Wenn dies nicht möglich ist, können die Hände notfalls auch desinfiziert werden. Verwenden Sie dabei jedoch ein Desinfektionsmittel, das zur Bekämpfung von Viren geeignet ist.
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder die Ellenbeuge – so verhindern Infizierte (die möglicherweise selbst nichts von ihrer Infektion wissen), dass die Erreger auf ihre Hände gelangen und so andere anstecken können.
  • Verwendung von Papiertaschentüchern, die nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden.
  • Nach Möglichkeit nicht ins Gesicht, an Mund, Augen und Nase fassen. So gelangen Erreger, die sich möglicherweise an den Händen befinden, nicht in den Körper.
  • Abstand zu anderen Menschen halten (Empfehlung: mindestens eineinhalb bis zwei Meter). Dies gilt insbesondere dann, wenn diese Personen Symptome einer Erkrankung zeigen.
  • Keine Begrüßung mit Hand geben. Sollten Sie doch einmal Hände schütteln müssen, waschen Sie sich anschließend sofort die Hände.
  • Nach Möglichkeit keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.
  • Reisen nach Möglichkeit komplett vermeiden, vor allem in besonders stark betroffene Gebiete. Erkundigen Sie sich vorab über Reisewarnungen.

Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel – was benötigt man?

Für gesunde Menschen, die nicht in Kontakt mit infizierten Menschen stehen, hat weder das Tragen von Gummihandschuhen noch eines Mundschutzes oder einer Schutzbrille einen weiteren schützenden Effekt. Sollte man jedoch selbst husten, kann man durch das Tragen eines Mundschutzes die Ansteckung seiner Kontaktpersonen verhindern. Ganz besonders wichtig sind in diesem Fall eine vernünftige Handhygiene und die korrekte Verwendung des Mundschutzes. Eine Anleitung hierzu finden Sie auf der Seite der WHO.

Es kommt zurzeit zu Lieferengpässen bei Desinfektionsmitteln, weshalb die Vorräte auch in Kliniken und Arztpraxen knapp werden, obwohl sie dort dringend benötigt werden. Händewaschen mit Wasser und Seife hat im Alltag den gleichen schützenden Effekt wie das Händedesinfizieren mit Desinfektionsmittel. Durch den Verzicht auf Desinfektionsmittel können Sie helfen, eine weitere Knappheit an den wichtigen Stellen zu vermeiden.

Ausführliche Informationen dazu, welche Maßnahmen wirksam sind und welche nicht, finden Sie in dieser Fotostrecke.

Impfungen zum Schutz vor einer Infektion

Eine Impfung gegen SARS-CoV-2 existiert derzeit noch nicht. Bis ein solcher Impfstoff entwickelt und ausreichend getestet ist, kann nach Einschätzung der Experten noch einige Zeit vergeben.

Für bestimmte Personengruppen wird jedoch empfohlen, die Pneumokokken-Impfungen nachzuholen, falls man noch nicht geimpft ist. Dies soll eine gleichzeitige und somit riskantere Infektion mit SARS-CoV-2 und Pneumokokken verhindern. Hausärzte können hierzu weitere Informationen geben.

Aus dem gleichen Grund kann für Risikogruppen auch eine Grippeimpfung ratsam sein. Das schützt zwar nicht vor einer Infektion mit SARS-CoV-2, kann jedoch zusätzlich zur Vermeidung einer Doppelinfektion auch helfen, beim Auftreten von Symptomen eine Grippe schneller auszuschließen oder umgekehrt unnötige Coronavirus-Tests und Quarantänen zu vermeiden.

Bisheriger Verlauf der Corona-Pandemie

Ende 2019 traten in der chinesischen Stadt Wuhan vermehrt Lungenentzündungen auf, deren Auslöser unbekannt war und die bald zu ersten Todesfällen führten. Im Laufe des Januars 2020 konnte als Verursacher ein neuartiges Coronavirus identifiziert werden. Ein Zusammenhang zwischen der Infektion beim sogenannten "Patient 0" und dem Besuch eines Fisch- und Meeresfrüchtemarktes in der Stadt Wuhan wird vermutet, der genau Ursprung ist jedoch noch unklar. Vermutet wird, dass das Virus mutiert ist und von einem Wildtier auf den ersten Betroffenen übertragen wurde.

Von China ausgehend breitete sich das Virus zunächst nach Japan, Südkorea und Thailand aus. Schnell erfasste es auch andere südostasiatische Länder. Die ersten Fälle abseits des asiatischen Kontinents traten Ende Januar in Australien, den USA und Frankreich auf.

Am 30. Januar 2020 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die internationale Gesundheitsnotlage aus, um die weitere Verbreitung zu verhindern.

In China wurden bereits früh drastische Maßnahmen wie eine ausgedehnte Quarantäne in Wuhan in Verbindung mit der Einstellung sämtlicher Transportmöglichkeiten ergriffen. Diese Maßnahmen erwiesen sich laut WHO als wirksam, um eine weitere Verbreitung des Virus einzuschränken.

Dennoch griff COVID-19 abseits Chinas weiter um sich, sodass die WHO den Ausbruch am 11. März 2020 zu einer Pandemie erklärte, also einer Erkrankung, die sich über alle Kontinente hinweg ausgebreitet hat.

Die am stärksten betroffenen Regionen außerhalb von China sind zurzeit USA, Italien, Spanien, Deutschland, der Iran und Frankreich (Stand: 30.03.2020). Weltweit werden Maßnahmen ergriffen, um die Pandemie möglichst schnell zu beenden.

Ausbreitung in Europa

Das Virus wurde in Europa zunächst (Ende Januar 2020) in Frankreich und dann in Deutschland nachgewiesen, breitete sich jedoch schnell über fast den gesamten Kontinent aus. Am stärksten ist aktuell Italien mit über 105.700 Fällen (Stand: 01.04.2020) betroffen.

In ganz Europa werden derzeit Schutzmaßnahmen von politischer Seite beschlossen und durchgesetzt. Sowohl die EU als auch die einzelnen Länder und Regionen versuchen so, die weitere Verbreitung gering zu halten und möglichst schnell ein Abklingen der Pandemie herbeizuführen.

In Italien bleiben beispielsweise bis auf Weiteres sämtliche Schulen, Universitäten und Kitas geschlossen. Nur Geschäfte für Lebensmittel und Gesundheitsprodukte sind noch geöffnet und Bürger sind aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Beim Verlassen des Hauses ist eine Selbsterklärung über die Notwendigkeit des Rausgehens mitzuführen.

Die Lage in Deutschland

In Deutschland liegt die Fallzahl von an COVID-19-Erkrankten derzeit bei über 71.800 Menschen. 775 Tote gibt es nachgewiesenermaßen durch die Krankheit (Stand: 01.04.2020).

Die Bundesregierung hat einen Krisenstab eingerichtet, der in enger Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut an der Eindämmung der Epidemie arbeitet.

Die bisher ergriffenen Maßnahmen sind je nach Bundesland und Region mitunter unterschiedlich, jedoch wurden mittlerweile überall Schulen, Kindergärten und Universitäten geschlossen, ebenso wie die große Zahl der Geschäfte. Darüber hinaus gibt es drastische Einschränkungen im Bereich von grenzüberschreitenden Reisen und öffentlichen Verkehrsmitteln. Bürger sind angehalten, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte so weit es geht zu reduzieren ("Social Distancing").

Genauere Informationen finden Sie auch auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Gesundheit, der Bundesregierung, des Robert-Koch-Instituts sowie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Zu beachten gilt es derzeit:

  • Großveranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben.
  • Deutschlandweit wurde, zunächst für 14 Tage, am 22. März 2020 ein sogenanntes "Kontaktverbot" ausgesprochen, das das Zusammenkommen von mehr als zwei Personen, die nicht im selben Haushalt leben, in der Öffentlichkeit verbietet.
  • Restaurants und Cafés sind bundesweit geschlossen. 
  • Von touristischen und nicht notwendigen Reisen ins Ausland wird abgeraten, das Auswärtige Amt hat eine weltweite Reisewarnung ausgegeben. Teils sind grenzüberschreitende Reisen nicht mehr möglich.
  • In einer großen Rückholaktion werden Reisende aus dem Ausland nach Deutschland zurückgeholt.
  • Es wurde ein Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger verhängt.
  • Nach der Rückkehr aus Risikogebieten und/oder Kontakt zu Erkrankten soll eine Quarantäne von 14 Tagen eingehalten und das Gesundheitsamt kontaktiert werden.
  • Einige Regionen haben Ausgangssperren verhängt.

Die Lage wird zwar als ernstzunehmend eingestuft (die Gefährdung für die Gesundheitslage gilt als hoch), es gibt aber keinen Grund zur Panik. Wichtig ist, über die Situation informiert zu bleiben, sich an die empfohlenen Hygienemaßnahmen und die Empfehlungen von Regierung und Gesundheitsinstitutionen zu halten.

Große Vorräte anzulegen (sogenannte Hamsterkäufe), ist nicht notwendig. Eine Versorgung mit allem Notwendigen wird gesichert bleiben. Auch sollten Sie darauf achten, sich nur aus vertrauenswürdigen Quellen zu informieren, da Fehlinformationen und Gerüchte, wie sie mitunter bereits in den sozialen Medien verbreitet wurden, nur unnötige Ängste schüren.

Wie ist die aktuelle Lage und wo findet man Updates?

Die aktuelle weltweite Ausbreitung des Coronavirus mit den offiziellen Zahlen zu dessen Verbreitung sowie der genauen Anzahl an bestätigten Fällen, Todesfällen und geheilten Personen zeigt eine Live-Karte der Johns Hopkins Universität in Baltimore

Einen Überblick über die Zahl der bestätigten Fälle und deren Entwicklung je Land gibt die University of Washington in dieser Karte.

Tagesaktuelle Meldungen und Nachrichten rund um die neuen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem News-Bereich.

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Schutzmaßnahmen: eine Frage der Solidarität

Auch wenn die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für den Einzelnen mit Einschränkungen verbunden sind, beispielsweise der Reisefreiheit oder der Absage bestimmter Veranstaltungen, so ist das oberste Ziel, eine Ausbreitung des Virus bestmöglich einzudämmen beziehungsweise zu verzögern. Denn eine Verzögerung der Ausbreitung verschafft Forschern mehr Zeit, um Mittel zur Behandlung und Vorbeugung von COVID-19 zu entwickeln. 

Auch kann durch diese Maßnahmen verhindert werden, dass das Gesundheitssystem durch zu viele Fälle auf einmal überlastet wird. Dann könnte auch die medizinische Versorgung anderer Fälle, beispielsweise bei einer Blinddarmentzündung oder einem Autounfall, nicht mehr gewährleistet werden.

Selbst wenn gesunde Menschen darüber hinaus eine Infektion mit dem Coronavirus meist folgenlos überstehen, besteht doch immer das Risiko, gesundheitlich geschwächte Menschen anzustecken, für die die Erkrankung tödlich sein kann. Aus diesem Grund ist die Einhaltung von Schutzmaßnahmen auch eine Frage der Solidarität.

Frühere Epidemien mit Coronaviren

Das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) zählt zu den Beta-Coronaviren. Anders als die anderen Coronaviren befällt das SARS-Coronavirus in erster Linie die unteren Atemwege. Hierdurch löst es schwere Krankheitsverläufe aus, die unter anderem durch ein schweres akutes respiratorisches Syndrom (englisch: severe acute respiratory syndrome, SARS) gekennzeichnet sein können. Die Sterblichkeit infolge einer SARS-Infektion ist deutlich höher als bei den herkömmlichen Coronaviren.

Im Jahr 2003 kam es zu einer von China ausgehenden weltweiten Ausbreitung des SARS-Virus. Es infizierten sich circa 8.000 Menschen und mehr als 800 starben durch die Erkrankung. 

Das MERS-Coronavirus zählt ebenso wie SARS und SARS-CoV-2 zu den gefährlicheren Beta-Coronaviren und wurde 2012 erstmalig beim Menschen nachgewiesen. Es besitzt eine noch höhere Sterblichkeitsrate, allerdings erreichte die Ausbreitung nicht die Ausmaße der beiden SARS-Coronaviren.

Quellen und weitere Informationen

Aktualisiert: 01.04.2020 – Autor: Valerie Burmester, Silke Hamann

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